Noch ein Hinweis für Eltern. Auch Computerspiele
können kognitive Fähigkeiten trainiern. Man sollte sie deshalb
nicht grundsätzlich verdammen. Für Kinder, die das Pech haben,
von desinteressierten Lehrern unterrichtet zu werden, können mit Computerspielen
sogar einen Teil ihres Lernfrusts kompensieren. Es gibt sogar Lehrer, die
ihre Schüler gezielt auf empfehlenswerte Computerspiele (und gute
Lernsoftware) hinweisen.
GEISTIG FIT
Bausteine für mentales Training
Eine Anleitung zur computerunterstützten Steigerung
der
kognitiven Leistungsfähigkeit
Bearbeitung: Prof. Fritz Nestle
Psychologische Beratung: Prof. Dr. E. Schäfer
Buchausgabe
(C) Verlag Harri Deutsch, Thun/Frankfurt 1992/1994
Diskettenausgabe
(C) N-Soft Bildungssoftware, Holzheim 1995
Inhalt
Vorwort
1 Warum mentales Training?
2 Komponenten der menschlichen Intelligenz
2.1 Gibt es einen starren IQ?
2.2 Intelligenzen im Plural
2.3 Kann man Intelligenz lernen?
3 Trainingsmöglichkeiten ohne technische Voraussetzungen
3.1 Trainingsregeln
3.2 Beispiele für Training
4 Trainingsmöglichkeiten mit Hilfe des Computers
4.1 Der Beitrag des Computers: Aufgabenvielfalt und
Rückmeldungen
4.2 Gezielte Steigerung einzelner Fähigkeiten
4.3 Diagnose der Tagesform
5 Beschreibung der Trainingsprogramme
5.1 Installation
5.2 Bedienungshinweise
5.3 Analyse des Lernerfolgs
5.4 Inhalte
- FIT - Baustein 1
- FIT - Baustein 2
- FIT - Baustein 3
- FIT - Baustein 4
- FIT - Baustein 5
6 Ausbau des Trainings
7 Literaturverweise (fehlen)
Die Untersuchung der geistigen Fähigkeiten eines Menschen durch psychologische Tests hat eine lange Tradition. Seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts haben Millionen von Tests zur Berufsfindung und Stellenzuweisung mit Hilfe von psychometrischer (anfangs auch psychotechnischer) Diagnostik dazu beigetragen, daß viele Menschen einen zu ihnen passenden Arbeitsplatz erhielten.
Der Schritt von der Messung des Ist-Zustandes zur Verbesserung des kognitiven Soll-Werts ist ab der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts vermutlich kleiner als wir denken. Nach Aufgabe des rein statischen Begriffs für die Anlagen des Menschen ist es eigentlich verwunderlich, daß das systematische Training der geistigen Anlagen für Schüler und Erwachsene nur gelegentlich aufgenommen wird.
Systematisches Training geistiger Fähigkeiten kann auf verschiedene Weise geschehen, unter anderem mit Hilfe von Neugierde, Dialogen, realistischen Problemstellungen, Ratespielen, Auswendiglernen und Papier-Bleistift-Übungen.
Bei näherer Betrachtung wird schnell klar: Der menschliche Geist zeigt so viele verschiedene Facetten, daß diese Übungsbeispiele nicht ausreichen, ihn erschöpfend zu trainieren. Erst die Leistungsfähigkeit heutiger Computer erlaubt es, Übungsmaterial mit gesteigerter Vielseitigkeit bereitzustellen.
Das Glück wollte es, daß der Didaktiker und Lerntheoretiker Prof. F. Nestle mein Kollege an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg ist. Wir sind in das Gespräch über Kognitionstraining eingetreten. Ein Teilergebnis gemeinsamer Arbeit legen wir heute vor: Fünf Bausteine zum computergestützten mentalen Training. Weitere Bausteine haben die Erprobungsphase erreicht. Sie werden in absehbarer Zeit gleichfalls verfügbar sein.
Im grundsätzlichen Aufbau stimmen die Bausteine überein: Gemeinsames Merkmal ist die Möglichkeit, auf einem einfachen Niveau mit dem Üben zu beginnen. Die Schwierigkeit läßt sich steigern. Der Benutzer kann dazu beim Start der Übung zwei Zahlen eingeben. In Abhängigkeit von diesen zwei Zahlen, den Parametern der Übung, können die Anforderungen in den Übungen so gesteigert werden, daß die Bearbeitung höchste Anspannung - oder systematische Übung - verlangt.
Die Bausteine unterscheiden sich nach Teilbereichen, die aus der Gesamtheit dessen, was unter Intelligenz verstanden wird, unmittelbar angesprochen werden. Zusätzlich spielen natürlich in jedem Fall Stützfunktionen wie etwa die Konzentration eine wichtige Rolle.
Der Computer liefert zwei Arten von Rückmeldungen: Erstens erhält man beim Abschluß einer Übung - oder beim Abbruch - eine Punktzahl, die vom Verhältnis der richtigen Antworten zu den Antwortversuchen und von der aufgewendeten Zeit abhängt. Zweitens kann man ein Profil abrufen, in dem bis zu vierzig vorausgegangene Bearbeitungen gespeichert sind.
Experten waren bei der Überprüfung der vorliegenden FIT-Bausteine verwundert, wie groß die durch Üben erzielten Fortschritte bei ihnen selbst waren. Wie eine gute Gymnastik den ganzen Körper lockert und entspannt, so konnten sie eine Zunahme ihrer geistigen Beweglichkeit bei der Arbeit mit den FIT-Bausteinen beobachten. Sie haben sich bezüglich der Anforderungen des Programms systematisch verbessern können.
So hoffen wir, daß auch Sie durch die Arbeit mit den FIT-Bausteinen
die Grenzen Ihrer geistigen Fähigkeiten erweitern, und wünschen
guten Erfolg beim Training.
Im Februar 1992
E. Schäfer
Wer rastet, rostet.
Sie verstehen Aussagen zu geistigen Fähigkeiten besser, wenn Sie sich Parallelen zu motorischen Fähigkeiten klar machen.
Einige Beispiele dazu:
Kinder üben ihre motorischen Fähigkeiten in zahlreichen, langandauernden Phasen. Sie können dies beim Ballspielen beobachten. Stundenlang beschäftigt sich das Kind mit der gleichen Übung:
- Ball hochwerfen; mit beiden Händen fangen.
- Ball hochwerfen; mit einer Hand fangen.
- Ball dribbeln.
- ...
Im Lauf der Zeit entsteht dabei eine gute Grundkondition. Wenn diese durch Sport auch nach dem Kindesalter weiter erhalten werden soll, ist die wöchentliche oder sogar tägliche Übung unabdingbar. Dabei entsteht ein Sockel zuverlässiger Reaktionsmöglichkeiten. Dieser Sockel kann später höchstens durch die Schwankungen der Tageskondition überlagert werden.
Ohne Sport und Gymnastik hängt die physische Grundkondition von den Zufällen der Forderungen des Alltags ab: Gehen oder Laufen, das Öffnen von Türen, das Einsteigen in ein Fahrzeug sind Beispiele für Situationen, in denen Sie jeden Tag unsystematisch Ihre motorischen Reaktionen üben.
Wenn ein verstauchtes Bein oder ein gebrochener Arm längere Zeit eingegipst war, bedarf es mehrerer Wochen intensiver gymnastischer Übungen, bis die Muskulatur ihre frühere Beweglichkeit und Kraft wieder erreicht hat.
Schon wenige Tage in der Schwerelosigkeit des Weltraums hatten die ersten Astronauten physisch degenerieren lassen. Sogar das Stehen hatten sie verlernt. Heute machen die Raumfahrer geeignete gymnastische Übungen während des Flugs. Mit regelmäßigen, kurzen Übungszeiten können so längere Phasen der Rehabilitation nach dem Flug vermieden werden.
Sicher bezweifeln Sie nicht, daß gute Leistungen im Sport nur durch beständiges Training erreicht werden können. Allgemeine gymnastische Übungen gehören dazu ebenso wie ein spezifisches Training für die gewählte Sportart, ganz gleich, ob es sich um Tennis, Schispringen oder eine weniger spektakuläre Sportart handelt.
Bekanntlich brauchen gute Chirurgen wieder eine Einarbeitungszeit, wenn sie einmal mehr als vierzehn Tage Urlaub gemacht haben. Der Münchner Arbeitsphysiologe Limroth gibt sogar an, daß für manche Tätigkeiten ein langes Wochenende einen Übungsverlust von bis zu 30 % verursachen kann.
Zum Alltag einer Sängerin gehört unverzichtbar die tägliche Stimmschulung von zwei bis drei Stunden Dauer. In gleicher Weise ist der Berufsmusiker zu ausdauernder und regelmäßiger Arbeit an seinem Instrument gezwungen, wenn er seine Spielfähigkeit erhalten will. Auch die Freunde der Hausmusik wissen, daß ohne hinreichende Übung die Freude am Spiel weder beim Spieler selbst noch bei Mitspielern und Zuhörern aufkommen kann.
Es ist merkwürdig, daß bisher nur wenige Menschen wissen oder wahrhaben wollen, daß auch geistige Grundfertigkeiten ohne ständige Wiederauffrischung rasch verkümmern. Erst seit kurzem findet man zaghafte Ansätze, auch in diesem Bereich zu trainieren. Es wächst die Erkenntnis, daß mit gezielter Übung auch die geistigen Fähigkeiten zunehmen und länger erhalten bleiben - und daß Sie ohne Übung verkümmern oder ganz verloren gehen.
Auch hierzu einige Beispiele:
Kürzlich ging das Ergebnis einer Untersuchung von Lehrl (Erlangen) durch die Presse: Während eines Faulenzerurlaubs von nur vierzehn Tagen kann der Intelligenzquotient (IQ) um 10 bis 20 % abnehmen.
In Analogie zum motorischen wird im kognitiven Bereich deutlich, daß reduzierte kognitive Anforderungen durch die Umwelt in gleicher Weise zu einer Reduktion bei der kognitiven Grundkondition führen, wie während des Krankenhausaufenthalts motorische Fähigkeiten verloren gehen.
In der Schule wurde noch vor fünfzig Jahren intensiv an der Verbesserung kognitiver Grundfertigkeiten gearbeitet: Das Kopfrechnen bildete einen festen Bestandteil der täglichen Unterrichtsarbeit. Jede Woche wurde mindestens ein Gedicht oder ein Gesangbuchlied auswendig gelernt. Es gab zwar individuelle Grenzen, die nur mühsam verschoben werden konnten. Aufs Ganze gesehen sind jedoch Routinen vermittelt worden, über deren Zuverlässigkeit wir heute staunen. Alte Leute sind auf diesen Gebieten noch heute den Jungen weit überlegen.
Lange Zeit wurden dann in der Schule Tätigkeiten wie das Lernen von Gedichten oder das Kopfrechnen vernachlässigt. Erst jetzt wird langsam deutlich, daß unter dem Verlust von Grundroutinen gerade die anspruchsvollen geistigen Tätigkeiten besonders leiden. Die Folge sind dann Überforderungen, wenn jene benötigt werden.
Wie bei den körperlichen Funktionen gilt auch hier: Wechselnde Anforderungen in Alltag und Beruf sorgen dafür, daß Ihre fünf Sinne nicht vollständig degenerieren. Trotzdem bleiben die meisten Menschen weit entfernt von den biologischen Grenzen, die ihnen für Aufnahme und Verarbeitung von Information gesetzt sind. Im "Zeitalter der Information", wie die Medien unsere Gegenwart gern nennen, ist dies ein unbefriedigender Zustand.
Wir haben die Erfahrung gemacht, daß schon nach wenigen Tagen gezielten Übens erste Anzeichen verbesserter Kognition sichtbar werden. Die Verbesserung wird innerhalb weniger Wochen stabil. Deshalb wollen wir hier das gezielte Üben in den Vordergrund stellen.
2 Komponenten der menschlichen Intelligenz
Anmerkung: Wie Sie bemerkt haben, sollen hier die Begriffe mental, geistig, kognitiv und intelligent bei allen unterschiedlichen Anklängen gleichbedeutend benützt werden. Bei der Darstellung von Intelligenzquotient und verschiedenen Intelligenzarten gehen wir in voller Absicht pragmatisch vor. Wir wissen natürlich, daß das hypothetische Konstrukt der intellektuellen Ausstattung und ihrer Förderung komplexe Erscheinungen sind.
2.1 Gibt es einen starren IQ?
IQ ist die Abkürzung für den Begriff Intelligenzquotient; er ist eine Zahl, die sich im 0 und 150 Punkten bewegen kann. Diese Extremwerte markieren Schwachsinn und Hochbegabung. Der statistische Durchschnittswert wird - mit einer bestimmten Streuung - bei 100 angesetzt.
Ein IQ eines Menschen wird bestimmt, indem mit ihm ein Intelligenztest durchgeführt wird.
In der Diagnostik werden zwei IQs unterschieden. Am Anfang wurde mit jenem von W. Stern und A. Binet operiert. Bei ihm wurde anhand eines Fragenkatalogs ein Intelligenzalter bestimmt und in das Verhältnis zum Lebensalter gesetzt. Heute ist der sogenannte Abweichungs-IQ, ein Tabellenwert aus der entsprechenden Altersgruppe, üblich.
Ein Intelligenztest ist eine Zusammenstellung verschiedenartiger Aufgaben. In der Regel sind die Aufgaben so konstruiert, daß die Entscheidung über richtig oder falsch problemlos ist.
Standardisiert heißt der Intelligenztest, wenn die in ihm enthaltenen Aufgaben vor der Aufnahme in den Test an vielen hundert Menschen geprüft worden sind. Sie mußten dabei bestimmte Untersuchungsverfahren durchlaufen. Diese Untersuchungsverfahren sollen sicherstellen, daß die Ergebnisse unter ähnlichen Voraussetzungen ähnlich ausfallen. Aus den Untersuchungsergebnissen lassen sich dann die Normtabellen ermitteln. Im Rahmen der Standardisierung wird unter anderem mit statistischen Methoden geprüft, ob Schwankungen der Ergebnisse mit genügender Sicherheit in einem angegebenen Rahmen bleiben.
Es ist eine verführerische Vorstellung, daß die Intelligenzleistung eines Menschen durch eine einzige Zahl beschrieben werden könne. Es gibt Psychologen, die dies mit der Existenz eines "g-Faktors" erklären. Der Engländer Galton (1822 bis 1911) hat diesen Begriff der "general mental ability", also der grundlegenden geistigen Fähigkeiten, in die Diskussion eingebracht. In Tausenden von Versuchen wurden seine Aufgabensammlungen gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts in seinem "anthropometrischen" Laboratorium bearbeitet und verbessert.
Der Franzose Binet (1857 bis 1911) hat zusammen mit Simon (1873 bis 1961) im Auftrag des französischen Kultusministeriums den ersten wirklich praktikablen Test entwickelt. Die Zielsetzung war damals vornehmlich die schnelle Unterscheidung zwischen geistig normal entwickelten Schulkindern und zurückgebliebenen, damit die letzteren gezielt in der Schule gefördert werden konnten. Der Binet-Test ist an der Stanford-Universität weiterentwickelt worden und als Binet-Stanford (oder Stanford-Binet) noch heute in Gebrauch. Zuletzt wurde dieser Test 1972 überarbeitet und verbessert.
Es ist einleuchtend, daß die Angabe der Körpergröße genügt, um die Menschen der Größe nach zu ordnen. Entsprechend reicht die Messung einer einzigen Zahl aus, um die Menschen nach dem Gewicht zu vergleichen. Die Idee, die Menschen in gleicher Weise durch Angabe einer einzigen Zahl, nämlich des IQ, in eine Rangfolge bezüglich ihrer geistigen Fähigkeiten bringen zu können, hat den Anhängern des "g-Faktors" bis heute viele Freunde erhalten. Dies gilt um so mehr, als diese Zahl mit verhältnismäßig geringem Aufwand gefunden werden kann.
Es soll nicht in Zweifel gezogen werden, daß der IQ eine erste, grobe Orientierung erlaubt, wenigstens nicht, solange man diese Zahl nur mit Einschränkungen zur Grundlage der Entscheidung macht:
- Der IQ beschreibt eine aktuelle Kondition zum Zeitpunkt der Messung.
- Eine sichere Prognose für tatsächliche künftige Leistungen
kann aus dem IQ nicht abgeleitet werden.
- Der IQ ist kein unveränderliches Merkmal eines Menschen.
Der letzte Punkt war Anlaß für eine Unzahl von Untersuchungen, die man kurz zusammenfassen kann:
Im Durchschnitt ändert sich der IQ über einen Zeitraum von einem Jahr nicht sehr stark. (Vergl. A. R. Jensen: Bias in Mental Testing, London 1980)
Dieses Ergebnis beruhigt alle, die Entscheidungen auf der Grundlage des IQ treffen, außerordentlich. Wenn viele Entscheidungen dieser Art gefällt werden, ist damit gesichert, daß die Trefferquote verhältnismäßig hoch ist.
Ganz anders sieht die Auseinandersetzung mit dem IQ aus, wenn es sich um einen einzigen Fall, nämlich um Ihren handelt. Dann ist nicht mehr gesichert, daß der Durchschnitt vieler Fälle Fehlentscheidungen ausgleicht. Dann ist es wie beim Blutdruck, der im Lauf eines einzigen Tages zwischen 90:70, 160:100 und 130:80 schwanken kann - gerade wenn Sie gesund sind. Wenn nur einer dieser drei Werte betrachtet wird, kann es Ihnen passieren, daß der Arzt Ihnen ein blutdrucksenkendes oder ein blutdrucksteigerndes Medikament verschreibt, durch das Sie unter Umständen erst krank werden. Es kann auch sein, daß er Ihren Blutdruck für normal erklärt.
Die Betrachtung des Einzelfalls, der von der Statistik überdeckt wird, ist nicht der einzige Einwand, der gegen einen universalen IQ spricht. "Abschied vom IQ" nennt Howard Gardner ein jüngst erschienenes Buch (Klett-Cotta, Stuttgart 1991). Wir wollen im nächsten Abschnitt näher darauf eingehen.
Opposition gegen die Anhänger des "g-Faktors", einer universellen Grundlage der Intelligenz, rühren sich schon seit langem. Gardner versucht, ähnlich wie es L.L.Thurstone 1938 bereits vorgeschlagen hat, an die Stelle einer Gesamtintelligenz verschiedene, unabhängig von einander beobachtbare Intelligenzen zu begründen. Gardner nennt sie linguistische, musikalische, logisch-mathematische, räumliche, körperlich-kinästhetische und personale Intelligenz.
Linguistische Intelligenz. Darunter fällt alles, was mit Sprache zu tun hat: Wortschatz, Grammatik, Stil, ... . Sie brauchen linguistische Intelligenz, um eine Betriebsanleitung zu verstehen. Dann können Sie ohne Angstschweiß die Betriebsanleitung Ihres neuen Computers in die Handgriffe umsetzen, mit denen Sie den Rechner starten. Dann zeigen Sie Ihr Vermögen, Sprache auch dann noch zu verstehen, wenn nicht alles perfekt ausgedrückt ist. Umgekehrt zeigt sich die Intelligenz im Umgang mit Sprache beim Schreiben eines Textes. Sie können den gleichen Sachverhalt sehr verschieden formulieren. Der eine schreibt komplizierte, mehrfach verschachtelte Sätze, die man viele Male lesen muß, ehe man ihren Sinn erfaßt. Der andere bringt die Sache in einfachen Worten auf den Punkt.
Musikalische Intelligenz. Dazu gehört alles, was mit der Wahrnehmung und der Komposition von Tönen zu tun hat. Es ist klar, daß bei Musikern diese Fähigkeit in der Regel überdurchschnittlich entwickelt ist.
Logisch-mathematische Intelligenz. Es gibt viele Menschen, die überzeugt sind, daß ihnen diese Art von Intelligenz fehlt oder daß sie nur schwach ausgebildet ist. Sie sind zunächst nicht in der Lage, eine längere Kette logischer Schlüsse zu verstehen oder im Einklang mit der Logik abzuwandeln. Vielleicht ist die große Zahl solcher Menschen der Grund dafür, daß Defizite der logisch-mathematischen Intelligenz im Alltag viel leichter verziehen werden als zum Beispiel solche im Bereich der linguistischen Intelligenz. Gute Lehrer haben indessen schon eine fast unermeßliche Zahl von Schülern davon überzeugt, daß gerade sie für mathematisches Denken besonders gute Voraussetzungen mitbringen - mit dem Ergebnis, daß Mathematik und logisches Denken von da an besonders Spaß gemacht haben.
Räumliche Intelligenz. Diese hat nach Gardner nichts mit logisch-mathematischer Intelligenz zu tun, obwohl das Zusammentreffen dieser beiden Intelligenzen in einem Menschen die Gesamtleistung steigern kann. Räumliche Intelligenz ist mit Begriffen wie Orientierungsvermögen verbunden. Ein Mensch mit gut entwickelter räumlicher Intelligenz "sieht" Zusammenhänge, die ein anderer mühsam durch Denkoperationen erschließen muß - insofern ist die Trennung von räumlicher Intelligenz und logisch-mathematischer Intelligenz berechtigt. Der Ingenieur, der eine neue Straße in hügeligem Gelände plant, kann in Gedanken auf dieser Straße fahren, noch ehe die erste Schneise für den Bau geschlagen wurde.
Körperlich-kinästhetische Intelligenz. Tänzer oder Sportler benötigen diese Intelligenz in besonderem Maße. Denken Sie zum Beispiel an den Eistanz. Es gibt kaum ein anderes Beispiel, an dem die Perfektion der Bewegung, aber auch der Körperbeherrschung, schöner zum Ausdruck kommt. Aber auch schon in banalen Situationen braucht jeder Mensch ein Mindestmaß an körperlich-kinästhetischer Intelligenz: Ohne solche könnten Sie niemals frei eine Treppe hinuntergehen oder während der Fahrt die Kupplung Ihres Wagens betätigen.
Personale Intelligenz. Darunter wird die Fähigkeit zu sozialem Verhalten, zum guten Kontakt mit den Mitmenschen verstanden. Sie drückt sich dadurch aus, daß Gedanken und Wünsche, Stimmungen und Absichten anderer auch ohne längeren Kontakt erfaßt werden. Vor allem Politiker, aber auch Schauspieler oder Lehrer können ohne soziale Intelligenz nichts Außergewöhnliches leisten.
Die hier aufgeführten Intelligenzen können nicht den Anspruch erheben, die einzig mögliche Beschreibung der geistigen Fähigkeiten eines Menschen zu liefern. In einen solchen Katalog nimmt der eine Forscher mehr, der andere weniger getrennte Kategorien auf. Eine Erklärung, die von allen ohne Einschränkung als richtig angesehen wird, kann es wohl nicht geben. Das grundsätzlich Wichtige an dieser Vorstellung liegt darin, daß es Fähigkeitsbereiche gibt, die voneinander fast vollständig unabhängig sind. Der Nachweis für diese Unabhängigkeit wird von der Gehirnforschung gestützt: Aus der Beobachtung von Menschen mit Hirnschäden kann man in vielen Fällen einen strengen Zusammenhang zwischen der geschädigten Funktion und dem genauen Ort der Schädigung im Gehirn ableiten.
Neben dem stark auf biologisch-physiologischen Fakten beruhenden System der multiplen Intelligenzen, wie es unter anderen von Gardner entwickelt worden ist, gibt es, wie oben schon angedeutet, jenen Ansatz von Thurstone. Er wird unter anderem im Intelligenzstrukturtest von R. Amthauer oder im Begabungstest von W. Horn umgesetzt. Das Amthausersche Verfahren soll hier als Beispiel dienen.
Amthauer war jahrelang an der Personalauswahl für ein großes deutsches Chemiewerk beteiligt. Für die verschiedensten Arbeitsplätze werden jährlich viele Hundert neue Mitarbeiter eingestellt. Da ergibt sich nahezu zwangsweise eine neue Dimension: Die Anforderungen des Arbeitsplatzes. Die Aufgabe heißt also nicht "Wie gut ist der Mitarbeiter?". Es geht vielmehr darum, die Mitarbeiter optimal in Bezug auf die von ihnen geforderte Leistung auszuwählen. Dann ist auf einmal nicht mehr der Mitarbeiter mit dem höchsten IQ für jeden Platz der beste. Es geht vielmehr um die beste Ausprägung der Merkmale, die für eine gegebene Aufgabe im Betrieb erforderlich sind.
Das Ergebnis dieser Arbeit ist der Intelligenz-Struktur-Test (IST, seit 1973 der IST-70), der zwischenzeitlich weit über den ursprünglichen Einsatz bei der Auswahl der Mitarbeiter in einer Chemiefabrik angewendet wird.
Kennzeichen des IST beziehungsweise des IST-70 sind Aufgabenklassen, zu deren Bearbeitung ein möglichst enger Bereich von kognitiven Fähigkeiten erforderlich sein soll. Einige Beispiele:
1. Analogien sollen ergänzt werden:
Ofen verhält sich zu Kühlschrank wie heiß zu ?
Ofen : Kühlschrank = heiß : ?
a) weiß b) groß c) kalt d) quaderförmig
e) glatt
entsprechend
Beine : Flügel = gehen : ?
a) rennen b) laufen c) schwimmen d) fliegen
e) schwirren
Es muß jeweils die passende Alternative gefunden werden.
2. Fortsetzung von Folgen:
Es sollen ein oder mehrere Glieder der angefangenen Folge ergänzt werden:
4, 7, 10, 13, 16, ?
a, b, a, a, bb, a, a, a, ?
3. Wortauswahl
Welches der folgenden fünf Wörter paßt nicht zu den anderen?
a) Wolf b) Hai c) Tiger d) Kuh e) Krokodil
4. Klassenbildung
Ein Oberbegriff ist zu finden:
Dinkel, Gerste, Weizen
oder
Mut, Besonnenheit, Angst
5. Merkfähigkeit
Der Prüfling erhält eine Liste von Wörtern, die er in
einer bestimmten Zeit auswendig lernen soll. Unmittelbar im Anschluß
wird er gefragt, an welche er sich noch erinnert. Dieses Abfragen erfolgt
über Auswahlantworten: "War das Wort, das mit U anfängt
a) ein Nahrungsmittel b) eine Stadt c) eine Pflanze,
d) ein Tier e) ein Werkzeug ?
6. Räumliche Vorstellung
In das Netz eines Würfels werden farbige oder schraffierte Flächen eingetragen, die sich über mehrere Seitenflächen des Würfels erstrecken. Einige Würfel werden im Schrägbild gezeigt; es muß der zum Netz passende Würfel ausgewählt werden.
7. Figurenauswahl
Es werden einige ebene Figuren angeboten, ferner Figurenteile. Es muß herausgefunden werden, welche der Figuren aus den angebotenen Teilen zusammengesetzt werden kann.
8. Satzergänzung
Eine Reihe von Sätzen sind aus vorgegebenen Wörtern zu ergänzen:
Jean-Baptiste Dumas war
a) Schauspieler b) Präsident von Frankreich c) Flieger
d) Chemiker e) Schriftsteller
9. Einfache eingekleidete Rechenaugaben
Ein Paar Turnschuhe kostet 79 DM. Es wird mit einem Hundertmarkschein bezahlt.
Wenn Sie diese konkreten Aufgaben mit den Gardnerschen Intelligenzen vergleichen, werden Sie entdecken, daß zumindest der musikalische, der körperlich-kinästhetische und der personale Anteil der Intelligenz hier nicht abgedeckt ist. Auch die Trainingsbausteine, die wir in Kapitel 5 beschreiben, klammern diese Intelligenzen aus.
Andere Autoren haben Grundelemente der menschlichen Intelligenz noch viel weiter aufgeschlüsselt. Der Psychologe Guilford kam beispielsweise auf 120 verschiedene Komponenten, die für das Verstehen geistiger Prozesse unterschieden werden können.
Je tiefer wir in die Untersuchungen über die Intelligenz eindringen, desto mehr Streitpunkte gibt es. Wir wollen auf diese jetzt nicht weiter eingehen und dafür dort ansetzen, wo ich Steigerungen im Intelligenzpotential erzielen lassen.
2.3 Kann man Intelligenz lernen?
Jean Piaget ist ein weltweit anerkannter Kognitionspsychologe. Seine Leistung besteht darin, aus einer großen Zahl systematischer Versuche Stufen der Entwicklung des Denkens vom Säugling bis zum Erwachsenen herausgearbeitet zu haben. Ziel des Denkens ist nach Piaget, die Welt zu begreifen.
Im Säuglingsstadium ist dieses Begreifen noch wörtlich zu nehmen: Der Säugling greift in gleicher Weise nach der Hand, die in seiner Reichweite ausgestreckt ist, wie nach dem Mond, zu dem er höchstens als erwachsener Astronaut gelangen kann. Piaget spricht vom sensomotorischen Stadium, auf das die Phasen von konkreten und formalen Operationen folgen. Im Stadium der formalen Operationen ist das Denken des Jugendlichen und Erwachsenen erreicht.
Während Piaget stärker in biologischen Schemata denkt und
von einem Reifungsprozeß ausgeht, findet man bei J.S. Bruner ähnliche
Grundüberlegungen. Bruner verzichtet jedoch auf eine Zuordnung zu
bestimmten Lebensaltern, wenn er die Stufen der kognitiven Entwicklung
mit den Begriffen enaktiv, ikonisch und symbolisch umreißt. Unter
enaktiv versteht er dabei den Bereich der konkerten Handlungen, unter ikonisch
den Bezug auf sinnhafte, bildliche Darstellungen, während der Umgang
mit Wissen in symbolischer Darstellung in abstrakter Form in der Vorstellung
des einzelnen Menschen erfolgt. Wir können davon ausgehen, daß
auch andere Forscher zu entsprechenden Beobachtungen gelangen: Die kognitive
Entwicklung beginnt mit dem Greifen im wörtlichen Sinn. Ihre Hochleistungen
erbringt sie in der Abstraktion. Auf allen genannten Stufen erhält
der Mensch Anregungen aus der Umwelt, oder er geht selber auf die Suche
nach Reizen.
Die Wissenschaft vom Lernen hat in jüngster Zukunft von zwei Seiten wichtige Impulse erhalten:
Die Hirnforschung hat eine Fülle von Details über die Zuordnung von einzelnen sprachlichen, logischen, motorischen und musischen Fähigkeiten eines Menschen zu eng begrenzten Bereichen seines Gehirns zusammengetragen.
Gleichfalls von der Hirnforschung wurde entdeckt, daß einige Fähigkeiten nur in einer bestimmten Phase der Entwicklung des Menschen entstehen können, andere während der ganzen Lebenszeit verbessert werden können.
Der finnische Wissenschaftler Kohonen hat im letzten Jahrzehnt (Siehe z.B. Kohonen T, Self-Organization ans Associative Memory, Springer Series in Information Science 8, Heidelberg 1984) mit der von ihm entwickelten Ausgestaltung neuronaler Netze einen Ansatz gefunden, mit dem auf leistungsfähigen Rechnern selbstorganisiertes Lernen simuliert werden kann.
Die Ergebnisse der Hirnforschung führen noch weiter: Wenn Ratten auf die Erfüllung bestimmter Aufgaben trainiert werden, kann man in ihrem Gehirn ein Wachstum des zugeordneten Bereiches feststellen. Bei nicht trainierten Kontrolltieren findet man dieses Wachstum nicht. Der Erfolg des Trainings kann also nicht nur im Versuch beobachtet werden; er ist sogar mit nachweisbaren organischen Veränderungen in der Gehirnmasse verbunden. Wir können diese Erscheinung deuten: Durch Lernen werden die Voraussetzungen des Lernens geändert. Das Gehirn ist kein unveränderlicher mechanischer Apparat.
Kohonen und seine Mitarbeiter haben Simulationen entwickelt, deren Deutung in die gleiche Richtung geht. Eine der einfacheren Versuchsanordnungen bildet einen Ausschnitt aus dem Gehirn einer Fledermaus nach: Fledermäuse stoßen während des Flugs schrille Pfeiftöne aus. Sie orientieren sich bekanntlich, indem sie das Echo dieser Töne auswerten. Man kann am lebenden Tier ebenso wie in der Simulation feststellen, daß ihr Gehirn - beziehungsweise das ihm zugeordnete neuronale Netz - für Töne im Bereich des Echos wesentlich empfindlicher ist als für höhere oder tiefere Töne. In der Simulation kann man in kleinen Schritten verfolgen, wie immer mehr Bilder von Neuronen in einem Prozeß der Selbstorganisation ihre maximale Empfindlichkeit an die Tonhöhe des Echos anpassen.
Eine weitere Parallelität von Gehirntätigkeit und Simulation: Ein Mensch hat durch einen Unfall den Zeigefinger verloren. Der Zeigefinger fällt daher aus, wenn es um Tastreize geht. Ein Teil der verlorenen Empfindungsmöglichkeit wird auf Daumen und Mittelfinger verlagert. Diese Verlagerung kann durch gezielte Übung beschleunigt und vergrößert werden. Sie wird von entsprechenden Veränderungen im Gehirn begleitet: In der Gehirnregion, in der die Tastreize des Zeigefingers früher bearbeitet wurden, bleiben die Reize aus. Die benachbarten Regionen, die für Daumen und Mittelfinger zuständig waren, dehnen sich in den entstandenen Freiraum hinein aus. Das Gehirn schafft sich so eine größere Region zur Verarbeitung der Sinneseindrücke der Nachbarfinger. Eine solche Erweiterung des neuronalen Netzes kann man wieder als Vorgang in der Simulation auf dem Computer beobachten.
Diese Beispiele mögen für eine wichtige Schlußfolgerung genügen: Es gibt deutliche Hinweise, daß Sie die Funktionen Ihres Gehirns durch Übung ebenso verändern können, wie Sie durch "bodybuilding" das Wachstum Ihrer Muskulatur anregen. Sie selbst entscheiden also, ob Sie die Fähigkeiten Ihres Gehirns schlummern lassen oder aber entwickeln wollen. Schon die alten Römer waren sich einig in dem Ziel, daß in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist wohnen sollte. Es liegt ausschließlich an Ihnen, ob Sie dieses Ziel in Angriff nehmen. Auch wenn Sie mit den Unzulänglichkeiten Ihres Körpers kämpfen müssen, haben Sie trotzdem eine Chance, Ihre geistigen Fähigkeiten durch Gehirnjogging zu erweitern.
Es ist nie zu spät, mit dem Training des Gehirns zu beginnen. Freilich sind die Fortschritte in vorgerücktem Alter manchmal mühsamer zu ereichen als in Kindheit oder Jugend. Wenn Sie Kinder haben, müssen Sie darüber nachdenken, welche Anregungen Sie Ihnen vermitteln. In welche Richtung werden sich Ihre Kinder entwickeln, wenn ihre vorrangigen Anregungen vom Fernsehschirm kommen? Bei welchen Anlässen lernen sie Ausdauer und Konzentration auch bei geistigen Tätigkeiten? Wo sind die Situationen, in denen Kooperation statt Konkurrenzdenken sichtbar zum besseren Erfolg führt? Mit welchen Inhalten wird ihr Gedächtnis gefüllt? Wann werden Denkvorgänge so oft gefordert, daß sie zur mühelosen Routine werden? - Fragen dieser Art haben zur Zeit in den Medien keine Konjunktur, obwohl unsere Zukunft sicher in hohem Maß davon abhängt, daß unser Land nicht nur die besten Sportler und faszinierendsten Musiker hervorbringt, sondern auch Leute, die in Politik, Gesellschaft und Technik Neues denken können.
Venezuela hat vor einiger Zeit einen "Minister für die Entwicklung der menschlichen Intelligenz" bestellt, Luis Alberto Machado. Er sagt: Regieren sollte im Lehren von Intelligenz bestehen.
Wir können diesen Abschnitt nicht abschließen, ohne auf eine Streitfrage einzugehen, die unter Psychologen und Lernwissenschaftlern bis heute nicht entschieden ist: Ist Begabung angeboren oder wird sie anerzogen. "Man ist nicht begabt; man wird begabt!" ist die These, die der Psychologe Heinrich Roth in den späten Fünfzigerjahren aufgestellt hat. Über mehr als ein Jahrzehnt hat diese These die bildungspolitische Diskussion beherrscht, bis die Bildungsdiskussion in den Medien durch andere Themen verdrängt wurde. Manche vertraten danach den Standpunkt, daß alle Menschen die gleiche Bildungsfähigkeit besitzen. Andere beharrten darauf, daß die geistige Entwicklung eines Menschen vollkommen durch seine Erbanlagen bestimmt sei.
Wir können diese Streitfrage hier nicht weiter aufgreifen. Wir wissen aber, daß beide Komponenten - die Anlage und ihre Förderung durch Lernen - nötig sind. Wir wissen weiterhin, daß die viele Menschen weit davon entfernt sind, ihr bereits vorhandenes geistiges Potential auszuschöpfen.
Wir hoffen, daß Sie jetzt Lust haben, bei sich selbst mit dem
Training zu beginnen. Für den Erfolg Ihrer Anstrengung kann eine Bemerkung
von Gardner hilfreich sein: Der Versuch, eine beliebige Intelligenz zu
trainieren, wird wahrscheinlich fehlschlagen, wenn die geeignete Motivation
oder genügende Aufmerksamkeit fehlt.
3 Trainingsmöglichkeiten ohne technische Voraussetzungen
Vielleicht haben Sie schon selbst ein eigenes Trainingskonzept für eine sportliche oder musische Tätigkeit entwickelt. Dann brauchen Sie im folgenden nur zu prüfen, ob Ihr Konzept mindestens die aufgeführten Gesichtspunkte berücksichtigt. Andernfalls lohnt es sich, sich mit Trainingsregeln auseinanderzusetzen, die sich sowohl im Sport als auch bei geistigen Tätigkeiten - nicht zuletzt bei der Vorbereitung von Prüfungen - bewährt haben. Damit ist dann auch ein Stück Selbsterkenntnis vorbunden.
In jedem Augenblick prasselt ein dichter Platzregen von Informationen auf Ihre Sinnesorgane. Ein hochwirksames System von Filtern sorgt dafür, daß der größte Teil dieser Informationen sofort aussortiert und nicht weiter verarbeitet wird. Nur ein verschwindend kleiner Teil davon erreicht Ihr Bewußtsein.
Was Ihr Bewußtsein aufnimmt, hängt von Prioritäten ab. Diese können Sie nur zum Teil steuern. Die Reaktion auf lebensbedrohende Reize hat in der Regel Vorrang vor anderen Eindrücken.
Bei einem beginnenden Herzinfarkt wird das Fernsehprogramm oder ein spannendes Buch uninteressant für Sie. Für normale Situationen können Sie jedoch trainieren, was im Mittelpunkt Ihrer Aufmerksamkeit stehen soll. Sie können diese auf äußere Prozesse lenken - oder auf Vorgänge, die in Ihrem Inneren ablaufen. Sie können sich dabei auf einen ganz engen Ausschnitt konzentrieren, oder aber sich einem oberflächlichen Gesamteindruck hingeben. Im Sporttraining nennt man die Beschäftigung mit diesem Phänomen "Aufmerksamkeitsregulation".
Wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit zu stark auf die Details Ihrer augenblicklichen Tätigkeit konzentrieren, geht es Ihnen wie dem Tausendfüßler, der gefragt wurde, wie er seine zahlreichen Beine immer im richtigen Moment an die richtige Stelle setze. Er fing an, darüber nachzudenken, mit dem Ergebnis, daß er plötzlich nicht mehr gehen konnte. Lernen Sie daraus:
Regel 1: Beim Training müssen Sie die optimale Aufmerksamkeit finden,
Zu Beginn einer Trainingsphase ist die optimale Aufmerksamkeit sehr hoch. Gegen Ende läßt sie nach und eine Mechanisierung tritt an ihre Stelle. Aus einem aktiven Bemühen, das Sie voll in Anspruch nimmt, wird eine unbewußt ablaufende Fertigkeit. Das Zusammenspiel von Bremse, Gaspedal und Schaltung beim Autofahren ist ein gutes Beispiel für diese Mechanisierung.
Sie fragen jetzt vielleicht, wie Sie Ihre Aufmerksamkeit einmal über einen weiten Beobachtungsbereich streuen, ein andermal auf ein ganz enges Gebiet konzentrieren können. Letzteres funktioniert nur, wenn Sie sich Rechenschaft über Ihr Vorgehen geben.
Dieses Nachdenken über Ihr Vorgehen gelingt am besten im Trockenkurs: Sie führen Ihre Handlungen nicht aus, sondern Sie stellen sich vor, wie Sie diese Handlungen ausführen wollen oder in einem Trainingsdurchgang schon einmal ausgeführt haben. Dabei drängen sich Gedanken auf, die Sie vom eigentlichen Ziel abgelenkt haben. Viele Prüfungskandidaten berichten, daß sie während der Prüfung auf einmal an die Note gedacht haben, die sie erreichen wollen. Plötzlich hätten sie nicht mehr zügig arbeiten können. In mündlichen Prüfungen kann der Prüfer immer wieder beobachten, daß der Kandidat plötzlich nicht mehr am Gespräch teilnimmt. Nicht immer gelingt es, ihn zurückzuholen.
Die geringsten Probleme dieser Art haben Kandidaten, die sich schon bei der Vorbereitung immer wieder vorgestellt haben, wie sie ihr aktuelles Thema in der Prüfung darlegen. Bei Vorbereitungsgesprächen muß man Sie darauf hinweisen, in der Gruppe Prüfung zu spielen, wenn immer es möglich ist. In der Regel finden sich die Beteiligten nach einem etwas holprigen Beginn schnell in die neue Rolle. Die Hemmungen werden abgebaut. Die Gedanken konzentrieren sich auf das Wesentliche.
Regel 2: Entwickeln Sie eine Vorstellung Ihres Tuns.
Es kann sein, daß Sie zu Beginn eines Trainings sich den Vorgang noch gar nicht vorstellen können. Sie bleiben mit ihren Gedanken nach wenigen Schritten hängen. Was können Sie dagegen tun? Am Anfang der Übung hilft das Selbstgespräch: Sie sagen sich in Gedanken vor, was Sie gerade getan haben, und was Sie als nächsten Schritt tun müssen. Nach wenigen Durchgängen, die Sie mit Ihrem Selbstgespräch begleitet haben, wird Ihnen die Strategie klar, die Sie bei der Erledigung der Aufgabe anwenden. Jetzt gelingt nicht nur die Vorstellung des Ablaufs; bei der Ausführung selbst geben Sie sich einen Befehl nach dem anderen: "Jetzt nimmst Du das Gaspedal zurück; jetzt kuppelst Du aus; jetzt legst Du den nächsten Gang ein, ...". Die Selbstgespräche treten mit zunehmender Übung immer mehr zurück.
Regel 3: Beschreiben Sie Ihr Tun.
Es kommt der Zeitpunkt, in dem Sie die Handlung automatisch, ohne jede Belastung, ausführen. Sie erleben Ihr Tun zielgerichtet, ohne Ablenkung, losgelöst von Ihrer Person: "Es läuft." - Die Sportler haben einen eigenen Namen für diesen Ablauf des Vorgangs, bei dem der Handelnde entspannt und erfolgreich auf den Vorgang konzentriert ist. Sie nennen dieses Gefühl Flow-Erlebnis.
Ziel des Trainings ist die Bewältigung der Aufgabe im Zustand des Flow-Erlebnisses.
Wenn Sie mehr von sich fordern, als Sie bei Ihrem augenblicklichen Trainingszustand erreichen können, erleben Sie sich als Versager. Sie verlieren Mut und Selbstvertrauen. Ein Widerwille gegen die Leistungsforderung stellt sich ein. Ein "Das schaffe ich jetzt wieder nicht"-Gefühl setzt Ihre Leistungsfähigkeit zusätzlich herab.
Auch das Gegenteil ist schädlich. Wenn Sie sich kein Ziel setzen, für das Sie sich anstrengen müssen, fehlt Ihrem Training der "Biß". Einen Fortschritt beim Training erleben Sie in diesem Fall nicht mehr als Erfolg. Eine gewisse Wurstigkeit gegenüber Ihren Fehlern nagt an der Konzentration auf die Erledigung der Aufgabe. Sie bleiben unter Ihren Möglichkeiten.
Zwischen diesen beiden Extremen der Überforderung auf der einen Seite, der Unterforderung auf der anderen Seite, liegt die "Optimale Passung". Wir formulieren dies kurz als 4. Regel:
Regel 4: Streben Sie nach realistischen Teilzielen.
Der Alltag bietet viele Gelegenheiten, kognitive Fähigkeiten zu üben. Nicht immer ist man an der Bushaltestelle, im Wartezimmer des Arztes, in der Kassenschlange im Supermarkt, ... in der Stimmung, mit seinen Mitmenschen ein freundliches Gespräch zu beginnen. Statt dann stumpf vor sich hinzustarren, sollten Sie ganz schnell ein kleines Training beginnen. Vieles läßt sich ohne Papier und Bleistift überall realisieren. Wortketten entwickeln, Buchstaben tauschen, Wortfamilien bilden, Zahlen behalten sind Beispiele für solche Trainingsmöglichkeiten.
Wortketten
Die Wörter sollen sich nur in einem Buchstaben unterscheiden:
Haut, Haus, Maus, Laus, Laut, Last, ... oder
Raste, Ratte, Latte, Lotte, Rotte, Motte, Moste, ... - das letzte Wort
ist vermutlich nicht über die Grenzen Schwabens hinaus bekannt. Für
Miste gilt dies auch. Die Fortsetzung mit Kiste und Kaste kann wieder
auf den Anfang (Raste) zurückgeführt werden, das heißt,
wie haben sogar einen "Ring" gefunden.
Wenn Sie die Kette im Gedächtnis behalten wollen, erfinden Sie am besten eine Geschichte, in der die Wörter in der richtigen Reihenfolge vorkommen: Sie bekam eine Gänsehaut. Da ging Sie ins Haus. Dort sah sie eine Maus. ...
Eine andere Sorte von Wortketten bilden Sie mit zusammengesetzten Hauptwörtern:
Haustüre, Türschloß, Schloßturm, Turmfalke, ...
Besonders kurze Ketten dieser Art sind zum Hausrat und Rathaus, Türschloß
und Schloßtüre, ...
Buchstaben tauschen
Sie fangen mit zwei Buchstaben an. Nehmen wir als Beispiel A und B. Stellen Sie sich nun die beiden "Wörter" vor, die Sie aus den beiden Buchstaben bilden können: "AB" und "BA". Sie merken sofort, daß Sie sich ganz leicht eines der beiden Wörter geschrieben vorstellen können. Anfangs verschwindet meistens jedoch das erste Wort, wenn Sie jetzt auch das zweite sehen wollen. Je nach dem, wie lange Zeit Sie Ihre Vorstellungskraft schon vernachlässigt haben, stellt sich der Erfolg, beide Buchstabenfolgen zusammen zu sehen, schon nach wenigen Sekunden oder erst nach mehreren Tagen ein, in denen Sie sich diese Aufgabe immer wieder erneut vor Ihr inneres Auge führen.
Sobald Sie zuverlässig die beiden Wörter vor sich hinstellen können, steigern Sie die Schwierigkeit: Nehmen Sie ein "A" und zwei "B". Jetzt sind es schon drei Wörter (ABB, BAB, BBA), die Sie erzeugen können. Der weiteren Erschwerung sind keine Grenzen gesetzt - außer bei Ihrem Durchhaltewillen: A, B, C; drei andere Buchstaben, zwei Buchstaben und eine Zahl, ... .Ein noch gut erreichbares Ziel: Sie können sich die vierundzwanzig Wörter, die Sie aus vier verschiedenen Buchstaben zusammenstellen können, noch zusammen vorstellen. (Manche Schachmeister können sich beim Blindschach mehrere Schachpartien im Wechsel vollständig vorstellen! Jede Partie wird durch die Stellung von 32 Figuren auf 64 Feldern beschrieben. Von Zug zu Zug wechseln einzelnen Figuren die Stellung. Diese Fähigkeit entsteht in jahrelanger Übung.Ohne Übung geht sie rasch verloren.)
Wortfamilie
Sie fangen wieder mit einem Wort an, zum Beispiel mit "Fahrt". Jetzt
suchen Sie Wörter, in denen "Fahrt" als Teilwort vorkommt: Hinfahrt,
Rückfahrt, Ausfahrt, Fahrtschreiber, Fahrtenbuch, ... .
Wenn Sie es gern abstrakter haben, suchen Sie nur Wörter, in denen
eine bestimmte Buchstabenfolge vorkommt. Wie wäre es zum Beispiel
mit "ensch"? Den Menschen finden Sie wahrscheinlich ganz schnell. Erst
nach einer Pause geht es dann weiter mit Lampenschirm, Scheibenschießen,
... . Übrigens kommt ensch bis vor dem Wort "Lampenschirm" im Text
außer in Verbindung mit dem Mensch noch fünf weitere Male vor.
Viel Spaß beim Nachprüfen! (Sie könnten die Wörter
Wissenschaft, Wissenschaftler, Lernwissenschaftler, Rechenschaft und Kassenschlange
finden!)
Zahlen behalten
Wie viele Telephonnummern von Freunden oder Geschäftspartnern wissen Sie auswendig? War zum Beispiel die Nummer 374242 oder 423737? Hier ist es gut, wenn Sie zur Kontrolle Bleistift und Papier benützen. Fehlanrufe sind manchmal peinlich.
Beim Zahlengedächtnis unterschieden wir zwischen dem Kurzzeitgedächtnis und dem Langzeitgedächtnis.
Das Kurzzeitgedächtnis können Sie mit der Fibonacci-Kette trainieren: Sie fangen an mit zwei Zahlen zwischen 10 und 99. Addieren Sie die beiden Zahlen. Von jetzt an geht es immer gleich weiter: Addieren Sie die beiden größten Zahlen. Nehmen Sie zum Beispiel 17 und 32 als Startzahlen: 17, 32, 49, 81, 130, 211, ... . Die Zahlen werden schnell größer. Wenn Sie mit der Übung starten, kann es sein, daß Sie nicht einmal die 211 in unserem Beispiel erreichen. Nach einiger Übung verschiebt sich die Grenze in den Bereich sechs- bis siebenstelliger Zahlen. Die letzte Zahl schreiben Sie auf, damit Sie mit dem Taschenrechner kontrollieren können, ob Sie richtig gerechnet haben.
Beim Langzeitgedächtnis müssen Sie anders vorgehen. Bei der Fibbonacci-Kette schadet es nichts, wenn Sie die Zwischenzahlen sofort wieder vergessen. Telephonnummern wollen Sie so lange behalten, bis die Bundespost die Nummer ändert oder der Freund umzieht. Häufig gebrauchte Nummern prägen sich fast von selbst ein, wenn Sie vor jedem Anruf erst Ihr Gedächtnis befragen, ehe Sie nachschlagen und prüfen, ob die Nummer richtig in Ihren grauen Zellen gespeichert war. Selten gebrauchte Nummern müssen Sie mit Individualität versehen, wenn Sie zuverlässig darüber verfügen wollen. Sie können die Ziffern zum Beispiel in Ihrer Vorstellung statt der Knöpfe an einen Mantel des Betreffenden nähen, oder Sie geben der Nummer einen Rhythmus, der zum Besitzer der Nummer paßt.
Die Beispiele zeigen Ihnen, daß Sie auf vielfältige Weise
Ihr Gehirn anregen können. Auf die Dauer dankt es solche Reize dadurch,
daß es immer gern bereit ist, etwas zu tun.
4 Trainingsmöglichkeiten mit Hilfe des Computers
4.1 Der Beitrag des Computers: Aufgabenvielfalt und Rückmeldungen
Leistungssportler lassen sich heutzutage meistens von einem Trainer
betreuen. Der Sportler erwartet von seinem Trainer
- Variation der Trainingsanforderungen,
- Bewertung des Trainingserfolgs,
- psychologische Beratung.
Zu den beiden ersten Erwartungen kann der Computer im Bereich von Kognition und Wahrnehmung in hohem Maß beitragen.
Das Programm muß nicht auf einen Vorrat vorhandener Aufgaben zurückgreifen. Es kann vielmehr bei jedem Aufruf neue Zusammenstellungen erzeugen. Je nach Gebiet sind Hunderte von Milliarden verschiedener Aufgaben möglich. Das Niveau der Anforderungen kann ebenfalls variiert werden. So können Sie sich nach wenigen Versuchen maßgeschneiderte Aufgaben für Ihre persönlichen Bedürfnisse zusammenstellen lassen. Die Schwierigkeit steigern Sie entsprechend Ihren Fortschritten. Die Didaktiker sprechen von "optimaler Passung" der Aufgaben.
Genau so wichtig wie die Variation der Aufgaben ist die rasche Rückmeldung, die der Computer bieten kann. Zu jeder Bearbeitung liefert das Programm eine Punktzahl, aus der Sie den Bearbeitungserfolg entnehmen können. Das Programm kann außerdem Buch führen über die Häufigkeit und die Ergebnisse des Trainings.
Gegenüber dem persönlichen Trainer besitzt der Computer zusätzliche
Vorteile: Sie behalten die Verantwortung für Ihr Lernen. Sie lernen
es, Ihre eigenen Fähigkeiten im stillen Kämmerlein einzuschätzen.
4.2 Gezielte Steigerung einzelner Fähigkeiten
Die kognitiven Anforderungen sind von Beruf zu Beruf verschieden.
Zwei Beispiele:
Apotheker müssen Rezepte lesen können. Die Handschriften der Ärzte entsprechen in der Regel nicht mehr der Normschrift; sie haben sich in eine eigene Kodierung verwandelt. Der Apotheker kann das Rezept nur entziffern, wenn er eine Auswahl von Medikamenten kennt, die grundsätzlich gemeint sein können. Oft wird die endgültige Entscheidung nur dadurch möglich, daß der Apotheker auch den Patienten kennt und aus dieser Kenntnis Rückschlüsse über das verschriebene Medikament ziehen kann. (Manchmal hilft nur der Anruf beim Arzt!)
Beim Mikroskopieren kommt es darauf an, eine bestimmte Figur auch dann noch zu erkennen, wenn Sie gegenüber der Abbildung im Buch gedreht oder gespiegelt ist, oder wenn ein Teil davon durch eine andere Figur überdeckt ist oder Farbabweichungen zeigt. Hier geht es darum, Muster unabhängig von ihrer Lage zu erkennen.
Übungen zur Verbesserung der jeweils erforderlichen Fähigkeiten können entweder auf den Einzelfall abgestimmt sein oder sie können auf abstrakterer Ebene die dahinter liegende Grundfähigkeit im Blickfeld haben. Einen Laboranten wird man nur auf ein konkretes Muster schulen; je breiter der berufliche Einsatz ist, desto allgemeinere Fähigkeiten müssen geübt sein, damit gegebenenfalls auch Unerwartetes wahrgenommen werden kann.
In der gesamten Befindlichkeit Ihrer Person liegen die Gründe dafür,
daß Sie in der einen Situation einen raschen und nahezu unbegrenzten
Leistungszuwachs feststellen können, während es sein kann, daß
Sie in einer anderen Situation schon auf einem verhältnismäßig
niederen Niveau kaum mehr einen Fortschritt bei den Übungen feststellen
können. Es ist wichtig, sich darüber klar zu werden, daß
solche Grenzen existieren, und daß diese von Person zu Person verschieden
sind.
Die Rückmeldungen des Computers sind unbestechlich. Dies ermöglicht es Ihnen, aus den Arbeitsergebnissen auf Ihre Tagesform rückzuschließen.
Wenn das Programm auch ein Profil aufnimmt, das heißt, die Ergebnisse einer größeren Zahl von Bearbeitungen speichert, lassen sich Kurven erkennen. Sie zeigen, welche Fähigkeiten stark von der Tageskondition abhängen und welche stabil sind.
Es kann Tage geben, an denen Ihnen Ihre Arbeit lästig ist. Oft ist dies ein Zeichen dafür, daß Sie nicht Ihre volle Leistungsfähigkeit besitzen. Es kann aber ebenso gut sein, daß Sie nur keine richtige Lust zur Arbeit entwickelt haben.
Wenn Sie an einem solchen Tag eine Übung auswählen, die Sie
bei gleicher Schwierigkeit schon oft bearbeitet haben, dann sehen Sie sofort,
ob Ihr neues Ergebnis nahe bei den bisherigen Erfolgen liegt. Wenn dies
der Fall ist, verfügen Sie über Ihre volle Arbeitsfähigkeit:
Sie müssen "nur" Ihre Unlust überwinden. Falls jedoch Ihr Ergebnis
gegenüber den früheren Bearbeitungen absackt, ist dies ein Alarmzeichen.
Vorausgegangene Erlebnisse oder körperliche Ursachen haben Kräfte
absorbiert, die Sie für die Erledigung Ihrer Arbeit benötigen
würden. Jetzt ist besondere Sorgfalt und Vorsicht geboten, daß
Sie nicht aus Schwäche falsche Entscheidungen treffen oder gar sich
selbst in Gefahr bringen.
5 Beschreibung der Trainingsprogramme
In Kapitel 3 hatten wir Beispiele für Trainingsformen angegeben, bei denen Sie ohne Hilfsmittel arbeiten können. Dem Vorteil, überall verfügbar zu sein, steht als Nachteil gegenüber, daß Sie in der Beurteilung der Effektivität Ihres Trainings keine objektiven Rückmeldungen erhalten. In Kapitel 4 hatten wir dargelegt, daß Sie von Computerprogrammen solche Rückmeldungen fordern können.
Die Nutzung von Programmen ist daran gebunden, daß sie ordnungsgemäß installiert werden, und daß Sie mit der Bedienung klar kommen.
Das Programm ist bestimmt für Rechner, die mit dem Betriebssystem
MS-DOS arbeiten ("IBM-kompatible" Rechner). Wir haben uns bemüht,
Installation und Bedienung so weit wie möglich zu vereinfachen. An
Kenntnissen setzen wir voraus, daß Sie
- mit dem Start Ihres Rechners vertraut sind,
- eine Diskette richtig einlegen können,
- die Eingabetaste (ENTER, RETURN, ...) kennen,
- die Escape-Taste (Eing. lösch) finden und
- einen Befehl aktivieren können, wenn Sie mit einer graphischen
Oberfläche (z.B. WINDOWS) arbeiten.
Sofern Ihr Rechner nur ein 3,5"-Laufwerk besitzt, können Sie Ihre Programmdiskette kostenlos beim Verlag in eine 3,5"-Diskette umtauschen, falls Sie in Ihrer Umgebung keine Kopiermöglichkeit finden.
Wenn Ihr Rechner ein Laufwerk für 5,25"-Diskette besitzt, können Sie die Diskette einlegen, fit1, fit2, ... oder fit5 aufrufen, den Hinweisen auf dem Bildschirm folgen und sofort mit dem Training beginnen. Allerdings müssen Sie bei der Arbeit mit der Diskette damit rechnen, daß nach wenigen Übungsdurchgängen der Rechner streikt, weil die bei den Übungen erzeugten Daten auf der Diskette nicht mehr genügend Platz finden. Außerdem dauert das Speichern der Daten unangenehm lang.
Den ersten Nachteil können Sie beheben, wenn Sie das Programm auf Ihrer Festplatte installieren. Zu diesem Zweck legen Sie die Programmdiskette in das passende Laufwerk und schließen den Schacht wie üblich. Wir haben eine Stapeldatei vorbereitet: Sie tippen
fit
und bestätigen mit der Eingabetaste oder Sie aktivieren die Datei FIT.BAT mit Ihrem Programmanager. Dann leistet die Stapeldatei FIT.BAT das folgende:
- In das Stammverzeichnis des Laufwerks C werden die Dateien FIT1.BAT,
..., FIT5.BAT kopiert. (Sie können damit aus dem Stammverzeichnis
die einzelnen Übungen starten.)
- In C wird ein Unterverzeichnis C:\FIT angelegt.
- In dieses Unterverzeichnis werden alle Programmdateien kopiert. (In
diesem Unterverzeichnis werden auch alle Hilfsdateien, die während
des Programmlaufs entstehen, gespeichert.)
Wenn Sie das Programm auf einer anderen physikalischen oder logischen Platte (zum Beispiel auf einer RAM-Disk) installieren wollen, setzen wir voraus, daß Sie von Ihrem Händler hinreichende Anweisungen bekommen haben. Die RAM-Disk muß mindestens 500 kB fassen.
Wenn Sie auf Festplatte oder RAM-Disk arbeiten, entstehen nur beim Baustein 4 merkbare Wartezeiten.
Auf der 3,5"-Diskette ist genügend Platz frei; Sie können ohne weitere Vorkehrungen mit den Programmen arbeiten.
Falls Sie ausschließlich mit 5,25"-Disketten arbeiten wollen, müssen Sie umkopieren. Dabei ist das folgende Vorgehen am bequemsten:
Sie kopieren die Programmdiskette zwei Mal auf eine neue Diskette (mit dem DOS-Befehl diskcopy). Bei der ersten der beiden Kopien löschen Sie mit
erase fit4*.*
erase fit5*.*
alles, was zu den Bausteinen 4 und 5 gehört.
Entsprechend löschen Sie auf der zweiten Kopie mit
erase fit1*.*
erase fit2*.*
erase fit3*.*
die Dateien zu den Bausteinen 1, 2 und 3. Jetzt ist auf beiden Kopien genügend Platz, um mit den übriggebliebenen Bausteinen zu arbeiten.
Grundsätzlich ist die Bedienung bei allen Bausteinen gleich. Sie starten den Baustein 1 (2, 3, ...) mit
fit1 (Eingabetaste) (fit2, fit3, ...)
Nach dem Einlesen des Programms steht der Schirm mit dem Copyright-Vermerk 8 Sekunden lang, wenn Sie nicht vorher eine Taste drücken.
In den nächsten beiden Schirmen legen Sie durch Wahl der Parameter die Schwierigkeit der Übung fest. Im Anschluß erzeugt das Programm die Übung und liest sie ein. Jetzt beginnt die Bearbeitung der Aufgaben: Sie schreiben Ihren Lösungsversuch auf der Tastatur oder holen sich mit der Funktionstaste F1 die Antwort. Mit den Pfeiltasten zur Steuerung der Schreibmarke ("Cursortasten") können Sie Lücken überspringen. Was im Detail von Ihnen erwartet wird, finden Sie bei den Beschreibungen der einzelnen Bausteine.
Sie können nach beliebig vielen Bearbeitungsschritten mit der Escape-Taste abbrechen. Dann - oder am Ende der Bearbeitung - erscheint die Frage "Wollen Sie aufhören? (J/N)". Sie antworten mit der Taste "j".
Der Rechner bietet Ihnen nun das Endmenü an. Sie können wählen, ob Sie
- Ihre Punktzahl sehen (Aufruf von Score),
- Ihr Leistungsprofil betrachten (Aufruf von Profil),
- eine neue Übung bearbeiten (Aufruf von Neue Übung) oder
- die Arbeit beenden (Aufruf Arbeit beenden) wollen.
Die Teilerfolge - und Mißerfolge - werden über die Score-Liste quantitativ und über das Zeit-Leistungsprofil graphisch qualitativ mit einem Blick erfaßt.
Ein Beispiel für eine Score-Liste
4 5
Versuch 8 8607
3 3 Versuch
10 8224
4 3
Versuch 9 5409
1 5
Versuch 4 5007
4 1
Versuch 6 4188
3 1
Versuch 7 3069
4 3
Versuch 5 2716
2 5
Versuch 3 2524
3 2
Versuch 2 1107
2 5
Versuch 1 1064
Art der Übung Ihre Punktzahl
3 3 Versuch
10 8224
"Art der Übung" zeigt die gewählten Parameter, die die Schwierigkeit der Aufgabe bestimmen. Im Baustein 1 bestimmt zum Beispiel die Wahl des ersten Parameters die Wortlänge, die Wahl des zweiten Parameters die Kodierungstabelle. Im Versuch 10 sind daher vom Bearbeiter vierstellige Zahlen dekodiert worden Die zugehörige Wahl des Wertes des ersten Parameters ist 3. Nach der Kodierungstabelle sind die Ziffern durch getrennte, wenig gebräuchliche Zeichen ersetzt worden. Der Parameter für die Wahl dieser Kodierungstabelle ist gleichfalls 3.
Der Bearbeiter mit der oben angegebenen Scoreliste hat unsystematisch
gearbeitet. Sein letztes Ergebnis zeigt, daß er ab dem Niveau 3 -
3 systematisch weiterüben sollte.
Das Zeit-Leistungs-Profil zeigt deutlicher den Trend der Entwicklung. Die Schwankungen der Tageskondition sind diesem Trend überlagert. Das Beispiel zeigt eine mehrfache Wiederholung auf dem gleichen Niveau:
Maximum: 7 362 Punkte
*
* * * * * * *
* * * *
*
*
*
* *
*
*
* *
*
-----------------------------------------------------------------
Auf dem Bildschirm erscheinen Punkte oberhalb der 80%-Grenze hell leuchtend beziehungsweise farbig.
Wenn Sie wollen, daß die Scoreliste neu aufgebaut wird, können Sie die alte Scoreliste mit
erase fit1sc.ore (fit2sc.ore, ...)
löschen.
In der gleichen Weise können Sie mit
erase fit1pro.fil (fit2pro.fil, ...)
ein neues Profil beginnen.
Auf der neuen Programmdiskette fehlen die entsprechenden Listen; sie werden erst bei der Benützung des Programms aufgebaut.
Beim Training mit den FIT-Bausteinen erleben Sie verschiedene Stufen des Erfolgs.
Bei den ersten drei bis vier Durchgängen sind Sie mit dem Grundprogramm selbst noch nicht vertraut. Zwar zeigt Ihnen der Bildschirm stets, was für Tätigkeiten in der aktuellen Phase möglich sind. Erfahrungsgemäß liest jedoch der Benutzer nur einen kleinen Teil der auf dem Schirm dargestellten Informationen. Dann kann es passieren, daß er hängen bleibt. Bei vielen Nutzern von Programmen kann man dies beobachten.
Da wird zum Beispiel gefragt:
"Könnte ich jetzt die Übung abbrechen?",
obwohl in der dritten Kopfzeile der Hinweis
"Beenden : Esc-Taste" steht.
Unsicherheiten wie die geschilderte sind zu Beginn nicht zu vermeiden. Sie kosten Zeit, die auf dem Punktekonto negativ zu Buche schlägt. Nach kurzer Gewöhnung fallen die davon herrührenden Minuspunkte weg mit dem Ergebnis, daß Sie einen ersten Anstieg der Punktzahl erleben.
Eine zweite Schwelle haben Sie überwunden, wenn Sie mit der inhaltlichen Aufgabenstellung eines gewählten Bausteins vertraut geworden sind. Wir haben viel Mühe aufgewendet, um die von Ihnen vom Programm geforderten Reaktionen kurz und einfach zu beschreiben. Auch hier bestätigt sich indessen die allgemeine Grundregel, daß Aufgabentexte gar nicht oder nur unvollständig gelesen werden. Die daraus resultierenden Fehleingaben nagen gleichfalls an den Punktzahlen. Mit dieser Beeinträchtigung Ihres Erfolgs müssen Sie bei jedem Baustein von neuem rechnen. Drei bis vier Durchgänge genügen auch hier, um mit der Aufgabe vertraut zu werden.
Nach diesen Startschwierigkeiten spiegeln die erreichten Punktzahlen
Ihren Übungsstand im großen und ganzen richtig wieder. Abweichungen
haben in der Regel drei mögliche Ursachen:
- Sie verharren zu lang in einer einfachen Übungsform. Je anspruchsvoller
das von Ihnen gewählte Niveau ist, desto höher ist die erreichbare
Höchstpunktzahl.
- Sie wechseln zu rasch in ein schwieriges Niveau. Jetzt fehlen Ihnen
die Strategien zur zügigen Bearbeitung der Aufgabe.
- Sie wechseln Ihre Strategie. Dies kann zu einem Sprung nach unten
oder oben führen.
- Ihre Tageskondition schwankt. In Kapitel 4.3 haben wir erörtert,
daß Sie umgekehrt aus Schwankungen der Punktzahl Rückschlüsse
auf Ihre Tageskondition ziehen können. Ich selbst habe schon euphorische
Tage mit Flow erlebt, an denen ich ohne jede Analyse die richtige Einsetzung
sofort "gesehen" habe, - und solche, an denen ich mühsam Zeichen für
Zeichen prüfen mußte.
5.4 Inhalte
- FIT - Baustein 1 : Dekodieren
Das Entschlüsseln von Schreibfiguren, die aus anderen als den gewohnten Zeichen zusammengesetzt sind, ist eine Grundkomponente der menschlichen Intelligenz. Man wird dabei gezwungen, wohlbekannte Objekte in der gewählten Verkleidung (Kodierung, Verschlüsselung) wieder zu erkennen.
Solche Kodierungs- und Dekodierungsvorgänge spielen auch bei Identifizierung
und Klassenbildung, also bei Abstraktionen, eine wichtige Rolle.
Aufgabe
Sie sollen verschlüsselte Zahlen in die vertraute Form zurückübersetzen.
Die Ziffern, mit denen Sie die Zahlen üblicherweise schreiben, sind durch andere Zeichen ersetzt worden. Durch diese Verschlüsselung oder Kodierung haben Sie zu Beginn der Arbeit Mühe, die richtigen Zahlen zu erkennen. Mit zunehmender Übung fällt Ihnen die Aufgabe immer leichter.
Sie können die Schwierigkeit der Aufgabe auf zwei verschiedene Arten vergrößern:
- Je mehr Ziffern die Zahlen haben, desto schwieriger wird
die Bearbeitung. Wenn außerdem gerechnet werden muß, steigt
die Schwierigkeit nochmals.
- Je ferner die Kodierung der üblichen Ziffernschreibweise
ist, desto schwieriger ist die Dekodierung.
Im FIT-Baustein 1 haben Sie fünf Möglichkeiten, durch Wahl der Stellenzahl oder durch die zusätzliche Forderung nach der Lösung von Rechenaufgaben die Schwierigkeit zu erhöhen:
1. Sie müssen zweistellige Zahlen in die Normalform zurückübersetzen.
2. Dekodierung von dreistelligen Zahlen.
3. Dekodierung von vierstelligen Zahlen.
4. Rechnen mit einstelligen, verschlüsselten Zahlen.
5. Rechnen mit zweistelligen, verschlüsselten Zahlen.
Im FIT-Baustein 1 haben Sie ferner fünf Möglichkeiten, durch Wahl einer entsprechenden Kodierungstabelle die Schwierigkeit zu erhöhen:
1. Die Ziffern werden durch Kleinbuchstaben in der natürlichen Ordnung ersetzt.
2. Für die Ziffern werden teils Kleinbuchstaben, teils Großbuchstaben verwendet.
3. Anstelle der Ziffern werden Zeichen benützt, die Sie normalerweise nicht verwenden. Die Zeichen können jedoch gut voneinander unterschieden werden.
4. Wie bei (3); es werden jedoch statt der Ziffern Zeichen benützt, die sich für das Auge zu neuen Formen zusammenschließen. Außerdem wird die Reihenfolge im Schlüssel zufällig verändert.
5. Die Zahlen werden mit den klassischen Ziffern geschrieben. Deren Bedeutung wird indessen gegenüber dem normalen Gebrauch verändert.
Wenn Sie die Kodierungstabelle auswendig lernen und danach ohne Benützung der Tabelle die Entschlüsselung vornehmen, steigt der Anspruch nochmals außerordentlich.
Wie die Aufgabe ausformuliert aussieht, finden Sie auf den im folgenden wiedergegebenen Bildschirmausschnitten:
Auswahl der Stellenzahl
Wie viele Stellen sollen kodiert werden?
Zwei Stellen
1
Drei Stellen
2
Vier Stellen
3
Rechnen mit einstelligen Zahlen 4
Rechnen mit zweistelligen Zahlen 5
Bitte wählen Sie von 1 bis 5: 1
Voreingestellt ist 1, also das Dekodieren von zweistelligen Zahlen.
Auswahl der Verfremdung, das heißt, Festlegung der Kodierungstabelle
Wie sehr soll verfremdet werden?
Kaum
1
Wenig
2
Mittel
3
Stark
4
Sehr stark
5
Bitte wählen Sie von 1 bis 5: 1
Voreinstellung ist 1; die Verfremdung besteht darin, daß die Ziffern, wie oben erläutert, durch Kleinbuchstaben in der natürlichen Ordnung ersetzt worden sind.
In der einfachsten Option (zweistellige Zahlen; kaum verfremdet) erwartet Sie der folgende Bildschirm:
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Ziffern werden durch Zeichen kodiert. Wie heißt die Zahl?
Die Ziffer
0 1 2 3 4 5
6 7 8 9
wird ersetzt durch a
b c d e f g
h i j
Block 1:
dj __
bb __
gb __
bf __
di __
Die erste Lücke des ersten Blocks ist "aktiv", das heißt, wenn Sie eine Einsetzung vornehmen, erscheinen dort Ihre Eingaben. Die übrigen Lücken sind passiv. Sie könnten mit der Taste, mit der Sie sonst die Schreibmarke nach rechts bewegen, die nächste Lücke aktivieren. (Dann würde die erste Lücke passiv.)
Aus der Kodierungstabelle entnehmen wir, daß d aus der Ziffer 3, j aus der Ziffer 9 hervorgegangen ist. Das Ergebnis der Rückübersetzung ist daher 39. Sie tippen auf der Tastatur 39. Dann springt das Programm in die nächste Zeile und aktiviert die Lücke bei bb
Andere Eingaben nimmt das Programm mit vier Ausnahmen nicht an:
1. Wenn Sie die Funktionstaste F1 drücken, erscheint die Ziffer
3, bei erneutem Drücken erscheint die Ziffer 9. Sie können also
stets die Antwort vom Programm geben lassen.
2. Wenn Sie die Escape-Taste drücken, erscheint ein Fenster mit
der Frage "Wollen Sie aufhören? (J/N)". Wenn Sie "j" tippen, erscheint
das Endmenü. Bei "n" verschwindet das Fenster wieder, und Sie können
an der obersten, nicht bearbeiteten Stelle weitermachen.
3. Sie drücken die Pfeiltaste -->. Dann wird die erste Lücke
passiv und die zweite Lücke wird aktiv.
4. Sie drücken die Pfeiltaste <--. Beim momentanen Stand geschicht
nichts. Wenn Sie vorher eine nachfolgende Lücke aktiviert hätten,
würde die aktive Lücke um eine in Richtung Textanfang zurückrücken.
Die nächsten Bildschirme zeigen die Aufgabe in schwierigeren Bearbeitungsoptionen:
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Ziffern werden durch Zeichen kodiert. Wie heißt die Zahl?
Die Ziffer
0 1 2 3 4 5
6 7 8 9
wird ersetzt durch -
+ - ¥ ¢ -
+ + + +
Block 1:
+- __
++ __
++ __
++ __
¢- __
Die Dekodierung ist schwieriger geworden. Die verwendeten Zeichen sind nicht mehr so vertraut; ihre Unterschiede werden zum Teil nicht mehr im ersten Anlauf erkannt.
In die aktive Lücke müßte als Übersetzung der ersten Zahl 92 eingetragen werden. Die Tastatur ist wieder für andere Eingaben als "9", F1, Esc, --> oder <-- gesperrt.
Auf zwei weiteren Bildschirmen sehen Sie im folgenden, wie die schwierigeren Aufgaben aussehen:
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Ziffern werden durch Zeichen kodiert. Wie heißt die Zahl?
Die Ziffer
0 9 4 3 5 1
2 7 6 8
wird ersetzt durch +
+ + ¥ + -
+ - ¢ -
Block 1:
- + ¢ = __
+ + ¥ = __
¢ + - = __
- + - = __
- + + = __
Hier sind für die Kodierung die gleichen Zeichen wie im Schirm vorher verwendet worden. Die Kodierungstabelle ist jedoch nicht mehr in der natürlichen Reihenfolge der Ziffern angeordnet. Außerdem muß jetzt vor der Dekodierung gerechnet werden. In die aktive Lücke gehört die Zahl 13.
Der nächste Schirm ist auf die perfekte Verwirrung angelegt. Die
Kodierungstabelle ist wie vorher nicht mehr in der natürlichen Reihenfolge
der Ziffern angeordnet. Die Bedeutungen der Ziffern sind zusätzlich
untereinander vertauscht worden. Vor der Antwort ist jetzt ein mehrfaches
Umdenken erforderlich.
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Ziffern werden durch Zeichen kodiert. Wie heißt die Zahl?
Die Ziffer
1 5 3 7 4 2
6 0 8 9
wird ersetzt durch 5
2 7 0 3 4 6
1 8 9
Block 1:
1 + 9 = __
2 + 9 = __
6 + 7 = __
3 + 7 = __
0 + 3 = __
Die richtige Einsetzung in der aktiven Lücke heißt "9". (Wenn
Sie auf eine andere Antwort kommen, haben Sie vermutlich bei dieser Kodierungstabelle
die Richtung der Dekodierung umgekehrt. Prüfen Sie in diesem Fall
nochmals Ihr Vorgehen mit einer der anderen Kodierungstabellen und gehen
Sie dann analog vor.)
- FIT - Baustein 2 : Umkehr der Leserichtung
Viele menschliche Handlungen sind gerichtet. Ohne Übung macht es große Mühe, die ganze Handlung oder Teile davon umzukehren. Mit einiger Übung erreicht man einen Zustand, in dem man situationsgebunden eine Abweichung von der üblichen Richtung gar nicht mehr registriert. Viele Lehrer lesen zum Beispiel auf dem Kopf stehende Schrift genau so flüssig wie solche in der gewohnten Form.
Das Lesen von Wörtern, die in umgekehrter Reihenfolge der Buchstaben
aufgeschrieben sind, dient dem Aufbrechen einer solchen gerichteten Handlung.
Eine Erschwerung der Aufgabe besteht darin, eine derartige Buchstabenfolge
auch dann noch zu erkennen, wenn sie in einer sinnlosen Folge von Zeichen
versteckt wird.
Aufgabe
Sie sollen vorgegebene Wörter oder Zeichenfolgen erkennen, wenn
die Zeichen in der umgekehrten Reihenfolge aufgeschrieben sind.
Sie können die Schwierigkeit der Aufgabe auf zwei verschiedene Arten vergrößern:
- Je mehr Buchstaben die Wörter oder Zeichenfolgen
haben, die Sie in umgekehrter Leserichtung erkennen sollen, desto schwieriger
wird das Erkennen des Worts. Zeichenfolgen wie "ie" und "ei" machen dabei
besondere Mühe. Besonders schwierig wird es, wenn Sie anstelle von
Wörtern sinnlose Zeichenfolgen aufsuchen.
- Wenn die Zeichenfolge "verrauscht", das heißt,
in eine Folge sinnloser Zeichen eingebettet wird, kann das Auffinden der
gesuchten Zeichenfolge zusätzlich erschwert werden.
Im FIT-Baustein 2 haben Sie fünf Möglichkeiten, durch Wahl der Länge der Wörter oder durch Übergang zu bedeutungslosen Zeichenfolgen die Schwierigkeit zu erhöhen:
1. Wörter mit vier Buchstaben müssen in umgekehrter Leserichtung
erkannt werden.
2. Wörter mit fünf Buchstaben müssen in umgekehrter
Leserichtung erkannt werden.
3. Wörter mit sechs Buchstaben müssen in umgekehrter Leserichtung
erkannt werden.
4. Sinnlose Zeichenfolgen aus vier Buchstaben müssen in umgekehrter
Leserichtung erkannt werden.
5. Sinnlose Zeichenfolgen aus fünf Buchstaben müssen in umgekehrter
Leserichtung erkannt werden.
Im FIT-Baustein 2 haben Sie ferner fünf Möglichkeiten, durch Wahl einer entsprechenden Kodierungstabelle die Schwierigkeit zu erhöhen:
1. Die Buchstaben, aus denen die Wörter gebildet sind, stehen in
umgekehrter Reihenfolge da.
2. Die Buchstaben, aus denen die Wörter gebildet sind, sind an
zufälliger Stelle in eine Kette von sechs zufälligen Zeichen
eingebettet worden.
3. Die Buchstaben, aus denen die Wörter gebildet sind, sind an
zufälliger Stelle in eine Kette von fünfzehn zufälligen
Zeichen eingebettet worden.
4. Die Buchstaben, aus denen die Wörter gebildet sind, sind an
zufälliger Stelle in eine Kette von fünfundzwanzig zufälligen
Zeichen eingebettet worden.
5. Die Buchstaben, aus denen die Wörter gebildet sind, sind an
zufälliger Stelle in eine Kette von fünfundzwanzig zufälligen
Zeichen eingebettet worden. Dabei werden zufällig Groß- und
Kleinbuchstaben geschrieben.
Wenn Sie die vorgegebenen Wörter nicht lesen, steigt der Anspruch nochmals. In seltenen Fällen kann die Aufgabe dann mehrdeutig werden, wenn nämlich in der Zufallskette ein zusätzliches Wort mit der gesuchten Zahl von Buchstaben entsteht. Dies wird vom Programm nicht abgefangen.
Wie die Aufgabe ausformuliert aussieht, finden Sie auf den im folgenden wiedergegebenen Bildschirmausschnitten:
Auswahl der Wortlänge
Wie lang sollen die Wörter sein?
Wörter mit vier Buchstaben
1
Wörter mit fünf Buchstaben
2
Wörter mit sechs Buchstaben
3
Zeichenfolgen mit drei Buchstaben 4
Zeichenfolgen mit vier Buchstaben 5
Bitte wählen Sie von 1 bis 5: 1
Voreingestellt ist 1, also das Aufsuchen von Wörtern mit vier Buchstaben.
Auswahl der Verfremdung, das heißt, Festlegung der Verrauschung
Wie sehr soll verfremdet werden?
Kaum
1
Wenig
2
Etwas mehr
3
Stark
4
Sehr stark
5
Bitte wählen Sie von 1 bis 5: 1
Voreinstellung ist 1. Die Wörter sind ohne zusätzliche Erschwerung von hinten nach vorn aufgeschrieben.
In der einfachsten Option (Wörter mit vier Buchstaben in umgekehrter Reihenfolge) erwartet Sie der folgende Bildschirm:
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Gegeben sind die folgenden zwanzig Zeichenfolgen:
bart rand wand
land burg
haus hand hund
hemd saal
sarg ader zelt
welt wirt
wort salz sohn
lohn fund
In jeder Zeile steht eines dieser Wörter, von hinten nach vorn
zu lesen.
Schreiben Sie das Wort - mit Kleinbuchstaben - in das aktive Feld.
Block 1:
laas ____
reda ____
gras ____
nhol ____
dnuf ____
Die erste Lücke des ersten Blocks ist "aktiv", das heißt, wenn Sie eine Einsetzung vornehmen, erscheinen dort Ihre Eingaben. Die übrigen Lücken sind passiv. Sie könnten mit der Taste, mit der Sie sonst die Schreibmarke nach rechts bewegen, die nächste Lücke aktivieren. (Dann würde die erste Lücke passiv.)
Vermutlich macht es Ihnen keine nennenswerte Mühe, das ursprüngliche Wort "saal" (mit Kleinbuchstaben geschrieben) zu finden.
Die erste Eingabe muß der Buchstabe "s" sein. Andere Eingaben nimmt das Programm mit vier Ausnahmen nicht an:
1. Wenn Sie die Funktionstaste F1 drücken, erscheint der Buchstabe
s, bei erneutem Drücken der Buchstabe a, ... .
2. Wenn Sie die Escape-Taste drücken, erscheint ein Fenster mit
der Frage "Wollen Sie aufhören? (J/N)". Wenn Sie "j" tippen, erscheint
das Endmenü. Bei "n" verschwindet das Fenster wieder, und Sie können
an der aktuellen Stelle weiterarbeiten.
3. Sie drücken die Pfeiltaste -->. Dann wird die erste Lücke
passiv und die zweite Lücke wird aktiv.
4. Sie drücken die Pfeiltaste <--. Beim momentanen Stand geschicht
nichts. Wenn Sie vorher eine nachfolgende Lücke aktiviert hätten,
würde die aktive Lücke um eine in Richtung Textanfang zurückrücken.
Die nächsten Bildschirme zeigen die Aufgabe in schwierigeren Bearbeitungsoptionen:
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Gegeben sind die folgenden zwanzig Zeichenfolgen:
bart rand wand
land burg
haus hand hund
hemd saal
sarg ader zelt
welt wirt
wort salz sohn
lohn fund
In jeder Zeile steht eines dieser Wörter, von hinten nach vorn
zu lesen.
Schreiben Sie das Wort - mit Kleinbuchstaben - in das aktive Feld.
Block 1:
rwastlaasu ____
utwqredarg ____
zvügraskcl ____
anholalpek ____
randnufjxa ____
Die Wörter sind jetzt nicht mehr so leicht zu finden. Beim Beginn der Übung sucht das Auge mühsam einen Anfang. Nach einigen Wiederholungen der Übung - jedes Mal natürlich mit einer neuen Auswahl von Wörtern - müssen Sie nur noch in seltenen Fällen suchen, weil das versteckte Wort Ihnen unmittelbar "ins Auge springt".
In die aktive Lücke müßte nochmals "saal" eingetragen werden. Die Tastatur ist wieder für andere Eingaben als "s", F1, Esc, --> oder <-- für das erste Zeichen gesperrt.
Auf zwei weiteren Bildschirmen sehen Sie im folgenden, wie die schwierigeren Aufgaben aussehen:
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Gegeben sind die folgenden zwanzig Zeichenfolgen:
tisch musik stuhl
stamm liste
stein regen sturm
hecke wanze
alter sonne wolke
salat amsel
suppe radau apfel
grube marke
In jeder Zeile steht eines dieser Wörter, von hinten nach vorn
zu lesen.
Schreiben Sie das Wort - mit Kleinbuchstaben - in das aktive Feld.
Block 1:
arlhitodjfhraeppustakkflö ____
swmdlasmxpsüwvfldhcsitwat ____
egflefpaprmgkslimacfwnljd ____
gpsrvkdfwnbretlafdzvfdogs ____
bzrtgfvlswnegerufdkcaälhy ____
Hier sind Wörter mit fünf Buchstaben in Ketten mit 25 anderen Buchstaben versteckt. In die aktive Lücke müssen Sie in diesem Beispiel das Wort "suppe" schreiben.
Der nächste Schirm zeigt eine Aufgabe, die höchste Konzentration
und ein gutes Kurzzeitgedächtnis erfordert: Sinnlose Zeichenfolgen
mit vier Buchstaben sind in fünfzehn weiteren Buchstaben versteckt.
Der Wechsel zwischen Großbuchstaben und Kleinbuchstaben verstärkt
die ohnehin gute Tarnung der richtigen Einsetzung nochmals. Guter Erfolg
in dieser Übung stellt sich bei den meisten Bearbeitern erst nach
einer längeren Übungszeit ein.
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Gegeben sind die folgenden zwanzig Zeichenfolgen:
jgrU gwlf
kAds XKds cFgl
dbäk tspr
hoQw öswe
srÖg
ikdf bxpb
dIdj mfte plfD
rpFw düSf
rhgl aaDc qfhr
In jeder Zeile steht eines dieser Wörter, von hinten nach vorn
zu lesen.
Schreiben Sie das Wort - mit Kleinbuchstaben - in das aktive Feld.
Block 1:
flrEkjvlDWlgHrpbSo ____
fRbpxBwpvjksmRsGüq ____
SchezkÄbdlTFiyldRö ____
glmWfprxwqOgnCdtlb ____
pQlsabBfpüdkrmsDkx ____
Die richtige Einsetzung in der aktiven Lücke heißt "rhgl".
Ohne Übung finden Sie das Wort nur durch eine langdauernde Such- und
Vergleichsaktion. Bis Sie diese Aufgabe als Flow erleben, vergeht einige
Zeit systematischer Übung.
Vieles besitzt eine natürliche Ordnung. Im Alltag ist es häufig nötig, eine solche Ordnung wiederherzustellen, wenn sie durch irgend welche Umstände zerstört worden ist. Die Schwierigkeit des Ordnens spricht schon Goethe an, wenn er im Faust sagen läßt: "Du hast die Teile in der Hand - fehlt leider nur das geistige Band!",
Eine Vorstufe des Ordnens ist die richtige Zuordnung von Objekt und Platz in der Ordnung. Um derartige Zuordnungen geht es in Baustein 3.
Aufgabe
Die Wörter eines Textes sind zufällig durcheinander gebracht
worden. Sie sollen durch Nummern ihre Stellung im ursprünglichen Text
angeben.
Sie können die Schwierigkeit der Aufgabe auf zwei verschiedene Arten vergrößern:
- Je mehr Wörter der Text hat, desto schwieriger wird
das Erkennen der Reihenfolge.
- Wenn die Wörter "verrauscht", das heißt,
in eine Folge sinnloser Zeichen eingebettet werden, kann das Auffinden
der gesuchten Reihenfolge zusätzlich erschwert werden.
Im FIT-Baustein 3 haben Sie drei Möglichkeiten, durch Wahl der Länge des Textes die Schwierigkeit zu erhöhen:
1. Sätze mit fünf Wörtern.
2. Sätze mit zehn Wörtern.
3. Sätze mit fünfzehn Wörtern.
Im FIT-Baustein 3 haben Sie ferner vier Möglichkeiten, durch "Verrauschen" der ursprünglichen Wörter die Schwierigkeit zu erhöhen:
1. Die Wörter des Textes werden zufällig gemischt, aber nicht
versteckt.
2. Die Wörter des Textes werden zufällig gemischt. Anschließend
wird das Wortbild durch Einfügen von Pluszeichen gestört.
3. Die Wörter des Textes werden zufällig gemischt. Anschließend
wird das Wortbild durch Einfügen von zufällig ausgewählten
Zeichen gestört.
4. Die Wörter des Textes werden zufällig gemischt. Anschließend
wird das Wortbild dadurch gestört, daß zwischen je zwei Buchstaben
die Wörter buchstabenweise in anderer Reihenfolge eingefügt werden.
Die meisten Bearbeiter fahren zunächst die Wörter auf dem Schirm mit dem Finger nach. Die Bearbeitung ist wesentlich anspruchsvoller - und nach einiger Übung auch schneller - wenn Sie die Zuordnungen nur mit den Augen vornehmen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Wörter zuerst aus den ungültigen Zeichen isoliert werden müssen.
Die Texte, deren Wörter in Zufallsordnung angeboten werden, sind so gewählt, daß sie eine autosuggestive Wirkung ausüben können.
Wie die Aufgabe ausformuliert aussieht, finden Sie auf den im folgenden wiedergegebenen Bildschirmausschnitten:
Auswahl der Textlänge
Wie viele Wörter soll der Text haben?
Fünf Wörter
1
Zehn Wörter
2
Fünfzehn Wörter
3
Bitte wählen Sie von 1 bis 3: 1
Voreingestellt ist 1, also das Ordnen von Texten mit fünf Wörtern
Auswahl der Verfremdung, das heißt, Festlegung der Verrauschung
Wie sehr soll verfremdet werden?
Wenig
1
Ein bißchen
2
Stark
3
Sehr stark
4
Bitte wählen Sie von 1 bis 4: 1
Voreinstellung ist 1. Die Wörter sind ohne zusätzliche Erschwerung durcheinandergeschüttelt worden.
In der einfachsten Option (Texte mit fünf Wörtern ohne störende zusätzliche Zeichen) erwartet Sie der folgende Bildschirm:
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Originaltext: +-------------------------------------------+
¦ Aller Anfang ist stets schwer.
¦
+-------------------------------------------+
Die Wörter
dieses Textes werden jetzt zufällig gemischt.
Erschwerung:
Die Wörter werden zusätzlich versteckt.
ist stets Aller Anfang
schwer
Aufgabe: Numerieren Sie in Gedanken
die Wörter im Originaltext.
Schreiben Sie die Nummern in der neuen Reihenfolge.
__ __ __ __ __
Die erste Lücke ist "aktiv", das heißt, wenn Sie eine Einsetzung vornehmen, erscheinen dort Ihre Eingaben. Die übrigen Lücken sind passiv. Sie könnten mit der Taste, mit der Sie sonst die Schreibmarke nach rechts bewegen, die nächste Lücke aktivieren. (Dann würde die erste Lücke passiv.)
"ist" war im Originaltext das dritte Wort. Als erstes muß also hier die Nummer "3" eingetragen werden. Andere Eingaben nimmt das Programm mit vier Ausnahmen nicht an:
1. Wenn Sie die Funktionstaste F1 drücken, erscheint die Ziffer
3, bei erneutem Drücken erscheint in der nächsten Lücke
die Ziffer 4.
2. Wenn Sie die Escape-Taste drücken, erscheint ein Fenster mit
der Frage "Wollen Sie aufhören? (J/N)". Wenn Sie "j" tippen, erscheint
das Endmenü. Bei "n" verschwindet das Fenster wieder, und Sie können
an der aktuellen Stelle weiterarbeiten.
3. Sie drücken die Pfeiltaste -->. Dann wird die erste Lücke
passiv und die zweite Lücke wird aktiv.
4. Sie drücken die Pfeiltaste <--. Beim momentanen Stand geschicht
nichts. Wenn Sie vorher eine nachfolgende Lücke aktiviert hätten,
würde die aktive Lücke um eine in Richtung Textanfang zurückrücken.
"stets" war das vierte Wort; in der zweiten Lücke heißt die richtige Eintragung daher "4".
Das folgende verdeutlicht nochmals das Vorgehen.
Originaltext: +-------------------------------------------+
¦ Aller Anfang ist stets schwer.
¦
+-------------------------------------------+
Nummer im Text:
1 2 3
4 5
Die Wörter
dieses Textes werden jetzt zufällig gemischt.
Erschwerung:
Die Wörter werden zusätzlich versteckt.
ist stets Aller Anfang
schwer
Neue Reihenfolge: 3 4
1 2
5
Aufgabe: Numerieren Sie in Gedanken
die Wörter im Originaltext.
Schreiben Sie die Nummern in der neuen Reihenfolge.
__ __ __ __ __
Richtige Einsetzungen: 3 4
1 2 5
Die nächsten Bildschirme zeigen die Aufgabe in schwierigeren Bearbeitungsoptionen:
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Originaltext: +-------------------------------------------+
¦ Aller Anfang ist stets schwer.
¦
+-------------------------------------------+
Die Wörter
dieses Textes werden jetzt zufällig gemischt.
Erschwerung:
Die Wörter werden zusätzlich versteckt.
A+N+F+A+N+G+A+L+L+E+R+S+T+E+T+S+S+C+H+W+E+R+I+S+T+
Aufgabe: Numerieren Sie in Gedanken
die Wörter im Originaltext.
Schreiben Sie die Nummern in der neuen Reihenfolge.
__ __ __ __ __
Das sind die Antworten: 2 1 4 5 3
Jetzt wird es nochmals schwieriger. Dieses Mal sind die Wörter zwischen zufällig gewählten anderen Buchstaben versteckt. Nur jeder zweite Buchstabe zählt:
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Originaltext: +-------------------------------------------+
¦ Aller Anfang ist stets schwer.
¦
+-------------------------------------------+
Die Wörter
dieses Textes werden jetzt zufällig gemischt.
Erschwerung:
Die Wörter werden zusätzlich versteckt.
ADNCFTAYNWGKAKLJLSEJROSYTPEFTXSXSDCAHPWEEKRMIYSSTO
Aufgabe: Numerieren Sie in Gedanken
die Wörter im Originaltext.
Schreiben Sie die Nummern in der neuen Reihenfolge.
__ __ __ __ __
Richtige Einsetzungen 2 1
4 5 3
- FIT - Baustein 4: Zweidimensionale Muster
Muster bilden und erkennen ist eine ganz elementare Verarbeitung visueller Wahrnehmung. Symmetrische Muster vereinfachen die Auffassung. Beim Fehlen von Symmetrie spielt zunächst die Phantasie. Wenn es geht, wird das Muster als Haus, Baum, Fratze, ... gedeutet. Am schwierigsten wird der Umgang mit Mustern, wenn keinerlei Symmetrien oder Anklänge an bekannte Figuren auftreten.
Der Vergleich von Mustern ist in vielen Bereichen des Alltags notwendig. Oft kommt es darauf an, zwei Muster auch dann noch zu identifizieren, wenn das zweite Muster gegenüber dem ersten gespiegelt, gedreht oder in Grenzen verzerrt worden ist. Solche Erkennungsübungen werden Ihnen im Baustein 4 angeboten:
Aufgabe
Sie sollen ein gegebenes rechteckiges Muster als eines von vier anderen Mustern ähnlicher Art erkennen.
Sie können die Schwierigkeit der Aufgabe auf zwei verschiedene Arten vergrößern:
- Je größer die Zahl der Einzelrechtecke ist,
aus denen die Muster zuammengesetzt sind, desto schwieriger ist die Erkennung.
- Je mehr die Lage der angebotenen Muster vom ursprünglichen
Muster abweicht, desto schwieriger ist es, die Gleichheit festzustellen.
Ein Hinweis: Es ist möglich, daß die Rechtecke auf Ihrem Bildschirm beinahe quadratisch erscheinen.
Im FIT-Baustein 4 haben Sie fünf Möglichkeiten, durch Wahl der Zahl der einzelnen Rechtecke die Schwierigkeit zu erhöhen:
1. Figuren aus 9 Rechtecken
2. Figuren aus 16 Rechtecken
3. Figuren aus 25 Rechtecken
4. Figuren aus 36 Rechtecken
5. Figuren aus 49 Rechtecken
Im FIT-Baustein 4 haben Sie ferner drei Möglichkeiten, durch Lageveränderungen der ursprünglichen Figur die Schwierigkeit zu erhöhen:
1. Die Ausgangsfigur wird nur parallel verschoben.
2. Die Ausgangsfigur wird parallel verschoben und gegebenenfalls zusätzlich
an einer Achse gespiegelt, die zu einer der Kanten des Musters parallel
ist.
3. Die Ausgangsfigur wird parallel verschoben; sie kann zusätzlich
gespiegelt und um 90° gedreht sein.
Wenn die Figur gedreht ist, wird sie zusätzlich noch in Abhängigkeit vom Verzerrungsverhältnis Ihres Bildschirms gedehnt oder gestaucht.
Zu Beginn der Übung werden Sie vermutlich die Figuren auch bei der einfachsten Form der Verfremdung, einer Parallelverschiebung, zeilenweise vergleichen müssen. Nach mäßiger Übung werden Sie auch umfangreiche Muster "mit einem Blick" identifizieren können, solange sie nur parallel verschoben sind. Das Übungsziel ist erreicht, wenn Sie die gleiche ganzheitliche Erfassung auch dann noch schaffen, wenn die zweite Figur gegenüber der ersten verdreht sein kann. Ein Trost für Sie, wenn Ihnen die Erkennung Mühe macht: Die Schriften fernöstlicher Länder - China, Japan - sind wesentlich schwieriger zu erlernen. Wer in der Schule lateinisch, griechisch oder kyrillisch schreiben gelernt hat, hatte wenig Anlaß, diese Art der Mustererkennung zu entwickeln.
Noch ein paar Informationen zu der Mustererzeugung: Der Zufall entscheidet, welche Teilrechtecke hell oder dunkel werden; er legt auch fest, ob verschoben, gespiegelt oder gedreht wird. Jede Figur unterscheidet sich von der Ausgangsfigur in höchstens einem Teilrechteck.
Wie die Aufgabe ausformuliert aussieht, finden Sie auf den im folgenden wiedergegebenen Bildschirmausschnitten:
Auswahl der Größe des Musters
Wie groß sollen die Felder werden?
Besonders einfache Übung
3
Einfache Übung
4
Mittlere Schwierigkeit
5
Schwer
6
Sehr schwer
7
Bitte wählen Sie von 3 bis 7: 3
Voreingestellt ist 3, also die einfachste Übung mit Mustern aus drei Zeilen mit je drei Rechtecken.
Auswahl der Verfremdung, das heißt, Festlegung der Verrauschung
Wie sollen die Figuren verfremdet werden?
Gar nicht
1
Wenig
2
Stark
3
Bitte wählen Sie von 1 bis 3: 1
Voreinstellung ist 1. Die übereinstimmenden Muster gehen durch Parallelverschiebung auseinander hervor.
In der einfachsten Option erwartet Sie der folgende Bildschirm:
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Bild 1
___
___
______
___ A
B ___
___
___
______
_________
Das Bild der gegebenen Figur
liegt bei __
___ C
D ___
______
______
______
In diesem Fall tritt das Muster, das in der Mitte zu sehen ist, parallel verschoben unter der Bezeichnung A wieder auf. Das Programm erwartet daher die Eingabe A.
Auf dem Bildschirm ist bei diesem Baustein stets nur eine aktive Lücke sichtbar. Mit welcher der zwanzig Zuordnungsaufgaben Sie sich gerade beschäftigen, sehen Sie an der Bildnummer in der linken oberen Ecke des Arbeitsfeldes.
Sie könnten mit der Taste, mit der Sie sonst die Schreibmarke nach rechts bewegen, die nächste Lücke aktivieren. Dann wechselt in diesem Baustein das ganze Bild.
Sie werden sofort sehen, daß das gegebene Muster, das in der Mitte abgebildet ist, mit der Bezeichnung "A" ein zweites Mal vorkommt. Die Muster B, C und D unterscheiden sich von A in jeweils einem Teilrechteck. Als erstes muß daher hier der Buchstabe "A" eingetragen werden. Auch "a" wird als Eingabe akzeptiert. Andere Eingaben nimmt das Programm mit vier Ausnahmen nicht an:
1. Wenn Sie die Funktionstaste F1 drücken, erscheint der Buchstabe
A, und es erscheint das nächste Bild. Bei erneutem Drücken wechselt
das Bild nochmals.
2. Wenn Sie die Escape-Taste drücken, erscheint ein Fenster mit
der Frage "Wollen Sie aufhören? (J/N)". Wenn Sie "j" tippen, erscheint
das Endmenü. Bei "n" verschwindet das Fenster wieder, und Sie können
an der aktuellen Stelle weiterarbeiten.
3. Sie drücken die Pfeiltaste -->. Dann wird die erste Lücke
passiv und die zweite Lücke wird aktiv. Sie sehen dann Bild 2.
4. Sie drücken die Pfeiltaste <--. Beim momentanen Stand geschicht
nichts. Wenn Sie vorher eine nachfolgende Lücke aktiviert hätten,
würde die aktive Lücke um eine in Richtung früherer Bilder
zurückrücken.
Die nächsten Bildschirme zeigen die Aufgabe in schwierigeren Bearbeitungsoptionen:
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Bild 1
_______________
_________
_________
____________
_______________
_______________
_________
_________
___
B
_________
_________
____________
_________
Das Bild der gegebenen Figur
liegt bei __.
_______________
____________
_________
_________
C
D
_________
_________
____________
____________
Diesmal kommt das ursprüngliche Muster ein zweites Mal mit der
Bezeichnung "C" vor. Es ist wieder nur parallel verschoben.
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
Bild 1
______
_________
_________
_________
______
___
_______________
_______________
_________
B _________
______
______
_________
_________
Das Bild der gegebenen Figur
liegt bei __.
___
___
_________
_________
_________ C
D _________
_________
_________
______
______
Jetzt kommt das gegebenen Muster ein zweites Mal als "B" wieder vor. Gegenüber der ursprünglichen Lage ist das Muster mit der Bezeichnung B um 90° im Uhrzeigersinn gedreht und anschließend an der mitttleren Spalte gespiegelt worden. Außerdem ist das durch Drehen entstandene Hochformat durch Dehnen, beziehungsweise Stauchen wieder in Querformat verwandelt worden.
- FIT - Baustein 5: Tachystoskopische Übungen
Eine Vielzahl von Denkprozessen und Handlungen wird von Signalen ausgelöst, die nur kurze Zeit wahrnehmbar sind. Die Reaktion auf solche Signale ist deshalb besonders aufschlußreich; das Reaktionstraining kann sich in vielen Bereichen - vom Straßenverkehr bis zur Arbeit des Wissenschaftlers - positiv auswirken.
Tachystoskop können wir als Beobachtung der Geschwindigkeit übersetzen. Denken Sie dabei an den Tachometer im Auto, an dem Sie die Fahrtgeschwindigkeit ablesen, und an das Mikroskop, mit dem man Kleinlebewesen beobachten kann.
Als Signale verwenden wir in diesem Baustein Wörter oder sinnlose Zeichenfolgen, die nur kurz auf dem Schirm erscheinen und dann wieder verschwinden. Daraus ergibt sich die
Aufgabe
Sie sollen eine nur kurz auf dem Schirm erscheinende Zeichenfolge erkennen und aufschreiben.
Wir bieten Ihnen vier verschiedenartige tachystoskopische Übungen an:
1. Die zu erkennende Zeichenfolge erscheint immer am gleichen Ort und
nach einer konstanten Zeit.
2. Die zu erkennende Zeichenfolge erscheint immer am gleichen Ort.
Sie müssen jedoch eine zufällig bestimmte Zeitspanne zwischen
einer und zehn Sekunden darauf warten.
3. Die zu erkennende Zeichenfolge erscheint immer nach der gleichen
Zeit; der Ort, an dem sie erscheint, ändert sich zufällig.
4. Die zu erkennende Zeichenfolge erscheint an verschiedenen Orten
und nach unterschiedlichen Wartezeiten.
Sie entscheiden zu Beginn der Übung, welche Variante Sie üben wollen. Eine andere Wahl unter diesen vier Möglichkeiten können Sie jedoch nur bei einem neuen Start des Programms treffen. Der Bildschirm, mit dem Sie diese Wahl treffen:
Was für Übungen sollen erzeugt werden?
Ort und Zeit konstant
1
Ort fest, Zeit variabel
2
Ort variabel, Zeit kontant
3
Ort und Zeit variabel
4
Bitte wählen Sie von 1 bis 4: 1
Die Grundform mit konstantem Ort und konstanter Zeit ist voreingestellt.
Sie können in jeder Variante die Schwierigkeit der Aufgabe auf zwei verschiedene Arten vergrößern:
- Je länger die Zeichenfolgen sind, desto schwieriger
ist die Erkennung.
- Je kürzer die Darbietungszeit ist, desto schwieriger
ist die Erkennung.
Im FIT-Baustein 5 haben Sie fünf Möglichkeiten, durch Wahl der Zeichenfolge die Schwierigkeit zu erhöhen:
Die Auswahl der Zeichenfolgen:
Wie lang sollen die Wörter sein?
Wörter mit vier Buchstaben
1
Wörter mit fünf Buchstaben
2
Wörter mit sechs Buchstaben
3
Muster aus vier Buchstaben
4
Muster aus fünf Buchstaben
5
Bitte wählen Sie von 1 bis 5: 1
Voreingestellt sind Wörter mit vier Buchstaben, also Option 1.
Im FIT-Baustein 5 haben Sie fünf Möglichkeiten, durch Wahl der Darbeitungszeit die Schwierigkeit zu erhöhen:
Die Auswahl der Darbietungszeit:
Wie lang sollen die Wörter sichtbar sein?
800 Millisekunden
1
400 Millisekunden
2
200 Millisekunden
3
100 Millisekunden
4
50 Millisekunden
5
Bitte wählen Sie von 1 bis 5: 1
Voreingestellt ist eine Darbietungszeit von 800 Millisekunden, also Option 1.
Ein Hinweis: Wenn Sie mit einem älteren LCD-Display arbeiten, kann
die kürzeste Darbietungszeit beträchtlich über 50 Millisekunden
liegen.
Wie die Aufgabe ausformuliert aussieht, finden Sie auf den im folgenden
wiedergegebenen Bildschirmausschnitten:
Einsetzung
schreiben : Tastatur (F1: nächstes Zeichen)
Lücken überspringen : Pfeiltasten --> und <--
Beenden : Esc-Taste
1. Wort
Das Wort heißt ______.
An der freien Stelle vor dem Schreibfeld wird für die von Ihnen gewählte Darbeitungszeit das Wort eingeblendet, zum Beispiel
Das Wort heißt Burg ______.
Dann verschwindet das Wort wieder. Der Text verändert sich:
Das Wort hieß ______.
Jetzt haben Sie Gelegenheit, das Wort oder die Zeichenfolge einzutragen. Dabei müssen Sie entsprechend der Vorlage Groß- und Kleinbuchstaben verwenden.
Wenn Sie beim Programmstart eine variable Plazierung für die Zeichenfolge eingestellt haben, ändert sich der Ablauf entsprechend.
Auf dem Bildschirm ist bei diesem Baustein stets nur eine aktive Lücke sichtbar. Mit welcher der zwanzig Zuordnungsaufgaben Sie sich gerade beschäftigen, sehen Sie an der Wortnummer in der linken oberen Ecke des Arbeitsfeldes.
Bis zum Erscheinen der Zeichenfolge ist die Eingabe gesperrt. Im Anschluß
können Sie die Zeichenfolge eintippen.
Andere Eingaben nimmt das Programm mit vier Ausnahmen nicht an:
1. Wenn Sie die Funktionstaste F1 drücken, erscheint das nächste
Zeichen der Zeichenfolge, in unserem Beispiel also zuerst "B", dann der
Reihe nach "u", "r" und "g".
2. Wenn Sie die Escape-Taste drücken, erscheint ein Fenster mit
der Frage "Wollen Sie aufhören? (J/N)". Wenn Sie "j" tippen, erscheint
das Endmenü. Bei "n" verschwindet das Fenster wieder, und Sie können
an der aktuellen Stelle weiterarbeiten.
3. Sie drücken die Pfeiltaste -->. Dann wird die erste Lücke
passiv und die zweite Lücke wird aktiv. Sie sehen dann Bild 2.
4. Sie drücken die Pfeiltaste <--. Beim momentanen Stand geschicht
nichts. Wenn Sie vorher eine nachfolgende Lücke aktiviert hätten,
würde die aktive Lücke um eine in Richtung früherer Bilder
zurückrücken.
Die schwierigeren Bearbeitungsoptionen unterscheiden sich bei diesem
Baustein optisch nicht nennenswert von dem gezeigten Beispiel.
Wir hoffen, daß Sie diese Stelle des Buches erst erreichen, wenn Sie schon viele Übungsdurchgänge mit jedem der fünf Bausteine hinter sich haben. In diesem Fall sind wir sicher, daß Sie bereits deutliche Anzeichen einer verbesserten geistigen Grundkondition an sich beobachten. Sie sollten ähnliche Gefühle haben, wie sie sich am Ende eines erfolgreichen Kuraufenthalts einstellen: Frische und Tatendrang.
Wir haben uns zwar bemüht, einen breiten Querschnitt kognitiver Funktionen anzuregen. Wenn wir indessen an die 120 Ausprägungen geistiger Anstrengung bei Guilford denken, ist es klar, daß wir mit fünf Bausteinen viele Lücken gelassen haben und von Vollständigkeit weit entfernt sind.
Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie Ihr Training fortsetzen können. Eine alte Weisheit besagt, daß Wiederholung der Schlüssel zum Erfolg ist. Auch wenn Sie bei allen Bausteinen durch Übung Spitzenpunktzahlen erreicht haben sollten, ist eine Auffrischung nach einer Pause von einigen Wochen durchaus nützlich.
Denkbar ist es auch, daß Sie so motiviert sind, daß Sie noch mehr tun wollen. Von uns können Sie in absehbarer Zeit eine Fortsetzung erwarten. Die nächsten fünf Bausteine haben in der Vorerprobung schon fast ihre endgültige Form gefunden. Sie trainieren unter anderem funktionales Denken, linguistische Intelligenz und Kurzzeitgedächtnis. Für weitere Bausteine, die Trainingslücken schließen können, gibt es erste Konzepte.
Auch andere Quellen sollten Sie nutzen. Eine davon sind Computerspiele. Manche bieten nur geistloses Abreagieren von Aggressionen. Es gibt aber auch solche, die intensives, kognitives Training mit Spaß am Spiel verbinden. Mit tachystoskopischen und geometrischen Anregungen können Sie häufig rechnen.
Wenn Sie von jetzt an der Entwicklung Ihres Gehirns die gleiche Sorgfalt
angedeihen lassen wie der Pflege Ihres Körpers, dann haben wir das
Ziel erreicht, daß wir uns mit unserem Angebot von Bausteinen für
das mentale Training gesteckt haben.