29.6.04
Lehrer - Traumberuf oder Höllenjob

war der Titel einer SWR1-Sendung am Montag, 28.6.2004, 20.00 bis 22.00 Uhr

(http://www.swr.de/swr1/bw/sendungen/abend/2004/06/28/index.html)

Hier die Kurzbeschreibung des SWR1
 

Verzweifelte Lehrer
Depressionen sind mittlerweile schon zur Berufskrankheit der Lehrer geworden; rund zwei Drittel scheiden vor dem Ruhestandsalter aus, davon 50 Prozent wegen Dienstunfähigkeit. Carsten Bangert ist Lehrer am Pädagogium in Baden-Baden, schon während seines Studiums hat er sich mit dem Phänomen "burn-out" bei Lehrern und dessen mögliche Ursachen beschäftigt. In SWR1 Der Abend erzählt er, was er dabei rausgefunden hat und wie er selbst den Lehreralltag meistert.

und dazu ein elektronisch übermittelter Brief an einen der beiden Redakteure. (Wenn er beantwortet wird, werden Sie am Ende der Email darüber informiert.)
 

Guten Morgen Herr Rönspies,

zusammen mit Frau Waldvogel haben Sie sich gestern mit dem Beruf des Lehrers auseinandergesetzt - in meinen Augen fair und kenntnisreich.

Einen Apekt haben Sie auch aus Expertenmund nicht anklingen lassen: Ist der Beruf des Lehrers noch zeitgemäß? Oder ist er eigentlich anachronistisch wie zum Beispiel der Steinklopfer, der in meiner Kindheit noch am Rand der Straße mit dem Hammer große Steine in kleine zerklopft hat, damit man die Schlaglöcher füllen konnte?

Ein unfairer Vergleich? Würde man Rundfunk so organisieren, wie man heute Schule macht, dann gäbe es 500 000 Redakteure in Deutschland. Jedem wären zwanzig bis dreißig Bürger zugewiesen, die er mit selbst ausgewählten Nachrichten versorgen müßte. Die Bürger würden zu vorgegebenen Zeiten in ein versifftes Büro bestellt, in dem sie die Nachrichten entgegennehmen müßten. Welche Lust würde in solchen Sitzungen durch diese Informationen bei Redakteur und Informationsempfängern  ausgelöst?

Schule produziert Bildung heute noch in handwerklicher Einzelarbeit mit unzulänglichen Mitteln. Die Fiktion, daß diese Form der Lernorganisation unverzichtbar ist,  wird von fast niemand hinterfragt. Die heutigen Informationsmedien würden es zulassen, dass die Kids ihr Lernen selbstorganisieren, wenn man ihnen nur vorab sagen würde, wer welche Lerninhalte wie schätzt, und wie die Kinder ihre Lernerfolge selbst überprüfen können. Wer hat denn den Kids den Umgang mit Computer und Handy beigebracht?

Wie das gehen könnte, ist Gegenstand des Sites www.bildungsstandards.de. Ob Sie einmal darin schnuppern? Dann verabscheuen Sie mich entweder als Wichtigtuer (Siehe Ihr Steckbrief vom 28.6.) oder denken über das Thema Lernen mit zusätzlichen Argumenten nach. (Google gibt dem Site übrigens beim Stichwort "Bildungsstandards" unter 30 000 Fundstellen einen ordentlichen Platz, meistens vor KMK und Bulmahn.)
 

Mit freundlichem Gruß Fritz Nestle
 

Ausgangspunkt des Sites www.bildungsstandards.de ist das Dortmunder Manifest