oder
Alter Wein in neuen Schläuchen
Neu
zu denken ist offenbar nicht ganz einfach:
| Die Stellungnahmen der Verbände
und Organisationen zu den Entwürfen der KMK, soweit
sie für mich greifbar waren, haben kaum grundsätzliche Kritik
geäußert. Vielmehr stand bei allen das klassische Lehrplandenken
im Vordergrund. In der durch Internet und Multimedia geprägten Gegenwart
sind offenbar noch nicht viele Leute angekommen.
Inzwischen wird bei den Pressekommentaren
bereits angedeutet, dass es sich um Etikettenschwindel handelt,
wenn die Inhalte der "Bildungsstandards für den mittleren Schulabschluß"
als Standards bezeichnet wird. In Wirklichkeit wird wieder an Stelle von
überprüfbaren Standards ein ziemlich abstrakter Lehrplan formuliert
- weniger konkret als die Lernziellehrpläne der Siebzigerjahre des
letzten Jahrhunderts.
Jürgen Kaube schreibt in der FAZ vom 8.12.03 S. 29
In einer Diskussion in der ZEIT vom 4.12.03 S.29 wird die Katze noch deutlicher aus dem Sack gelassen:
(Klemm, Staatsrat a.D., ist Erziehungswissenschaftler; Lange ist der einstige PISA-Beauftragte der KMK) Andererseits loben viele Kommentare die als "Standards" bezeichneten neuen Lehrpläne der KMK; sie sehen darin einen Fortschritt. (Ich vermute, daß diese Kommentatorinnen und Kommentatoren keine Kenntnis der Lehrplanentwicklung der vergangenen 50 Jahre haben und deshalb einen Fortschritt sehen.) Manche entdecken in den KMK-"Standards" eine Chance zur ideologischen Veränderung des Schulwesens und träumen von schulspezifischen Konkretisierungen und Interpretationen der KMK-"Standards" - unter anderem mit dem Hinweis auf Schweden, das bei PISA besser abgeschnitten hat als Deutschland. Sie ignorieren dabei zwei wichtige Tatsachen:
"Wichtig ist die kontinuierliche Beobachtung und Rückmeldung des Lernerfolgs." klingen deshalb wie Hohn, denn der Lehrer wird in einem schwierigen Teil seiner Arbeit allein gelassen. (Zitat aus http://www.bildungsstandards-bw.de/ ; Hauptschule - Bildungsstandards ...) Im Hintergrund gibt es inzwischen doch die Vorstellung, dass ein Standard nur dann Standard ist, wenn das Erreichen des Standards überprüft werden kann. Dazu soll ein neues Institut gegründet werden (FAZ vom 5.12.03 S. 1):
Es ist, wie man sieht, auf eine mehrjährige Arbeit ausgerichtet. Bis jetzt wird von der Mehrheit der "Experten" noch nicht verstanden, dass die Steuerung der Arbeit in der Klasse durch verbale Orgien wie die KMK-"Standards" keinen Erfolg verspricht (er wäre schon mit früheren Lehrplänen eingetreten). Nötig sind transparente Standards; Meilensteine auf dem Weg dazu finden Sie hier. Die Chance, dass die Experten ein transparentes, öffentliches System von Standards nach den Forderungen des Dortmunder Manifests entwickeln, ist klein, aber wenigstens vorhanden. Nach wie vor wäre indessen ein privatwirtschaftliches Institut analog zum Deutschen Institut für Normung mit Sicherheit flexibler, effektiver und ökonomischer. Hier in Kurzfassung nochmals die
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