Das folgende ist eine Hypertextbearbeitung  der Originalfassung, die Sie über www.kmk.org finden können
 
 
Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Primarbereich (Jahrgangsstufe 4)
(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.10.2004)

Inhaltsverzeichnis

1 Der Beitrag des Faches Deutsch zur Bildung

Auftrag der Grundschule ist die Entfaltung grundlegender Bildung. Sie ist Basis für weiterführendes Lernen und für die Fähigkeit zur selbständigen Kulturaneignung. Dabei ist die Förderung der sprachlichen Kompetenzen ein wesentlicher Bestandteil dieses Bildungsauftrags. Sprache ist Träger von Sinn und Überlieferung, Schlüssel zum Welt- und Selbstverständnis und Mittel zwischenmenschlicher Verständigung. Sie hat grundlegende Bedeutung für die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder. Aufgabe des Deutschunterrichts in der Grundschule ist es, den Schülerinnen und Schülern eine grundlegende sprachliche Bildung
zu vermitteln, damit sie in gegenwärtigen und zukünftigen Lebenssituationen handlungsfähig sind. Deshalb fördert der Deutschunterricht in der Grundschule die sprachlichen Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes so umfassend wie möglich und führt zum selbstständigen Lernen hin.

Kinder bringen sehr unterschiedliche Erfahrungen und Voraussetzungen für das Lernen mit. Die Grundschule und besonders der Deutschunterricht stehen vor der Herausforderung, an den jeweiligen Entwicklungsstand des einzelnen Kindes und auch an die Arbeit der vorschulischen Einrichtungen anzuknüpfen. Dabei bedürfen sowohl Kinder mit verzögerter Entwicklung als auch solche mit spezifischer Begabung einer besonderen Förderung.

Für viele Kinder ist die deutsche Sprache nicht die erste und nicht die Familiensprache. Sie verfügen dadurch z.T. über andere sprachliche Erfahrungen und Kompetenzen als einsprachige Kinder. Der Deutschunterricht sollte dies auch für eine interkulturelle Erziehung aller Kinder nutzen. Bei manchen Kindern mit anderer Herkunftssprache müssen durch entsprechende Fördermaßnahmen Grundlagen für schulisches Lernen in der Unterrichtssprache Deutsch erst gesichert werden.

Der Deutschunterricht entwickelt Sprechen und Zuhören, Lesen und Schreiben sowie Einsichten in die kulturelle und interkulturelle Bedeutung von Sprache. Im individualisierenden und differenzierenden Unterricht werden kontinuierlich das Lese- und Schreibinteresse der Kinder und der Erwerb grundlegender Lese- und Schreibfähigkeiten gefördert. In lebensnahen und kindgemäßen Situationen und an bedeutsamen Inhalten entwickeln die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit, geschriebene und gesprochene Sprache situationsangemessen, sachgemäß, partnerbezogen und zielgerichtet zu gebrauchen. Im kreativen Umgang mit Sprache erfahren sie die ästhetische Dimension von Sprache. Die Entwicklung ihrer Sprachhandlungskompetenz umfasst auch das Nachdenken über Sprache. Dazu ermöglicht der Deutschunterricht den Kindern erste Einsichten in Sprachstrukturen und macht sie mit elementaren Fachbegriffen bekannt.

Die Beherrschung der deutschen Sprache ist für alle Kinder eine wichtige Grundlage für ihren Schulerfolg, denn Sprache ist in allen Fächern Medium des Lernens. Durch die Entwicklung der Sprachhandlungskompetenz wird die Basis für schulisches Lernen gelegt: Kinder lernen, sprachlich vermittelte Sachverhalte zu verstehen und solche selbst sprachlich angemessen wiederzugeben. Sie erfahren Freude an der eigenen Textproduktion und die Bedeutung der Schriftsprache für sich und andere als Mittel zur Kommunikation, zur Information und zum Ausdruck. Mit dem Erwerb der Schriftsprache werden im Deutschunterricht auch die  Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Kinder Medien sinnvoll nutzen können. Sie entwickeln Interesse daran, sich anhand von Texten selbstständig Weltwissen anzueignen.

Die Standards legen auf der Ebene der Sach- und Methodenkompetenz fest, welche Leistungen von einem Kind am Ende der Jahrgangsstufe 4 in Kernbereichen des Faches Deutsch in der Regel erwartet werden. Sie sollen eine klare Perspektive für die anzustrebenden Ziele geben, auf die hin sich auch eine individuelle Förderung konzentrieren muss.

Die Standards konzentrieren sich auf zentrale fachliche Zielsetzungen des Deutschunterrichts. Aspekte der Förderung der personalen und sozialen Kompetenzen werden hier nicht explizit angesprochen, sind aber gleichwohl unverzichtbarer Bestandteil grundlegender Bildung in der Grundschule.


2 Kompetenzbereiche des Faches Deutsch
In der Grundschule erweitern die Kinder ihre Sprachhandlungskompetenz in den Bereichen des Sprechens und Zuhörens, des Schreibens, des Lesens und Umgehens mit Texten und Medien sowie des Untersuchens von Sprache und Sprachgebrauch.

Sprechen und Zuhören
• zu anderen sprechen
• verstehend zuhören
• Gespräche führen
• szenisch spielen
• über Lernen sprechen

Schreiben
• über Schreibfertigkeiten verfügen
• richtig schreiben
• Texte planen
• Texte schreiben
• Texte überarbeiten

Lesen – mit Texten und Medien umgehen
• über Lesefähigkeiten verfügen
• über Leseerfahrungen verfügen
• Texte erschließen
• Texte präsentieren

Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
• grundlegende sprachliche Strukturen und Begriffe kennen
• sprachliche Verständigung untersuchen
• an Wörtern, Sätzen, Texten arbeiten
• Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sprachen entdecken

Die Kompetenzbereiche sind im Sinne eines integrativen Deutschunterrichts aufeinander bezogen. Das sinnvolle sprachliche Handeln der Schülerinnen und Schüler und der sorgfältige und angemessene Umgang mit Sprache stehen im Mittelpunkt. Sachbezogenes, methodenbezogenes und soziales Lernen sind im Deutschunterricht der Grundschule untrennbar miteinander
verbunden.

Sprechen und Zuhören
Die mündliche Sprache ist ein zentrales Mittel aller schulischen und außerschulischen Kommunikation. Sprechen ist immer auch soziales Handeln. Die Kinder entwickeln eine demokratische Gesprächskultur und erweitern ihre mündliche Sprachhandlungskompetenz. Sie führen Gespräche, erzählen, geben und verarbeiten Informationen, gestalten ihr Sprechen bewusst und leisten mündliche Beiträge zum Unterricht. Sie drücken ihre Gedanken und Gefühle aus und formulieren ihre Äußerungen im Hinblick auf Zuhörer und Situation angemessen, hören aufmerksam und genau zu, nehmen die Äußerungen anderer auf und setzen sich mit diesen konstruktiv auseinander.

Methoden und Arbeitstechniken
Methoden und Arbeitstechniken werden jeweils in Zusammenhang mit den Inhalten jedes einzelnen Kompetenzbereichs erworben.

Schreiben
Im Unterschied zum Sprechen wird beim Schreiben der Text langsamer und überlegter entwickelt, über Geschriebenes kann auch mit anderen nachgedacht und es kann entsprechend überarbeitet werden.

Die Schülerinnen und Schüler nutzen Schreiben zur Kommunikation, zur Aufbewahrung von Informationen, zur gedanklichen Auseinandersetzung sowie zum kreativen und gestalterischen Umgang mit Sprache. Sie gestalten den Schreibprozess selbstständig und verfassen ihre Texte bewusst im Zusammenhang von Schreibabsicht, Inhaltsbezug und Verwendungszusammenhang. Dabei greifen die Teilprozesse des Schreibens ineinander: Texte planen, aufschreiben
und überarbeiten.

Die Kinder verfügen über grundlegende Rechtschreibstrategien. Sie können lautentsprechend verschriften und berücksichtigen orthographische und morphematische Regelungen und grammatisches Wissen. Sie haben erste Einsichten in die Prinzipien der Rechtschreibung gewonnen. Sie erproben und vergleichen Schreibweisen und denken über sie nach. Sie gelangen durch Vergleichen, Nachschlagen im Wörterbuch und Anwenden von Regeln zur richtigen Schreibweise. Sie entwickeln Rechtschreibgespür und Selbstverantwortung ihren Texten gegenüber.

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über verschiedene Möglichkeiten der ästhetischen Darstellung entsprechend dem Schreibanlass und arbeiten mit unterschiedlichen Medien. Sie schreiben eine lesbare und flüssige Handschrift.

Lesen - mit Texten und Medien umgehen
Lesen ist ein eigenaktiver Prozess der Sinnkonstruktion. Die Grundschule führt zum genießenden, informierenden, selektiven, interpretierenden und kritischen Lesen und legt damit eine tragfähige Grundlage für weiteres Lernen, für weiteres selbstbestimmtes Lesen und eine bewusste Auswahl geeigneter Medien.

Die Kinder erfahren, dass Lesen eine Auseinandersetzung mit der Welt ermöglicht und Vergnügen bereiten kann. Dazu werden an unterschiedlichen Texten Leseinteresse, Lesebereitschaft, Lesefertigkeit und sinnverstehendes Lesen entwickelt. Beim Hören und Lesen literarischer Texte beschäftigen sich die Kinder mit wichtigen, sie bewegenden Fragen und setzen sich identifizierend und abgrenzend mit literarischen Figuren auseinander. Schülerinnen und Schüler gehen mit unterschiedlichen Textsorten in verschiedenen Medien um und können sich ihrem Alter entsprechend in der Medienwelt orientieren, d.h. in Druckmedien, in elektronischen Medien sowie in Massenmedien.

Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Anknüpfend an ihre Spracherfahrungen entwickeln die Kinder ihr Sprachgefühl weiter und gehen bewusster mit Sprache um. In altersgemäßen, lebensnahen Sprach- und Kommunikationssituationen erfahren und untersuchen die Kinder die Sprache in ihren Verwendungszusammenhängen und gehen dabei auf die inhaltliche Dimension und die Leistung von Wörtern, Sätzen und Texten ein. Sie sprechen auch über Erfahrungen mit anderen Sprachen. Sie verfügen über ein Grundwissen an grammatischen Strukturen, einen Grundbestand an Begriffen und Verfahren zum Untersuchen von Sprache.


3 Standards für die Kompetenzbereiche des Faches Deutsch
3.1 Sprechen und Zuhören

Gespräche führen
• sich an Gesprächen beteiligen
• gemeinsam entwickelte Gesprächsregeln beachten: z.B. andere zu Ende sprechen lassen, auf Gesprächsbeiträge anderer eingehen, beim Thema bleiben
• Anliegen und Konflikte gemeinsam mit anderen diskutieren und klären zu anderen sprechen
• an der gesprochenen Standardsprache orientiert und artikuliert sprechen
• Wirkungen der Redeweise kennen und beachten
• funktionsangemessen sprechen: erzählen, informieren, argumentieren, appellieren
• Sprechbeiträge und Gespräche situationsangemessen planen verstehend zuhören
• Inhalte zuhörend verstehen
• gezielt nachfragen
• Verstehen und Nicht-Verstehen zum Ausdruck bringen
• szenisch spielen
• Perspektiven einnehmen
• sich in eine Rolle hineinversetzen und sie gestalten
• Situationen in verschiedenen Spielformen szenisch entfalten
• über Lernen sprechen
• Beobachtungen wiedergeben
• Sachverhalte beschreiben
• Begründungen und Erklärungen geben
• Lernergebnisse präsentieren und dabei Fachbegriffe benutzen
• über Lernerfahrungen sprechen und andere in ihren Lernprozessen unterstützen

3.2 Schreiben

über Schreibfertigkeiten verfügen
• eine gut lesbare Handschrift flüssig schreiben
• Texte zweckmäßig und übersichtlich gestalten
• den PC – wenn vorhanden - zum Schreiben verwenden und für Textgestaltung nutzen
• richtig schreiben
• geübte, rechtschreibwichtige Wörter normgerecht schreiben
• Rechtschreibstrategien verwenden: Mitsprechen, Ableiten, Einprägen
• Zeichensetzung beachten: Punkt, Fragezeichen, Ausrufezeichen, Zeichen bei wörtlicher Rede
• über Fehlersensibilität und Rechtschreibgespür verfügen
• Rechtschreibhilfen verwenden
- Wörterbuch nutzen
- Rechtschreibhilfen des Computers kritisch nutzen
• Arbeitstechniken nutzen
- methodisch sinnvoll abschreiben
- Übungsformen selbstständig nutzen
- Texte auf orthographische Richtigkeit überprüfen und korrigieren
- Texte verfassen
- Texte planen
- Texte schreiben
- Texte überarbeiten
• Schreibabsicht, Schreibsituation, Adressaten und Verwendungszusammenhang klären
• sprachliche und gestalterische Mittel und Ideen sammeln: Wörter und Wortfelder, Formulierungen und Textmodelle
• verständlich, strukturiert, adressaten- und funktionsgerecht schreiben: Erlebtes und Erfundenes; Gedanken und Gefühle; Bitten, Wünsche, Aufforderungen und Vereinbarungen; Erfahrungen und Sachverhalte
• Lernergebnisse geordnet festhalten und auch für eine Veröffentlichung verwenden
• nach Anregungen (Texte, Bilder, Musik) eigene Texte schreiben
• Texte an der Schreibaufgabe überprüfen
• Texte auf Verständlichkeit und Wirkung überprüfen
• Texte in Bezug auf die äußere und sprachliche Gestaltung und auf die sprachliche Richtigkeit hin optimieren
• Texte für die Veröffentlichung aufbereiten und dabei auch die Schrift gestalten

3.3 Lesen - mit Texten und Medien umgehen, über Lesefähigkeiten verfügen

• altersgemäße Texte sinnverstehend lesen
• lebendige Vorstellungen beim Lesen und Hören literarischer Texte entwickeln
• über Leseerfahrungen verfügen
• verschiedene Sorten von Sach- und Gebrauchstexten kennen
• Erzähltexte, lyrische und szenische Texte kennen und unterscheiden
• Kinderliteratur kennen: Werke, Autoren und Autorinnen, Figuren, Handlungen
• Texte begründet auswählen
• sich in einer Bücherei orientieren
• Angebote in Zeitungen und Zeitschriften, in Hörfunk und Fernsehen, auf Ton- und Bildträgern sowie im Netz kennen, nutzen und begründet auswählen
• Informationen in Druck - und – wenn vorhanden - elektronischen Medien suchen
• die eigene Leseerfahrung beschreiben und einschätzen
• Texte erschließen
• Verfahren zur ersten Orientierung über einen Text nutzen
• gezielt einzelne Informationen suchen
• Texte genau lesen
• bei Verständnisschwierigkeiten Verstehenshilfen anwenden: nachfragen, Wörter nachschlagen, Text zerlegen
• Texte mit eigenen Worten wiedergeben
• zentrale Aussagen eines Textes erfassen und wiedergeben
• Aussagen mit Textstellen belegen
• eigene Gedanken zu Texten entwickeln, zu Texten Stellung nehmen und mit anderen über Texte sprechen
• bei der Beschäftigung mit literarischen Texten Sensibilität und Verständnis für Gedanken und Gefühle und zwischenmenschliche Beziehungen zeigen
• Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Texten finden
• handelnd mit Texten umgehen: z.B. illustrieren, inszenieren, umgestalten, collagieren
• Texte präsentieren
• selbstgewählte Texte zum Vorlesen vorbereiten und sinngestaltend vorlesen
• Geschichten, Gedichte und Dialoge vortragen, auch auswendig
• ein Kinderbuch selbst auswählen und vorstellen
• verschiedene Medien für Präsentationen nutzen
• bei Lesungen und Aufführungen mitwirken

3.4 Sprache und Sprachgebrauch untersuchen, sprachliche Verständigung untersuchen

• Beziehung zwischen Absicht – sprachlichen Merkmalen – Wirkungen untersuchen
• Unterschiede von gesprochener und geschriebener Sprache kennen
• Rollen von Sprecher/Schreiber – Hörer/Leser untersuchen und nutzen
• über Verstehens- und Verständigungsprobleme sprechen an Wörtern, Sätzen, Texten arbeiten
• Wörter strukturieren und Möglichkeiten der Wortbildung kennen
• Wörter sammeln und ordnen
• sprachliche Operationen nutzen: umstellen, ersetzen, ergänzen, weglassen
• die Textproduktion und das Textverständnis durch die Anwendung von sprachlichen Operationen unterstützen
• mit Sprache experimentell und spielerisch umgehen

Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sprachen entdecken
• Deutsch – Fremdsprache, Dialekt – Standardsprache; Deutsch
– Muttersprachen der Kinder mit Migrationshintergrund;
Deutsch – Nachbarsprachen
• gebräuchliche Fremdwörter untersuchen

grundlegende sprachliche Strukturen und Begriffe kennen und verwenden (siehe folgende Übersicht)

Grundlegende sprachliche Strukturen und Begriffe
Es geht hier in erster Linie um die mit Begriffen und Strukturen gemeinten Kategorien. Die Bezeichnungen dafür können unterschiedlich sein.
Buchstabe, Laut, Selbstlaut, Mitlaut, Umlaut, Silbe, Alphabet
Wortfamilie, Wortstamm, Wortbaustein
Wortfeld
Wortart
Nomen: Einzahl, Mehrzahl, Fall, Geschlecht
Verb: Grundform, gebeugte Form
Zeitformen: Gegenwart, Vergangenheitsformen
Artikel: bestimmter Artikel, unbestimmter Artikel
Adjektiv: Grundform, Vergleichsstufen
Pronomen
Wort
andere Wörter (alle hier nicht kategorisierten Wörter gehören zu dieser Restkategorie)
Satzzeichen: Punkt, Komma, Fragezeichen, Ausrufezeichen, Doppelpunkt, Redezeichen
Satzart: Aussage-, Frage-, Ausrufesatz
wörtliche Rede
Subjekt
Prädikat/Satzkern
Ergänzungen: Satzglied; einteilige, mehrteilige Ergänzung
Satz
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft (als Zeitstufen)


4 Aufgabenbeispiele
4.1 Vorbemerkung und Übersicht
Die Aufgabenbeispiele dienen der Konkretisierung und Illustration der Standards für den Deutschunterricht in der Grundschule. Es sind Aufgaben für Kinder am Ende von Klasse 4. Sie sind hinsichtlich der Leistungsanforderungen als Modell geeignet, die Konstruktion vergleichbarer Aufgaben - auch unter Einbeziehung weiterer Medien - anzuleiten. Die Beispiele zeigen hierfür verschiedene Typen von Aufgaben. Die Beispielaufgaben stellen keine Lernaufgaben für den Unterricht dar. Sie sind auch nicht valide Testinstrumentarien, da sie nicht empirisch abgesichert sind.

Die Beispiele decken nicht alle Bereiche gleichmäßig ab. Der Schwerpunkt liegt auf der Schriftsprache. Allerdings sind ausdrücklich Beispiele aus dem Bereich „Sprechen und Zuhören“ aufgenommen worden, um seine Bedeutung für das sprachliche Lernen zu unterstreichen.

Die Tätigkeiten im Bereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ sind integraler Bestandteil des Deutschunterrichts; entsprechend finden sich die Standards aus diesem Bereich in mehreren Beispielen.

Zu jedem Anforderungsbereich sind Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad möglich. Dabei wird der Schwierigkeitsgrad gesteuert durch
• die Komplexität der jeweiligen Aufgabe
• Umfang und Komplexität des vorgelegten Textes bzw. der Texte
• die Anforderung an Vor- und Kontextwissen
• die Anforderung an die sprachliche Darstellung
• die Anforderung an sprachliche und orthographische Richtigkeit
• Umfang und Komplexität der notwendigen Reflexion und Bewertung.

Mehrere Aufgabenbeispiele beziehen sich auf Standards aus zwei oder mehreren Bereichen und sind insofern integrativ angelegt. Einige Beispiele bieten einen Katalog möglicher Aufgabenstellungen zu bestimmten Bereichen an, andere illustrieren eher spezifische Aufgaben, die auch als Teile in umfassenden Aufgabenstellungen erscheinen können.

Die Aufgabenbeispiele sind nach dem folgendem Schema aufgebaut:
• Bezug zu den Standards
• Vorbemerkung (zur allgemeinen Charakterisierung des Beispiels)
• Aufgabenstellung (ggf. mit Text und Detailaufgaben)
• Leistungserwartungen

Übersicht

4.2 Anforderungsbereiche
Die folgenden Aufgabenbeispiele zeigen die Bandbreite unterschiedlicher Anforderungen.

Zur Einschätzung der in den Aufgabenbeispielen gestellten Anforderungen wird auf drei Anforderungsbereiche zurückgegriffen, die hier exemplarisch anhand von Aufgabenstellungen aus zwei Aufgabenbeispielen zum Lesen und zum Schreiben konkretisiert werden.

Anforderungsbereich “Wiedergeben“ (AB I)
In diesem Anforderungsbereich geben die Schülerinnen und Schüler bekannte Informationen wieder und wenden grundlegende Verfahren und Routinen an.

Anforderungsbereich „Zusammenhänge herstellen“ (AB II)
In diesem Anforderungsbereich bearbeiten die Schülerinnen und Schüler vertraute Sachverhalte, indem sie erworbenes Wissen und bekannte Methoden anwenden und miteinander verknüpfen.

Anforderungsbereich„Reflektieren und beurteilen“ (AB III)
In diesem Anforderungsbereich bearbeiten die Schülerinnen und Schüler für sie neue Problemstellungen, die eigenständige Beurteilungen und eigene Lösungsansätze erfordern.

Für Aussagen über die Qualität und Komplexität der Anforderungen, die mit den Aufgabenbeispielen verbunden sind, stellen die Anforderungsbereiche einen Orientierungsrahmen dar. Sie machen deutlich, welche kognitiven Operationen von Schülerinnen und Schülern jeweils gefordert werden. Anforderungsbereiche resultieren nicht aus empirisch validierten Testverfahren, sondern aus der beruflichen Erfahrung von Lehrkräften und einschlägigen Aufgabenformaten.
Die Zuordnung zu den Anforderungsbereichen ist nicht immer eindeutig zu treffen. Komplexe Aufgaben verlangen meist Operationen aus allen drei Anforderungsbereichen. Wenn Aufgabenbeispiele mehrere Teilaufgaben enthalten, sollten unterschiedliche Anforderungsbereiche berücksichtigt sein.
 

4.3 Kommentierte Aufgabenbeispiele

1. Beispiel: Sachtexte zu einem Thema verstehen

Schwerpunkt: Lesen – mit Texten und Medien umgehen
Bezug zu den Standards:
• altersgemäße Texte sinnverstehend lesen
• Verfahren zur ersten Orientierung über einen Text nutzen
• gezielt einzelne Informationen suchen
• Texte genau lesen
• Aussagen mit Textstellen belegen
• zentrale Aussagen eines Textes erfassen und wiedergeben
• Lernergebnisse geordnet festhalten ...

Das Aufgabenbeispiel erfordert das Umgehen mit vier unterschiedlichen Sachtexten, von denen einer ein diskontinuierlicher Text (Tabelle) ist. Zum Leseverstehen werden unterschiedlich komplexe Teilaufgaben gestellt, vom Auffinden einfacher Informationen in einem Text bis zu komplexeren Schlussfolgerungen, die sich auf mehrere Texte beziehen. Die letzte Teilaufgabe verlangt von den Schülerinnen und Schüler das Anlegen einer Stichwortsammlung für einen eigenen argumentativen Text, in der die Informationen aus den Sachtexten verarbeitet werden. Die kurzen Sachtexte greifen eine interessante, lebensnahe Thematik auf, die dazu motiviert,
sich lesend weitere Informationen zu erschließen. Sie steht in einem inhaltlichen Zusammenhang zu Themen des Sachunterrichts. Es handelt sich um eine weitgehend authentische Textzusammenstellung aus einer Kinderzeitschrift.

Das Beispiel stellt eine komplexe Aufgabenstellung mit integrativen Teilaufgaben dar.

Aufgabenstellung:
Lies die folgenden Texte (Artikel aus einer Kinderzeitung) und beantworte anschließend die
Fragen zu ihrem Inhalt.

Warum Schlafen wichtig ist
„Blöd, es ist erst sieben Uhr und ich soll schon ins Bett“, meckert Miriam. „Warum früher schlafen?“, mault Lukas. „Jeden Abend das gleiche Theater!“, stöhnt die Mutter. „Die Kids haben eben immer Angst, dass sie etwas verpassen.“ Aber dem ist nicht so. Auch im Schlaf sind dein Körper und dein Gehirn voll in Aktion. Auch wenn du mit geschlossenen Augen ruhig daliegst, geht in dir die Post ab. Nach dem Einschlafen fällst du zuerst in einen fast Zwei-Stunden-Tiefschlaf. Dein Herz und dein Puls arbeiten langsamer. Deine Muskulatur entspannt sich. Dann aber beginnst du deine erste Traumphase. In jeder Nacht hast du 7 bis 8 Traumzeiten. Sie dauern jeweils nur einige Minuten. Aber sie sind lebenswichtig. In den Träumen werden alle Erlebnisse des Tages verarbeitet. Sie entstehen im Gehirn. Und zwar gerade dann, wenn es sich ausruht. Träume können dir zeigen, was dich im Inneren bewegt. Im Traum sammelt unser Inneres neue Kräfte. Darum sind alle Träume gut für uns, die schlechten und die schönen. In den Traumzeiten laufen viele Vorgänge in deinem Körper fast ebenso intensiv ab, als wenn du wach wärst. Damit nicht genug. In dieser Zeit wird zum Beispiel fast die gesamte Tagesmenge des Wachstumshormons hergestellt. Schlafen ist also bestimmt keine vergeudete Zeit. Im Gegenteil - Schlafen ist lebenswichtig.

Wie viel Schlaf braucht der Mensch ?
1 – 4-Jährige:     etwa 12 Stunden
5 – 8-Jährige:     etwa 11 Stunden
9 – 10-Jährige:   etwa 10 Stunden
11 – 15-Jährige: etwa 9 Stunden

Schwierigkeiten beim Einschlafen können viele Gründe haben:
- Probleme mit den Eltern, Freunden, Schule...
- schlechte oder zu warme Luft im Schlafzimmer
- Wetterwechsel oder Vollmond
- Lärm
- Angst oder Nervosität

Warum brauchen Kinder mehr Schlaf als Erwachsene?
Fest steht, dass Menschen nicht aus purem Vergnügen schlafen, sondern weil der Körper diese Ruhephasen braucht. Zum Beispiel muss sich unser Gehirn von den
vielen Eindrücken des Tages erholen. Babys erfahren und erlernen besonders viel – da muss das Oberstübchen erst einmal mitkommen. Daher brauchen sie bis zu 20 Stunden Schlaf am Tag. Manche Erwachsene kommen dagegen mit sechs bis sieben Stunden aus. Im Schlaf passiert aber noch mehr. Unser Körper produziert verschiedene Hormone. Das sind bestimmte chemische Stoffe, so etwas wie körpereigene Kuriere. Die schwimmen durch die Blutbahn zu den verschiedenen Organen und übermitteln dort Befehle. Eines dieser Hormone, das Wachstumshormon, löst aus, dass ihr größer werdet. Noch ein Grund mehr, dass junge Menschen länger schlafen müssen – bis das Wachstum etwa mit dem Ende der Pubertät abgeschlossen ist.

1. Aufgabe:
Warum ist Schlafen so wichtig? Schreibe zwei Gründe auf. (AB II)

• _____________________________________________________________________
• _____________________________________________________________________

2. Aufgabe:
Was geschieht nach dem Einschlafen? Kreuze das Richtige an. (AB II)
. Es beginnt eine Traumphase.
. Es folgt ein entspannender Tiefschlaf.
. Es beginnt eine Ruhepause für Körper und Gehirn.

3. Aufgabe:
Es gibt verschiedene Gründe für Probleme beim Einschlafen.
Welche Gründe kann man leicht ändern? (AB III)
________________________________________________________________________

4. Aufgabe:
Stimmt es, dass man beim Schlafen wächst?
Schreibe die Antwort aus dem Text heraus. (AB II)
________________________________________________________________________
________________________________________________________________________

5. Aufgabe:
Kinder der vierten Klasse sind etwa 10 Jahre alt. Wie lange sollten sie in der Regel schlafen? (AB I)
________________________________________________________________________

6. Aufgabe:
Welche Sätze über Träume sagen dir, dass diese nicht die ganze Nacht andauern? Schreibe sie
heraus. (AB II)
________________________________________________________________________
________________________________________________________________________

7. Aufgabe:
Warum sind Träume lebenswichtig? Kreuze das Richtige an. (AB I/II)
. In den Träumen fallen wir in den Tiefschlaf.
. In den Träumen werde alle Erlebnisse des Tages verarbeitet.
. In den Träumen erfahren wir viele Nachrichten.

8. Aufgabe:
Was ist die wichtigste Absicht dieser Texte? Kreuze an. (AB III)
. Sie sollen über die Bedeutung des Schlafes informieren.
. Sie sollen Probleme beim Einschlafen aufzeigen.
. Sie sollen Träume beschreiben.

9. Aufgabe:
Ungefähr ein Drittel unseres Lebens verschlafen wir. Mit anderen Worten: Wer 75 wird, hat davon 25 Jahre geschlafen. So eine Verschwendung! Was hätte man in der Zeit alles anstellen können!
„Schlafen: So eine Verschwendung!“ Oder etwa nicht?
Schreibe in Stichpunkten Gründe auf, um deine Meinung vorzutragen, und bringe sie in
eine günstige Reihenfolge. (AB III)
________________________________________________________________________
________________________________________________________________________
________________________________________________________________________
________________________________________________________________________
________________________________________________________________________
________________________________________________________________________
________________________________________________________________________

Leistungserwartungen:
Die Kinder sollen die Sachtexte selbstständig lesen und ihren Sinn erfassen. Sie müssen unterschiedliche Lesestrategien nutzen können: orientierendes Lesen, um das Textganze zu verstehen, aber auch genaues und wiederholtes Lesen für das Auffinden und Verknüpfen einzelner Informationen. Mehrere Aufgaben erfordern das Herstellen von Zusammenhängen zwischen verschiedenen Textinformation sowie mit dem Vorwissen der Kinder.

Zu den erwarteten Leistungen gehören:
• Verstehen und Bearbeiten von Aufgabenstellungen
• Nutzen von Arbeitstechniken wie Unterstreichen, Textstellen herausschreiben, Schlüsselwörter erkennen, Stichpunkte nutzen
• Formulieren sprachlicher Aussagen
• Textverständnis
- einen Sachtext genau und sinnverstehend lesen
- Erkennen der Hauptinformation des Textes
- Auffinden und Nutzen von Schlüsselwörtern
- orientierendes Lesen und Wiedergabe von Textstellen
- Herstellen von Beziehungen zum eigenen Vorwissen
- bedeutungsvolle Aussagen erfassen und fixieren
- aus ähnlichen Aussagen die zutreffende ermitteln.
Das geforderte Textverständnis beinhaltet mehrere Ebenen von Verstehensleistungen, wie
• Informationen erkennen und wiedergeben: einzelne Informationen finden, aus konkurrierenden Angaben unter Nutzung des Textes die richtige finden, Wesentliches ermitteln
• einfache Zusammenhänge nachvollziehen: Wörter aus dem Zusammenhang heraus verstehen, den Zusammenhang von Textstellen herstellen, Einzelheiten zusammenfassen, Zusammenfassung mit einzelnen Aussagen belegen, Ursachen und Wirkungen erkennen
• Schlussfolgerungen ziehen, begründen, Gelesenes interpretieren und nutzen: den wesentlichen Informationsgehalt abstrahieren, Konsequenzen bewerten, eine eigene Meinung äußern und zentrale Aussagen erkennen, begründen, die Funktion eines Textes erkennen.

Im Einzelnen:
1. Aufgabe:
Aus dem ersten Text sind die wichtigsten Aussagen herauszusuchen. Gegebenenfalls ist auch der vierte Text heranzuziehen und sind Informationen miteinander zu verknüpfen.
2. Aufgabe:
Die Aufgabe erfordert genaues Lesen, da alle Aussagen im Text vorkommen und zutreffen könnten. Aus mehreren ähnlichen Angaben ist unter Berücksichtigung des Textzusammenhangs die richtige zu finden. Das Schlüsselwort der Aufgabenstellung ist als Orientierung für gezieltes Lesen zu nutzen.
3. Aufgabe:
Es ist zunächst erforderlich, die Informationen über Einschlafprobleme zu finden, wobei die Formulierung der Aufgabe nicht direkt im Text aufzufinden ist. Die Ursachen sind nach dem vorgegebenen Kriterium abzuwägen und zu beurteilen.
4. Aufgabe:
Eine vorgegebene Behauptung ist durch Textstellen zu belegen oder abzulehnen. Die Aufgabe verlangt schlussfolgerndes, wertendes Interpretieren, da die Antwort nicht wörtlich zu entnehmen ist.
5. Aufgabe:
Der gesuchte Informationszusammenhangs ist in Text 2 zu lokalisieren und eine Zuordnung zwischen den Tabellenwerten und der gewünschten Information ist zu treffen.
6. Aufgabe:
Es ist gezielt ein Abschnitt aus dem Text zu suchen, der die passende Information enthält. Genaues Lesen ist erforderlich, da in Text 1 und in Text 4 Informationen über Träume enthalten sind. Es ist ein Zusammenhang zwischen mehreren Sätzen herzustellen (Träume – Traumzeiten – Minuten).
7. Aufgabe:
Durch genaues Lesen ist aus mehreren ähnlichen Antworten die zutreffende herauszufinden. Die Antwort ist wörtlich im Text zu finden. Dazu ist das Schlüsselwort „lebenswichtig“ aus der Aufgabenstellung zu nutzen (Lesestrategie).
8. Aufgabe:
Es sind komplexe Schlussfolgerungen zu ziehen, indem die zentrale Aussage der Texte erkannt werden muss. Die Funktion und das Anliegen der Texte sind abstrahierend zu erkennen.
9. Aufgabe:
Die Aufgabenstellung beginnt mit einem Impuls zur Argumentation. Sie ist offen und anwendungsorientiert und ermöglicht weiterführende Lernhandlungen (eigene Recherchen, Vortrag, Präsentation). Eine umfassendere Stichwortsammlung muss alle vier Texte heranziehen. Die Argumente für eine Meinungsäußerung sollen geordnet zusammengestellt werden.
 

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2. Beispiel: Eine Sage verstehen

Schwerpunkt: Lesen – mit Texten und Medien umgehen; Schreiben
Bezug zu den Standards:
• Verfahren zur ersten Orientierung über einen Text nutzen
• die eigene Leseerfahrung beschreiben und einschätzen
• (Text)Angebote ... nutzen und begründet auswählen
• Erzähltexte ... kennen
• Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Texten finden
• altersgemäße Texte sinnverstehend lesen
• gezielt einzelne Informationen suchen
• Texte genau lesen
• bei Verständnisschwierigkeiten Verstehenshilfen anwenden...
• Texte mit eigenen Worten wiedergeben
• zentrale Aussagen eines Textes erfassen und wiedergeben
• handelnd mit Texten umgehen...
• eigene Gedanken zu Texten entwickeln, zu Texten Stellung nehmen ...
• Lernergebnisse geordnet festhalten...
Die Aufgabe erfordert zunächst eine begründete Entscheidung für einen von zwei Sagentexten und anschließend ein Umgehen mit einem der beiden Texte, mit einem zugeordneten Sachtext über die Textsorte Sage sowie mit einem diskontinuierlichen Text (Landkarte). Zum Leseverstehen werden unterschiedlich komplexe Teilaufgaben gestellt, vom Auffinden einfacher Informationen über die richtige Interpretation schwieriger Textstellen bis zu Anfertigung eines Bildes und zum Eintrag in einer Landkarte, in denen relevante Informationen aus dem Text wiedergegeben werden müssen.

Mit dem Beispiel sind zwei Schreibaufgaben verbunden: eine Stichwortsammlung für eine Nacherzählung und eine freie, aber vorstrukturierte Stellungnahme zum Text. Das Beispiel stellt eine komplexe Aufgabenstellung mit integrativen Teilaufgaben dar.

Aufgabe zur Textwahl:
• Überfliege die Texte und entscheide dich gleich, zu welcher Sage du gerne weiterarbeiten möchtest. (AB II)

Der Rattenfänger von Hameln
Im Jahr 1284 soll sich in der Stadt Hameln Folgendes zugetragen haben:
Die Einwohner hatten schwer mit einer Ratten- und Mäuseplage zu kämpfen. Da kam ein unbekannter Mann in die Stadt, gab sich als Rattenfänger aus und versprach gegen ein Honorar die Stadt von der Plage zu befreien. Er pfiff auf seinem Pfeifchen und sogleich kamen aus allen Häusern sämtliche Mäuse und Ratten hervorgekrochen. Sie sammelten sich um den Rattenfänger und folgten ihm an die Weser, stürzten hinein in den Fluss und ertranken. Als der Rattenfänger nach getaner Arbeit seinen Lohn verlangte, verweigerten ihm diesen aber die Bürger und er verließ verbittert und zornig die Stadt. Doch er kehrte an einem frühen Morgen wieder zurück, bekleidet wie ein Jäger und mit einem roten Hut auf dem Kopf. Abermals ließ er seine Pfeife in den Gassen hören. Doch dieses Mal folgten ihm nicht Ratten und Mäuse, sondern alle Kinder der Stadt vom vierten Jahr an. Der Rattenfänger führte sie hinaus vor die Stadt in einen Berg und dort verschwand er mit ihnen für immer.

Der Steinshof zu Overath
In fernen, vergangenen Zeiten wohnte in Overath im Bergischen Land ein sehr reicher Herr. Von seiner Burg aus beherrschte er ein großes Stück Land. Seine Untergebenen behandelte er hart, oft grausam und verlangte von ihnen schwere Dienste. An heißen Sommerabenden zum Beispiel mussten sie nach der harten Tagesarbeit an den Teichen, welche die Burg umgaben, mit langen Stöcken stehen, um die Frösche zu schrecken, damit der Schlaf der Herrschaft nicht gestört wurde.

Da trat einst die Pest in der Gegend auf und viele Menschen starben. Um vor dieser unheimlichen Krankheit sicher zu sein, beschloss der Herr, eine hohe Mauer um sein Schloss bauen zu lassen, die die Krankheit abhalten sollte. Alle Untergebenen mussten in der angestrengtesten Weise arbeiten, um den Wunsch des Herrn auszuführen. Aber schon nach kurzer Zeit erkrankte der Herr und starb. Jubelnd brachen die Menschen die Burg nieder, so dass nur ein gewaltiger Trümmerhaufen
übrig blieb. Später wurde ein Bauernhof auf den Trümmern errichtet, der von dem Steinhaufen den Namen Steinshof empfing.

• Begründe ganz kurz, warum du den Text gewählt hast. (AB III)
• Hole dir die Aufgaben zu der Sage, die du näher bearbeiten möchtest.

Aufgabenstellungen zum Text „Der Rattenfänger von Hameln“

1. Aufgabe:
• Lies den ausgewählten Text noch einmal genau durch.
• Im Text findest du das Wort „Honorar“. Was bedeutet es? Schau dir den Text genau an.
Kreuze die richtige Bedeutung an. (AB II)
. der Gewinn in einem Spiel
. der Gegner in einem Kampf
. Geld für geleistete Arbeit
• Den Satz in Zeile 10 „Doch alsbald erschien er wieder...“ kann man auch so ausdrücken:
(Kreuze das Richtige an!) (AB II)
. Aber nach einer kurzen Zeit kam er wieder...
. Wieder kam er bald zurück...
. Doch er kehrte schnell wieder um...

2. Aufgabe:
Erarbeite dir einen „roten Faden“, mit dem du die Sage nacherzählen kannst. Notiere dazu den Verlauf der Geschichte in Stichwörtern. Benutze die aufgezeichneten Kästchen. (AB II)

3. Aufgabe:
Im Text wird beschrieben, wie der Rattenfänger aussieht. Male ihn so auf. Markiere die entsprechenden Textstellen. Vergleiche Deine Zeichnung noch einmal mit den markierten Textstellen.
(AB II)

4. Aufgabe:
Lies den folgenden Text.
Wissenswertes über Sagen
Sagen berichten und erzählen aus der Vergangenheit. Sie knüpfen an wirkliche Ereignisse an, stellen oft eine Person in den Mittelpunkt oder enthalten unheimliche Vorkommnisse. Was wir erfahren, ist fantasievoll ausgeschmückt und hat oft nur wenig mit den Tatsachen zu tun. Doch in den meisten Sagen steckt ein Körnchen Wahrheit. Wie die Volksmärchen wurden auch die Sagen mündlich weitergegeben. Sagen sind häufig an einen ganz bestimmten Ort gebunden und sind manchmal auch zeitlich genau festgelegt.

Welche der folgenden Aussagen stimmen mit dem Text überein? Kreuze an. (AB II)
. In Sagen sprechen und denken Tiere wie Menschen.
. Sagen erzählen von früheren Zeiten.
. Sagen berichten ganz genau, was früher einmal wirklich passiert ist.
. Sagen haben meist einen wahren Kern.
. Sagen wurden von Anfang an aufgeschrieben.
. Sagen spielen oft an einem genauen Ort und in einigen Fällen zu einer bestimmten Zeit.

5. Aufgabe:
An welchem Ort spielt die Sage? (AB I)

6. Aufgabe:
Früher hatten die Menschen weniger Möglichkeiten, ihre Städte so sauber und reinlich zu halten wie wir heute. Es gab keine Kanalisation, keine Müllabfuhr, keine Straßenreinigung.
Deshalb geschah es in Hameln, dass ... (Kreuze das Richtige an) (AB III)
. ... Kinder verschwanden.
. ... es zu einer Rattenplage kam.
. ... die Menschen hart und geizig wurden.

7. Aufgabe:
Landkarte (Hier ist eine geeignete Landkarte vorzulegen):
• Suche die Stadt, in der die Sage spielt, auf der Landkarte und unterstreiche sie.
• Trage eine weitere Information aus der Sage in die Karte ein. (AB II)

8. Aufgabe:
Wie findest du die Sage? Verwende ein Adjektiv (z.B. lehrreich, spannend, grausam, lustig, unterhaltsam, unheimlich usw.). Begründe deine Meinung. (AB I und III)
Ich finde die Sage______________________________,
weil________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________.

Aufgabenstellungen zum Text „Der Steinshof zu Overath“

1. Aufgabe:
• Lies den ausgewählten Text noch einmal genau durch.
• Im Text findest du das Wort „Pest“. Was bedeutet es? Schau dir den Text genau an. Kreuze die richtige Bedeutung an. (AB II)
. fremder Herrscher
. Tierplage
. Krankheit, die häufig zum Tode führte
. Krankheit, die einem Schnupfen gleicht
• Im Text steht der Satz:
„Später wurde ein Bauernhof auf den Trümmern errichtet, der von dem Steinhaufen den Namen Steinshof empfing.“
Das bedeutet: (Kreuze das Richtige an) (AB II)
. Der Bauernhof und die Burg heißen heute noch Steinshof.
. Später wird berichtet, dass die Trümmer der Burg Steinshof genannt wurden.
. Der Hof wurde Steinshof genannt, weil er auf den Steinen der abgebrochenen Burg gebaut wurde.

2. Aufgabe:
Erarbeite dir einen roten Faden, mit dem du die Sage nacherzählen kannst. Notiere dazu den Verlauf der Geschichte in Stichwörtern. Benutze die aufgezeichneten Kästchen. (AB II)

3. Aufgabe:
Im Text wird beschrieben, was an heißen Sommerabenden um die Burg herum geschah. Male das auf. Markiere die entsprechenden Textstellen. Vergleiche Deine Zeichnung noch einmal mit den markierten Textstellen. (AB II)

4. Aufgabe:
Wissenswertes über Sagen
Sagen berichten und erzählen aus der Vergangenheit. Sie knüpfen an wirkliche Ereignisse an, stellen oft eine Person in den Mittelpunkt oder enthalten unheimliche Vorkommnisse. Was wir erfahren, ist fantasievoll ausgeschmückt und hat oft nur wenig mit den Tatsachen zu tun. Doch in den meisten Sagen steckt immer ein Körnchen Wahrheit. Wie die Volksmärchen wurden die Sagen auch mündlich weitergegeben. Sagen sind häufig an einen ganz bestimmten Ort gebunden und sind manchmal auch zeitlich genau festgelegt.
Welche der folgenden Aussagen stimmen mit dem Text überein? Kreuze an. (AB II)
. In Sagen sprechen und denken Tiere wie Menschen.
. Sagen erzählen von früheren Zeiten.
. Sagen berichten ganz genau, was früher einmal wirklich passiert ist.
. Sagen haben meist einen wahren Kern.
. Sagen wurden von Anfang an aufgeschrieben.
. Sagen spielen oft an einem genauen Ort und in einigen Fällen zu einer bestimmten Zeit.

5. Aufgabe:
An welchem Ort spielt die Sage ? (AB I)

6. Aufgabe:
In vergangenen Zeiten starben viele Menschen an ansteckenden Krankheiten. Sie wussten noch nicht, wie die Krankheiten übertragen wurden. Ein Versuch, sich vor Ansteckung zu schützen, wird in der Sage „Der Steinshof zu Overath“ beschrieben. Kreuze das Richtige an. (AB III)
. Die Menschen rissen alle Gebäude nieder.
. Die Menschen bauten eine hohe Mauer um ihr Zuhause.
. Alle Untergebenen mussten angestrengt arbeiten.

7. Aufgabe:
Landkarte (Hier ist eine geeignete Landkarte vorzulegen):
• Suche die Stadt , in der die Sage spielt, auf der Landkarte und unterstreiche sie.
• Trage eine weitere Information aus der Sage in die Karte ein. (AB II)

8. Aufgabe:
Wie findest du die Sage? Verwende ein Adjektiv (z.B. lehrreich, spannend, grausam, lustig, unterhaltsam, unheimlich usw.). Begründe deine Meinung. (AB I und III)
Ich finde die Sage______________________________,
weil________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________
___________________________________________________________________________.

Leistungserwartungen:
Die Schülerinnen und Schüler müssen die beiden Sagen zunächst überfliegend lesen und sich einen Eindruck von den beiden Texten verschaffen. Dies erfordert Lesestrategien des orientierenden Lesens, um das Textganze zu verstehen, und die Einordnung in bisherige Leserfahrungen. Die Aufgaben zu der von ihnen ausgewählten Sage erfordern genaues und wiederholtes Lesen für das Auffinden und Verknüpfen einzelner Informationen, aber auch das Herstellen von
Zusammenhängen zwischen verschiedenen Textinformationen sowie mit ihrem Vorwissen. Die Verstehensaufgabe zum Sachtext erfordert auch einen Rückbezug auf die gewählte Sage.

Die von den Schülerinnen und Schülern geforderten Zeichnungen verlangen eine komplexe Umsetzung von relevanten Textinformationen in Bilder. Die Schreibaufgaben verlangen Einblicke in die Textstruktur und eine geordnete Darstellung, die einem vorgegebenen Muster folgt. Zu den erwarteten Leistungen gehören:
• Verstehen und Bearbeiten von Aufgabenstellungen
• Nutzen von Arbeitstechniken wie Textstellen herausschreiben, Schlüsselwörter erkennen, Stichpunkte nutzen
• Formulieren sprachlicher Aussagen
• orthographische Überprüfung und Korrektur
• Textverständnis
- die Texte genau und sinnverstehend lesen
- Erkennen der Hauptinformation des Textes
- Auffinden und Nutzen von Schlüsselwörtern
- orientierendes Lesen und Wiedergabe von Textstellen
- Herstellen von Beziehungen zum eigenen Vorwissen
- bedeutungsvolle Aussagen erfassen und fixieren
- aus ähnlichen Aussagen die zutreffende ermitteln.

Zu den Verstehensleistungen im Rahmen des geforderten Textverständnisses vgl. 1. Aufgabenbeispiel
(S.25 f.).
Im Einzelnen:
Aufgabe zur Textwahl:
Die Begründung für die Auswahl kann und soll subjektiv sein und wird meist vom thematischen Interesse ausgehen. Eine Beobachtung zum sprachlichen Schwierigkeitsgrad stellt eine besondere Leistung dar.

1. Aufgabe:
Die richtige Zuordnung im 1. Teil ist im „Rattenfänger“ schwieriger als im „Steinshof“. Bei der geforderten Interpretation des Satzes verhält es sich umgekehrt.

2. Aufgabe:
Das Wesentliche des Handlungsverlaufs der Sage muss vollständig und in der richtigen Reihenfolge wiedergegeben werden.

3. Aufgabe:
Die ästhetische Gestaltung ist ohne Bedeutung. Es kommt darauf an, dass die Einzelheiten und ihre Beziehung zueinander, die im Text erkennbar sind, repräsentiert werden. Der Rückbezug auf Vorwissen spielt hier allerdings eine gewisse Rolle.

4. Aufgabe:
Diese Aufgabe ist eine Verstehensaufgabe und keine literarisch-analytische. Allerdings liegt die Schwierigkeit der Aufgabe im Thema dieses Textes. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich auf einen Sachtext einlassen, der Aussagen über Merkmale einer Gattung macht. Dies wird besonders anspruchsvoll, wenn sie diese noch nicht im Unterricht behandelt haben. Die zu beurteilenden Aussagen sind zudem nicht einfach Textwiederholungen, sondern z.T. Umschreibungen.

5. Aufgabe:
Die Aufgabe ist mit einer einfachen Informationsentnahme aus dem Text gelöst.

6. Aufgabe:
Die Schülerinnen und Schüler müssen eine Hintergrundinformation in einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang mit einer zentralen Aussage des Textes bringen.

7. Aufgabe:
Hier müssen Informationen auf der Landkarte mit solchen aus dem Text verbunden werden. Der erste Teil ist eine einfache Zuordnung. Der zweite Teil der Aufgabe erfordert Kenntnisse darüber, was auf Landkarten allgemein repräsentiert ist, und Überlegungen dazu, was aus dem Text der Sage dazu gehören könnte.

8. Aufgabe:
Die Aufgabe erfordert zunächst eine allgemeine Einschätzung des Charakters des Sagentextes und verlangt in der Begründung ein Eingehen auf wesentliche Merkmale der wiedergegebenen Ereignisse.
 

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3. Beispiel: Einen Sachtext verstehen und dazu schreiben

Schwerpunkt: Lesen – mit Texten und Medien umgehen; Schreiben
Bezug zu den Standards:
• altersgemäße Texte sinnverstehend lesen
• Verfahren zur ersten Orientierung über einen Text nutzen
• gezielt einzelne Informationen suchen
• Texte genau lesen
• zentrale Aussagen eines Textes erfassen und wiedergeben
• eigene Gedanken zu Texten entwickeln, zu Texten Stellung nehmen ...
Der erste Teil erfordert das genaue Lesen eines Sachtextes. Zum Leseverstehen werden unterschiedlich komplexe Teilaufgaben gestellt, vom Auffinden einfacher Informationen bis zum Ziehen und Darstellen komplexerer Schlussfolgerungen auf der Basis überschauender Textkenntnis. Die freie Schreibaufgabe im zweiten Teil verlangt die fantasievolle Nutzung von Informationen aus dem Text in Verbindung mit allgemeinem Weltwissen. Der Sachtext orientiert sich an dem Interessenshorizont und an der Lebens- und Erfahrungswelt von Kindern in der Stadt und im ländlichen Raum. Der Text sollte in einen inhaltlichen Kontext zum Sachunterricht stehen. Die Kinder lesen den Text und entnehmen ihm Informationen, die sie anschließend in unterschiedlicher Komplexität reproduzieren bzw. neu organisieren. Das Beispiel stellt eine komplexe Aufgabenstellung mit integrativen Teilaufgaben dar.

Aufgabenstellung:
Lies den Text genau und löse die folgenden Aufgaben zum Text!

Der Igel

Der Igel ist etwa 22 bis 27 cm lang und 14 cm hoch. Auf dem Rücken hat er viele, fast gleich lange Stacheln (ca. 3 cm). Bauch und Gesicht sind behaart. Seine Farbe geht von Erdfarben bis Grau und Braun. Auf seinem Stachelpanzer wimmelt es meist von Flöhen. Er besitzt eine spitze Schnauze, die in einem kleinen Rüssel endet. Die Ohren sind breit und rund, seine Augen schwarz und klein. Der größte Teil seiner Nahrung besteht aus Insekten, daneben auch aus Regenwürmern,
Nacktschnecken, kleinen Vögeln und gelegentlich Mäusen. Der Igel ist ein Einzelgänger, aber meist im Mai / Juni bekommt das Igelweibchen drei bis sechs blinde Junge mit weichen, weißen Stacheln. Die Jungen kommen in einem gut gepolsterten Versteck zur Welt. Im Herbst sind sie selbständig und suchen sich ihre Nahrung selbst.
Der Igel ist ein Dämmerungs- und Nachttier. Den Tag verschläft er in seinem großen Nest, das er sich aus Blättern, Stroh und Heu gebaut hat. Igel findet man in dichtem Gebüsch, in hohlen Baumstämmen, in Gartenhecken oder in Laubhaufen. Sie machen einen langen Winterschlaf und rollen sich dazu in einem trockenen, vor Kälte geschützten Versteck ein. Noch bevor die kalten Tage kommen, fressen sie sich Fettvorräte an. Igel legen keine Wintervorräte an.
Die verschiedenen Feinde des Igels sind Fuchs, Uhu, Hund und Dachs. Auch vom Menschen vergiftete Nahrung (Schnecken und Insekten) gefährden ihn. Die größte Gefahr für den Igel sind die fahrenden Autos! Da der Igel bei drohender Gefahr nicht flüchtet, sondern sich zu einer stacheligen Kugel einrollt, wird er auf Landstraßen und Autobahnen oft totgefahren.

1. Aufgabe:
Wie sieht der Igel aus? (AB I)
• Schreibe auf, was der Text über die Größe des Igels sagt.
_________________________________________________________________________
• Bauch und Gesicht sind:
. nackt
. stachelig
. behaart (Kreuze das Richtige an.)
• Beschreibe die Schnauze des Igels.
_________________________________________________________________________
• Die Augen sind __________________ und ________________.
• Beschreibe, wie die neu geborenen Igeljungen aussehen.
_________________________________________________________________________

2. Aufgabe:
Aus welchen Materialien baut sich der Igel sein Nest? (AB I und II)
_________________________________________________________________________

3. Aufgabe:
Wovon ernährt sich der Igel? Kreuze die richtigen Wörter an. (AB I)
. Blätter
. Heu
. Meisen
. Mäuse
. Stroh
. Regenwürmer

4. Aufgabe:
Wie lange versorgt das Igelweibchen seine Jungen, bis sie selbstständig auf Nahrungssuche gehen? (AB II)
_________________________________________________________________________

5. Aufgabe:
Wann kannst du einem Igel nicht begegnen?
Erkläre deine Antworten. Der Text hilft dir. (AB II)
_________________________________________________________________________
_________________________________________________________________________
_________________________________________________________________________

6. Aufgabe:
Warum fressen sich Igel vor dem Winter einen Fettvorrat an?. (AB II)
_________________________________________________________________________
_________________________________________________________________________

7. Aufgabe:
Begründe aus dem Text, warum Autos die größte Gefahr für Igel darstellen. (AB II)
_________________________________________________________________________
_________________________________________________________________________
_________________________________________________________________________

8. Aufgabe:
Hast du Ideen, wie man den Igel schützen kann? Schreibe sie auf. (AB III)

Leistungserwartungen:
Die Kinder müssen den Sachtext selbstständig lesen und den Sinn erfassen. Sie nutzen dabei unterschiedliche Lesestrategien wie orientierendes Lesen, um das Textganze zu verstehen, sowie genaues und wiederholendes Lesen für das Auffinden und Verknüpfen einzelner Informationen. Die komplexeren Aufgaben zum Textverstehen erfordern das Herstellen von Zusammenhängen zwischen Textinformationen und eigenem Vorwissen. Zu den Verstehensleistungen im Rahmen des geforderten Textverständnisses vgl. 1. Aufgabenbeispiel (S.25 f.).
Im Einzelnen:

1. Aufgabe:
Gezielte Teilinformationen sind im Text zu erkennen und aus angebotenen Antwortmöglichkeiten richtig auszuwählen bzw. als eigen formulierte Antwort wiederzugeben.
2. Aufgabe:
Die Aufgabe erfordert genaues, Informationen isolierendes Lesen, weil im Text die Baumaterialien und die Orte des Nestbaus eng miteinander verbunden sind.

3. Aufgabe:
Die Aufgabe erfordert genaues Lesen, da alle Angaben im Text vorkommen und auch grundsätzlich als Antwortmöglichkeit in Frage kommen könnten.

4. Aufgabe:
Die Aufgabe erfordert, dass die Schülerinnen und Schüler zwei Informationen der Textpassage miteinander verknüpfen und daraus eine neue Information ableiten.

5. Aufgabe:
Hier wird erwartet, dass einzelne Informationen miteinander in Verbindung gebracht werden und in veränderter Form - mit eigenen Worten und aus einer anderen Perspektive - wiedergegeben werden.

6. Aufgabe:
Die Aufgabe erfordert wiederholtes, genaues Lesen, gezielte Informationsentnahme und das Ziehen von Schlussfolgerungen aus den Textinformationen. Hier können die Leser auch eigenes Wissen einbringen.

7. Aufgabe:
Die Informationen sind aus dem Text zu entnehmen und in einen begründenden Zusammenhang zu bringen. Eigene Schlussfolgerungen sind zu ziehen.

8. Aufgabe:
Die Aufgabe erfordert, dass Textpassagen noch einmal genau gelesen werden, dass die Informationen für schlussfolgernde Überlegungen genutzt und mit eigenem, textunabhängigem Wissen verbunden werden. Ein persönlicher Bezug zum Gelesenen und eine identifikatorische Beziehung zum Sachthema können hergestellt werden. Die Offenheit der Aufgabenstellung lässt realistische und phantastische Problemlösungen zu.
 

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4. Beispiel: Einen Kurzvortrag halten und ein Gespräch führen

Schwerpunkt: Sprechen und Zuhören
Bezug zu den Standards:
• an der gesprochenen Standardsprache orientiert und artikuliert sprechen
• funktionsangemessen sprechen: erzählen, informieren, argumentieren, appellieren
• Sprechbeiträge und Gespräche situationsangemessen planen
• sich an Gesprächen beteiligen
• gemeinsam entwickelte Gesprächsregeln beachten: z.B. andere zu Ende sprechen lassen, auf Gesprächsbeiträge anderer eingehen, beim Thema bleiben
• Anliegen und Konflikte gemeinsam mit anderen diskutieren und klären
• Inhalte zuhörend verstehen
• gezielt nachfragen
• Verstehen und Nicht-Verstehen zum Ausdruck bringen
• sich in eine Rolle hineinversetzen und sie gestalten
• Perspektiven einnehmen
• Situationen in verschiedenen Spielformen szenisch entfalten
• Sachverhalte beschreiben
• Lernergebnisse präsentieren ...
• über Lernerfahrungen sprechen und andere in ihren Lernprozessen unterstützen

Dieses Aufgabenbeispiel ist ausdrücklich aufgenommen worden, um deutlich zu machen, dass auch der Bereich „Sprechen und Zuhören“ zentral für den Kompetenzerwerb im Deutschen ist. Das Beispiel erfordert die Planung und Ausgestaltung eines argumentativen Gespräches über die Anschaffung eines Haustieres zwischen einer Mutter und ihrem Kind.. Als Vorbereitung dafür sollen sich die Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Medien Informationen beschaffen und sie in einem kleinen Vortrag präsentieren.

Aufgabenstellung:
Du sollst mit einem Partner zusammen ein Gespräch über die Anschaffung eines Meerschweinchens führen. Dabei spielt ihr verschiedene Rollen und deshalb erhält jeder von euch einen unterschiedlichen Arbeitsauftrag, den ihr zunächst allein bearbeitet. Anschließend sollt ihr gemeinsam das Gespräch führen. Um Argumente für das Gespräch sammeln zu können, musst du dir zuerst einmal Informationen beschaffen. Du kannst dazu Lexika, Sachbücher oder das Internet nutzen.

1. Aufgabe:
Suche aus unterschiedlichen Quellen deiner Wahl (s.o.) heraus, was du über Meerschweinchen und ihre Haltung finden kannst. Notiere dir in Stichpunkten, was wichtig ist. Berücksichtige folgende Bereiche: äußere Merkmale, Lebensgewohnheiten, Haltung. (AB II)

2. Aufgabe:
Ordne die Stichpunkte so, dass du damit einen kleinen Vortrag halten kannst. Überlege dir, wie du den Vortrag anschaulich und lebendig gestalten kannst. (AB III)

3. Aufgabe:
Halte den Vortrag in der Klasse. (AB III)

4. Aufgabe:
Hör dir die Vorträge deiner Mitschüler/innen genau an. Stelle Fragen, wenn etwas unklar ist. Sag, was du an den Vorträgen gut oder weniger gut findest. Begründe deine Einschätzung.

5. Aufgabe:
Bereite zusammen mit deinem Partner/deiner Partnerin ein Rollenspiel vor, in dem es um die Anschaffung eines Haustiers geht. Einer von euch soll das Kind (A), der andere die Mutter (B) spielen. Sammelt jeweils weitere Argumente für das Gespräch! (AB II/III)
5 A:
Situation:
Du wünschst dir schon seit längerer Zeit ein Meerschweinchen als Haustier. Mehrmals hast du mit deiner Mutter darüber gesprochen. Sie lehnt deinen Wunsch aber bisher ab. Oft hast du das Gefühl, dass sie dir nicht richtig zuhört. Daher beschließt du, deiner Mutter in einem letzten Gesprächsversuch deine Gründe (Argumente) für die Anschaffung eines Meerschweinchens als Haustier zu erklären. Mögliche Argumente für die Anschaffung eines Meerschweinchens sind z.B.:
• Meerschweinchen werden schnell zahm und sind friedlich.
• Meerschweinchen sind gesellige Tiere. Man kann gut mit ihnen spielen.
• An der Anschaffung und an den Kosten für das Futter kann man sich mit seinem Taschengeld beteiligen.
• ...
5 B:
Situation:
Du sollst dich in die Rolle einer Mutter hineinversetzen, deren Kind (das ist dein Partner) sich schon seit längerer Zeit ein Meerschweinchen als Haustier wünscht. Mehrmals hat es mit dir darüber gesprochen. Du lehnst seinen Wunsch aber bisher ab. In einem erneuten Gespräch möchtest du deine Gründe (Argumente) gegen ein solches Haustier erklären. Mögliche Argumente gegen die Anschaffung eines Meerschweinchens sind z.B.:
• Ein Meerschweinchen macht viel Arbeit, die dann am Ende an mir hängen bleibt.
• Ein Meerschweinchen kostet Geld, auch das Futter und der Käfig müssen bezahlt werden.
• Meerschweinchen brauchen Zuwendung und Pflege, man kann sie nicht wie ein Spielzeug in die Ecke stellen.
• ...

6. Aufgabe:
Überlegt, ob ihr euch auch auf einen Kompromiss einlassen könnt. Wie könnte der aussehen? (AB III)

7. Aufgabe:
Führt das Gespräch vor der Klasse. (AB II/III)

8. Aufgabe:
Vergleicht die unterschiedlichen Gespräche. Gebt an, was ihr gut fandet und was nicht. Begründet eure Einschätzungen. (AB III)

Leistungserwartungen:
Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst ihre gefundenen Informationen über das Haustier mündlich geordnet präsentieren und die Präsentationen von Mitschülerinnen und Mitschülern beurteilen. In dem anschließenden informellen, aber sachlichen und potentiell konfliktträchtigen, argumentierenden Gespräch sollen sie ihre Rollen überzeugt und überzeugend spielen. Sie sollen ihre Ziele zu erreichen suchen, dabei Techniken des überzeugenden Sprechens anwenden, aber auch die vereinbarten Gesprächsregeln sowie die sprachlichen und formalen Kriterien der Gesprächsführung einhalten. Sie sollen ihre Positionen begründet vortragen
und dabei auch Verständnis für die Gegenposition zeigen, gegebenenfalls zu Kompromissvorschlägen kommen.

Wurden hinreichende und einsichtige - über die Vorgabe hinausgehende - Argumente für bzw. gegen die Erfüllung des Wunsches geäußert? Waren die Argumente aussagekräftig und überzeugend? Wurde der Sachverhalt verständlich dargelegt? Wurde das Thema beibehalten? Enthielt der jeweilige Redebeitrag die nötigen Informationen? War der vorgeschlagene Kompromiss angemessen? War der Gesprächsteilnehmer in seinen Äußerungen verständlich? Wurden sprachliche Mittel
so eingesetzt, dass sie die Absicht des Gesprächsteilnehmers sinnvoll unterstützten bzw. war die jeweils gewählte Sprachform im Hinblick auf die Intention angemessen, z.B.: ernst, sachlich, höflich ...? Wurde artikuliert und deutlich gesprochen? War der jeweilige Redebeitrag flüssig? War das Sprechtempo angemessen? Wurden Wörter sinnvoll betont? Wurden die Redelautstärke und -tempo je nach Intention bewusst eingesetzt? Wurden Gesprächsregeln eingehalten? Wurde dem Gesprächspartner aufmerksam zugehört? Wurde das Zuhören durch Blickkontakt bzw. Mimik und Gestik unterstützt? Wurden (Zwischen-)
Fragen zum Gehörten gestellt? Wurde auf Gehörtes geantwortet? Konnte der Gesprächspartner ausreden? Wurden eigene Redebeiträge durch Körpersprache sinnvoll unterstützt? Konnten sich die Gesprächsteilnehmer auf das Rollenspiel einlassen? Wurde die Eigenart der jeweiligen Rolle angenommen? Wurde die übernommene Rolle locker und unbefangen gespielt?

 

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5. Beispiel: Einen Dialog gestalten und beurteilen

Schwerpunkte: Sprechen (bzw. Schreiben); Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Bezug zu den Standards:
• an der gesprochenen Standardsprache orientiert und artikuliert sprechen
• funktionsangemessen sprechen ...
• Sprechbeiträge und Gespräche situationsangemessen planen
• Perspektiven einnehmen
• sich in eine Rolle hineinversetzen und sie gestalten
• Beziehung zwischen Absicht – sprachlichen Merkmalen – Wirkungen untersuchen
• Rollen von Sprecher/Schreiber – Hörer/Leser untersuchen und nutzen
• über Verstehens- und Verständigungsprobleme sprechen
• grundlegende sprachliche Strukturen und Begriffe kennen...
• verständlich, strukturiert, adressaten- und funktionsgerecht schreiben: ... Gedanken und Gefühle; Bitten, Wünsche, Aufforderungen und Vereinbarungen ...
• Zeichensetzung beachten ...
Das Aufgabenbeispiel erfordert die Abfassung eines kurzen Dialogs zwischen zwei Personen in einer Alltagssituation, bei dem jeweils bestimmte Sprechabsichten vorgegeben werden, für die die Schülerinnen und Schüler Formulierungen finden müssen. Sie sollen den Dialog nach kurzer Vorbereitungszeit zu zweit sprechen. Bei einem zweiten Durchgang sollen sie Verbesserungsvorschläge berücksichtigen. (Es ist auch denkbar, den Dialog schreiben zu lassen; dann treten Standards aus dem Schreiben hinzu.)

Das Beispiel stellt eine komplexere Aufgabenstellung dar.
Aufgabenstellung:
Macht zu zweit ein Rollenspiel zu der folgenden Situation:
In Ninas Zimmer sieht es ziemlich schlimm aus. Der Schreibtisch liegt voll mit Büchern, Heften und Stiften. Auf dem Boden liegen alle möglichen Kleidungsstücke herum. Schranktüren und Schubladen stehen offen. Ninas Mutter sieht das Durcheinander. Sie möchte, dass ihre Tochter aufräumt. Aber Nina spielt mit ihrer Eisenbahn. Jetzt entsteht das folgende Streitgespräch.
Die Mutter bittet höflich:______________________________________________________________________
Nina hat nicht genau zugehört.
_____________________________________________________ fragt sie unkonzentriert.
Darauf fragt
die Mutter:__________________________________________________________________
Nina versucht es
mit einer Ausrede:____________________________________________________________
Mutter ermahnt Nina geduldig:__________________________________________________
_________________________________________________________________bettelt Nina.
Mutter schimpft:_____________________________________________________________
Nina fängt an aufzuräumen und meckert vor sich hin:

1. Aufgabe:
Überlegt, was Nina und ihre Mutter sagen könnten und achtet darauf, wie sie es sagen. Die Redebegleitsätze geben euch dafür Hinweise. (AB II)
(Zusatz beim Schreiben des Dialogs: Achte auf die Satzart und die wörtliche Rede; setze die richtigen Satzzeichen ein.)

2. Aufgabe:
Probt eure Rollen und spielt der Klasse euer Gespräch vor. (AB III)

3. Aufgabe:
Sprecht über eure Rollenspiele. Wie wurden die Aufgaben gelöst? Was ist gut gelungen? Erarbeitet Verbesserungsvorschläge und haltet sie fest. (AB III)

4. Aufgabe:
Spielt euer Rollenspiel ein zweites Mal und berücksichtigt dabei die Verbesserungsvorschläge. (AB III)

Leistungserwartungen:
Die Aufgabenstellung verlangt von den Schülerinnen und Schülern die Planung eines Rollenspiels, bei dem die Vorgaben sich sowohl auf den Inhalt des Gesprächs als auch auf die Sprechabsichten beziehen. Das erfordert eine zweckentsprechende Auswahl sprachlicher und sprecherischer Mittel. Beim Vorspielen des Rollenspiels vor der Klasse müssen diese Mittel wirkungsvoll eingesetzt werden. Das daran anschließende Klassengespräch zeigt den spielenden Kindern, inwieweit es ihnen gelungen ist, die Absichten und Emotionen ihrer Rollenfiguren in Wortwahl, Satzbau, sprecherischem Ausdruck, Gestik und Mimik zu verwirklichen.
Die im Klassengespräch entwickelten Verbesserungsvorschläge sollen beim zweiten Durchgang berücksichtigt werden.
(Wird der Dialog geschrieben, so müssen die Schülerinnen und Schüler genau auf die Vorgaben achten, die in den Begleitsätzen und durch ihre Anordnung vorgegeben sind: Das betrifft die vorgegebene Redeabsicht wie auch Satzzeichen und Redezeichen bei vorgestelltem oder nachgestelltem Begleitsatz.)
 

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6. Beispiel: Eine Gegenstandbeschreibung als Schreibprozess gestalten

Schwerpunkte: Schreiben; Lesen – mit Texten und Medien umgehen; Sprechen und Zuhören; Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Bezug zu den Standards:
• Schreibabsicht, Schreibsituation, Adressaten und Verwendungszusammenhang klären
• verständlich, strukturiert, adressaten- und funktionsgerecht schreiben: ...
Erfahrungen und Sachverhalte
• Texte auf Verständlichkeit und Wirkung überprüfen
• Texte in Bezug auf die äußere und sprachliche Gestaltung und auf die sprachliche Richtigkeit hin optimieren
• Texte genau lesen
• gezielt nachfragen
• Beobachtungen wiedergeben
• Sachverhalte beschreiben
• Beziehungen zwischen Absicht – sprachlichen Merkmalen – Wirkungen untersuchen
• über Verstehens- und Verständigungsprobleme sprechen.
Der in diesem Aufgabenbeispiel zu verfassende Sachtext wird entworfen und in einem dialogischen Verfahren einer kritischen Bewährung unterworfen, deren Ergebnisse als Überarbeitungshinweise für die Optimierung genutzt werden: Ein Gegenstand ist so zu beschreiben, dass ein Partner in der Lage ist, diesen zeichnerisch wiederzugeben. Das Gespräch über den Text und die korrespondierende Zeichnung führt zur Kontrolle des Textverstehens und zur Entwicklung von Überarbeitungsgesichtspunkten für die Beschreibung. Das Beispiel stellt eine komplexe, integrative Aufgabenstellung dar.

Aufgabenstellung:
Beschreibe eine Handpuppe so, dass dein Partner sie nach dieser Beschreibung malen kann. Sprecht anschließend über die Unterschiede zwischen deiner Beschreibung und dem Bild und ihre Ursachen. Überarbeite deine Beschreibung dementsprechend.

Zur Durchführung der Aufgabe
Material:
• 2 verschiedene Puppen (z.B. Handpuppen, Stabpuppen) oder 2 Fantasiefiguren (z.B. aufgestellt in Schuhkartons oder hinter einer spanischen Wand), die einfach zu malen sind und dennoch etliche besondere Details enthalten wie verschiedene Farben (hellgrün, dunkelgrün, ...), Formen (rund, eckig, spitz, fünfzackig, ...), Materialien und besondere Gegenstände an bestimmten Stellen (ein Zauberstab mit fünfzackigem Stern in der linken Hand, ein hüftlanger Schleier am spitzen Hut, ein grüner herzförmiger Ring am linken Ringfinger, eine Haarspange,...)

Jeder Schüler braucht:
• Arbeitsblatt 1 mit den Schreibaufgaben 1 und 3 als Schreibblatt mit weitem Zeilenabstand für übersichtliche Textüberarbeitung
• Arbeitsblatt 2 für die Malaufgabe
• Arbeitsblatt 3 mit der Schreibaufgabe 4 als Schreibblatt für die überarbeitete Fassung
• einen Stift zum Schreiben
• einen roten Stift zum Überarbeiten
• Buntstifte zum Malen

Ablauf:
Die Tischnachbarn werden getrennt. Es werden zwei Gruppen von Kindern gebildet, die in entgegengesetzten Raumecken sitzen. Jede Gruppe sieht jeweils nur eine der zwei Handpuppen als Muster/Vorbild und jedes Kind beschreibt sie für sich. Die Lehrkraft weist darauf hin, dass auch Einzelheiten genau beschrieben werden sollen, damit sie später möglichst genau gemalt werden können. Danach erhält jedes Kind den Text, den sein Tischnachbar angefertigt hat, liest ihn genau und
malt danach die Handpuppe.
Anschließend werden beide Handpuppen gezeigt. Die Tischnachbarn vergleichen sie nacheinander mit Text und Bild und überlegen, worauf die Unterschiede beruhen. Dabei sammeln sie auch Hinweise für die Textüberarbeitung und fügen sie mit anderer Farbe als Notiz in den Text ein.
Jedes Kind überarbeitet abschließend seinen Text. Beim Schreiben dieses Textes ist auch die Rechtschreibung zu überprüfen.
Damit alle Schüler zur gleichen Zeit vom Schreiben zum Malen (von Aufgabe 1 zu 2) sowie zum gemeinsamen Text-Bild-Vergleich (von Aufgabe 2 zu 3) wechseln, gibt die Lehrkraft jeweils einen zeitlichen Rahmen für jede Aufgabe vor (z.B. 15 Minuten pro Aufgabe) und kündigt 2 bis 3 Minuten vorher das Ende der Schreib- bzw. Malphase an.

1. Aufgabe:
Beschreibe die Handpuppe. Nach deinem Text soll dein Tischnachbar die Handpuppe anschließend möglichst genau malen können. (Zeitbegrenzung) (AB III)

2. Aufgabe:
Lies den Text deines Tischnachbarn genau durch. Male die Handpuppe genau so, wie er sie beschrieben hat. (Zeitbegrenzung) (AB III)

3. Aufgabe:
Einigt euch, mit welcher Handpuppe ihr beginnt. Vergleicht das Bild mit der Handpuppe und dem Text. Sprecht darüber. (AB III)
- Was ist gleich, was ist anders?
- Hat der Maler den Text genau genug gelesen?
- Hat der Schreiber die Handpuppe genau genug beschrieben?
- Was muss im Text verändert werden, damit die Handpuppe noch genauer gemalt werden kann?
Mach dir dazu kurze Notizen für die Überarbeitung deines Textes. Benutze dafür auf dem Arbeitsblatt 1 den roten Stift. (AB III)
Danach verfahrt ihr ebenso mit der Beschreibung der anderen Handpuppe. (Zeitbegrenzung für das Gespräch über die beiden Texte).

4. Aufgabe:
Ein anderer Maler hat die Handpuppe noch nicht gesehen und soll sie möglichst genau malen.
Nutze die Notizen und Hinweise aus der Partnerarbeit und schreibe es ihm noch besser auf, wie die Handpuppe aussieht (AB III). Prüfe und korrigiere jetzt auch die Rechtschreibung. (AB I)

Leistungserwartungen:
Die Aufgabe bezieht sich sowohl auf den Prozess des Schreibens und Überarbeitens als auch auf den endgültigen Text. Dementsprechend ist neben dem Endprodukt der Prozess Gegenstand der Beurteilung, der durch die Notizen beim Gespräch über den Text – mit anderer Farbe auf dem ursprünglichen Arbeitsblatt 1 - und durch den neuen Text (Überarbeitung) dokumentiert ist. Die Darstellungsleistung des Schreibers und die Verstehensleistung des Lesers sind hier eng
aufeinander bezogen und die erreichte Qualität der Überarbeitung ist auch Ergebnis ihrer Zusammenarbeit bei der Selbstbeurteilung. Die Kriterien für den Text entwickeln die Schülerinnen und Schüler während des Schreibens, Malens und Überarbeitens:
• genaue und detaillierte Beschreibung der Handpuppe
• präzise und verständliche Formulierungen
• strukturierter Aufbau der Beschreibung
• sprachliche und orthographische Richtigkeit.
 

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7. Beispiel: Einen Text korrigieren und beurteilen
Schwerpunkte: Rechtschreiben; Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Bezug zu den Standards:
• über Fehlersensibilität und Rechtschreibgespür verfügen
• Rechtschreibhilfen verwenden: Wörterbuch nutzen, ...
• grundlegende sprachliche Strukturen und Begriffe kennen
• Texte auf Verständlichkeit und Wirkung überprüfen.
Das Aufgabenbeispiel erfordert die sprachliche und orthographische Korrektur eines Schülertextes sowie die Kennzeichnung einiger seiner Textmerkmale. Der Text verbindet die Teilaufgaben in integrativer Weise. Das Beispiel stellt eine im Umfang eher begrenzte, aber integrative Aufgabenstellung dar, die die Vernetzung der Aufgabenbereiche des Deutschunterrichts deutlich macht.

Aufgabenstellung:
Die Mädchen und Jungen der Klasse 3 haben viele Geschichten geschrieben: spannende, traurige, witzige, verrückte... Die Geschichten sollen im Geschichtenbuch der Klasse veröffentlicht werden.

Den ersten Teil von Neles Geschichte kannst du hier lesen. Nele braucht noch ein wenig Hilfe von dir.

Die kleine Hexe und das Pferd Max
1. Kapitel: Die wundersame Rettung
Die kleine Hexe reitete gerade auf ihrem Pferd auf dem Waldweg durch den Wald. Da Hörte sie Klagerufe und reitete auf die rufe zu und sah nach 5 Minuten Reiten einen Kaninchenbau, der in Flammen stand „Max, hü, schneller, lauf doch zu!“ Die Kleine Hexe sprang von ihrem Pferd und lief zum Kaninchenbau. Sie schrie Max, hol schnell Wasser, beeile dich! Die kleine Hexe kletterte zum Kaninchenbau und rief: „Hasenmutter, leben Sie noch?“ Sie horchte einmal kurz und hörte ein Schnaufen und ein Husten. Sie spähte in den Rauch und erkannte einen Umris. Lag da nicht jemand? Sie rannte auf den Fleck zu. Die Hasenmutter lag ohnmächtig auf dem Boden. Die  kleine Hexe versuchte, die Hasenmutter zu ziehen, aber es ging nicht, sie war zu schwer. Sie schleppte sie dann doch noch ans Licht. Sie rennte noch mal rein. Sie suchte in den Flammen die 5 Kaninchenkinder und sie fand schließlich alle. Dann kam Max und Schüttete das ganze Wasser auf den Bau. die kleine Hexe kroch aus dem Bau und jubelte: „Max, du Held, du hast uns gerettet!“

1. Aufgabe:
Bestimmt hast du dich auch über die wundersame Rettung der Kaninchenbabys gefreut. Nele ist sich aber nicht sicher, ob ihr die Geschichte gelungen ist. Sag ihr, was sie gut gemacht hat. Wodurch ist es ihr gelungen, spannend und lebendig zu erzählen? (AB III)

2. Aufgabe:
Nele muss noch prüfen, ob alles richtig geschrieben ist. Hilf ihr dabei. Lies jetzt noch einmal alle Sätze aufmerksam und korrigiere die Fehler auf der Zeile unter dem Text. (AB III)
a) Sind alle Nomen und Satzanfänge groß geschrieben?
b) Prüfe die Kleinschreibung der Verben und Adjektive.
c) Stimmt die Zeichensetzung der wörtlichen Rede?
d) Kontrolliere mit deinem Wörterbuch die Schreibung des hier fehlenden Wortes:
Sie spähte in den Rauch und erkannte einen ________.

Leistungserwartungen:
1. Aufgabe:
Es sind Merkmale des Textes zu finden, durch die Spannung und Lebendigkeit erzeugt werden; z.B. Kapitelüberschrift, wörtliche Rede, unterschiedliche Satzarten, Adjektive, ausdrucksstarke Verben.

2. Aufgabe:
Die Fehlerkorrektur eines komplexen Textes ist eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe. Die Hinweise dienen der Aufmerksamkeitsschärfung und sollten dazu führen, dass die wesentlichen Fehler gefunden und korrigiert werden.
 

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8. Beispiel: Rechtschreibung klären und Sprache untersuchen

Schwerpunkte: Lesen; Rechtschreibung; Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Bezug zu den Standards:
• Zeichensetzung beachten ...
• Rechtschreibstrategien verwenden: Mitsprechen, Ableiten, Einprägen
• Rechtschreibhilfen verwenden: Wörterbuch nutzen, ...
• über Fehlersensibilität und Rechtschreibgespür verfügen
• Wörter strukturieren und Möglichkeiten der Wortbildung kennen
• Wörter sammeln und ordnen
• altersgemäße Texte sinnverstehend lesen
• grundlegende sprachliche Strukturen und Begriffe kennen
Ausgehend von einem kurzen Sachtext wird eine Aufgabensammlung zusammengestellt. Diese erfasst sowohl einzelne Aspekte von Rechtschreibfähigkeit als auch Wissen über Strukturen, Bausteine und Phänomene von Sprache sowie die Kenntnis und Nutzung von Rechtschreibstrategien. Der Sachtext bildet eine thematische Klammer für das zu untersuchende Wortmaterial.

Das Beispiel stellt eine komplexe Aufgabenstellung dar.

Leistungen im Tierreich
Schlaumeier
Warum nennt man Delfine auch Schlaumeier
Delfine sind sehr kluge Lebewesen sie haben das am höchsten entwickelte Gehirn aller Tiere 
Delfine können nicht nur nachahmen sie können sogar selbstständig denken 
ihre Lautsprache ist vielfältig sie versuchen sich damit wirksam zu verständigen

1. Aufgabe:
Lies den Text durch. Es fehlen Satzzeichen. Schreibe den Text fehlerfrei ab und ergänze die Satzzeichen. (AB I)

2. Aufgabe:
Du willst einem Kind helfen, das beim Schreiben einiger Wörter unsicher ist. Diese Stellen hat es unterstrichen. Setze die richtige Schreibung ein. Denke nach und schreibe auf, was ihm weiterhilft. (AB II/III)
Beispiel: lebewesen: richtig: Lebewesen
weil: großer Buchstabe, Nomen, das „Lebewesen“ (Artikel)
Tire: richtig:
weil:
selpstständig: richtig:
weil:
vielfältich: richtig:
weil:
am höksten: richtig:
weil:

3. Aufgabe:
Im Text steht das Verb versuchen. Es hat den Wortbaustein ver-.
Es gibt noch viele andere Wortbausteine. Versuche, fünf Wortbausteine zu finden und schreibe jeweils zwei Beispielwörter auf. (AB II)
Wortbaustein Beispielwörter
Beispiel: verabversuchen, ...
abholen, ...

4. Aufgabe:
Schreibe die Adjektive aus dem Text heraus (AB I). Trage sie an der richtigen Stelle in die Tabelle ein (AB II). Bilde die fehlenden Vergleichsformen und trage sie ein (AB II).
Grundform 1. Vergleichsstufe 2. Vergleichsstufe

5. Aufgabe:
Stelle Wortfamilien zusammen und unterstreiche den Wortstamm. Du kannst das Wörterbuch nutzen. (AB II)

6. Aufgabe:
Sortiere die Wörter nach dem Alphabet und nummeriere sie nach ihrer Reihenfolge. (AB I)
Meister
Meter
Delfin
Gehirn
Luft
Lautsprache
Lebewesen
Känguru
springen
stehen

7. Aufgabe:
In jeder Zeile ist ein Wort, das nicht zur Rechtschreibbesonderheit der übrigen Wörter passt. Unterstreiche es. (AB III)
- Robben, können, holen, Himmel, Falle
- Sahne, sagen, Wahlen, Zahl, Hahn
- Fahrrad, fahren, Fahrzeug, Werkzeug, Autofahrt, fährst

8. Aufgabe:
Lies die folgenden kurzen Texte über die Leistungen anderer Tiere. Bezeichne diese Tiere jeweils mit einem zusammengesetzten Nomen und schreibe das Nomen auf die freie Zeile. (AB III)
• Ein Riesenkänguru kann 12 Meter weit springen. Riesenkängurus sind ...
• See-Elefanten sind Robben, die besonders tief tauchen können: etwa 1200 Meter. See-Elefanten sind ...
• Kolibris sind besondere Vögel. Sie können in jede Richtung fliegen und in der Luft stehen bleiben. Sie sind darin Meister.

denken verständigen
Kolibris sind ...

9. Aufgabe:
Vorsicht – Falle!
In jeder Zeile ist ein Wort versteckt, das nicht zu den Wörtern der Wortart in dieser Zeile passt. Streiche dieses Wort durch. (AB II)
TIERE TAUCHEN MEISTER LUFT WASSER
SCHNELL WEIT GUT FLIEGEN BESSER TIEF
SCHREIBEN DENKEN NACHAHMEN SCHWIMMEN GEHIRN
DU DEIN WIR NUR SIE ES

Anmerkungen zu den Aufgaben:
Aufgabe 5 und Aufgabe 8 lassen mehrere Lösungsmöglichkeiten zu. Die Aufgabe 8 kann auch zu kreativen Lösungen führen, die auf die Leistung bezogen akzeptabel sind.

Leistungserwartungen:
Die Kinder können einen kurzen informierenden Text inhaltlich und strukturell erfassen. Zu diesem Text können sie mehrere Aufgabenstellungen erfüllen, die sich auf rechtschriftliche und/oder grammatische Aspekte richten und ein altersangemessenes Sprachbewusstsein erfordern. Zu den erwarteten Leistungen gehören u.a.:
• Lesen und Verstehen eines kurzen Textes und einzelner Aussagen
• Verstehen und Bearbeiten von unterschiedlichen Aufgabenstellungen
• Umgang mit Strukturierungsformen (Tabellen) und Hilfsmitteln (Wörterverzeichnis)
• Kenntnisse nachweisen über Wortarten, Wortbildung, Satz
• Nutzung von Kenntnissen (der Grammatik) für die Rechtschreibung
• Kommentieren von Schreibweisen, Nutzen von Strategiewissen über das Bausteinsystem, Regelhaftigkeiten, Rechtschreibbesonderheiten
 

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9. Beispiel: Einen Text rekonstruieren und richtig abschreiben

Schwerpunkte: Lesen; Rechtschreibung; Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Bezug zu den Standards:
• geübte, rechtschreibwichtige Wörter normgerecht schreiben
• Rechtschreibstrategien verwenden ...
• Zeichensetzung beachten ...
• Rechtschreibhilfen verwenden
• Texte ... überprüfen
• Texte genau lesen
• Bei Verständnisschwierigkeiten Verstehenshilfen anwenden: ..., Wörter nachschlagen, Text zerlegen
• sprachliche Operationen nutzen: umstellen, ...

Das Aufgabenbeispiel erfordert die sinnvolle Rekonstruktion und Ergänzung eines „zerschnittenen“ Textes sowie seine orthographisch korrekte Abschrift.
Es stellt eine komplexe Aufgabenstellung mit integrativen Teilaufgaben dar.
Aufgabenstellung:
Ordne den Text zu einer sinnvollen Geschichte und schreibe ihn für ein Dosendiktat ab.

IM SCHWIMMBAD
HEUTE IST EIN SONNIGER TAG.
ENDLICH SIND SIE AN DER REIHE.
JENS UND JULIA WOLLEN INS FREIBAD.
STEHEN SIE VOR DER RIESIGEN
KEINE IST AM .
„ZWEI EURO PRO KIND“, SAGT DER MANN.
(WASSER)RUTSCHE
AN DER WARTEN VIELE .
SCHON FÜNF MINUTEN SPÄTER
JENS KANN SEIN NICHT FINDEN.
“ICH BEZAHLE FÜR DICH“, SAGT JULIA.
AM SPÄTEN NACHMITTAG FAHREN SIE
PAAR MINUTEN WARTEN.
UND WIEDER MÜSSEN SIE EIN
MIT DEM NACH HAUSE.

1. Aufgabe:
Schneide die Zeilen aus und lege mit ihnen eine sinnvolle Geschichte. Die Überschrift und die letzte Zeile stehen schon an der richtigen Stelle. (AB I)

2. Aufgabe:
Unterstreiche die Wörter, die normalerweise groß geschrieben werden. Beachte auch die Satzzeichen. (AB II)

3. Aufgabe
Schreibe den Text als Dosendiktat (Briefumschlag-Diktat) in der richtigen Schreibweise auf das Blatt. Ersetze die Bilder durch die passenden Wörter und benutze dabei ein Wörterbuch. (AB II)

4. Aufgabe:
Lege die Puzzle-Zeilen unter deine Diktatzeilen. Vergleiche, berichtige. (AB II)

Anmerkung zu den Aufgaben
Das Verfahren „Dosendiktat“ dürfte weithin bekannt sein. Gegebenenfalls können Briefumschläge die Funktion der Dosen übernehmen. Für den Vergleich und die anschließende Berichtigung (4. Aufgabe) muss der Text in richtiger Groß- und Kleinschreibung vorliegen.

Originaltext:
Im Schwimmbad
Heute ist ein sonniger Tag. Keine Wolke ist am Himmel. Jens und Julia wollen ins Freibad. An der Kasse warten viele Menschen. Endlich sind sie an der Reihe. „Zwei Euro pro Kind“, sagt der Mann. Jens kann sein Geld nicht finden. „Ich bezahle für dich“, sagt Julia. Schon fünf Minuten später stehen sie vor der riesigen (Wasser)Rutsche. Und wieder müssen sie ein paar Minuten warten. Am späten Nachmittag fahren sie mit dem Bus nach Hause.

Nützlich ist ein präpariertes Schreibblatt mit 15 Linien - entsprechend den 15 Puzzlestreifen - und breiten Zwischenzeilen.

Leistungserwartungen:
Erwartet wird, dass die Kinder nach dem Zerschneiden einen plausiblen, kohärenten Text legen. Varianten sind möglich. Die Interpunktion kann manchen Kindern helfen. Auf jeden Fall muss das Kind genau lesen und Sprachproben benutzen. Nach der Konstruktion eines plausiblen Textes aktualisieren die Kinder ihr Rechtschreibwissen. Erwartet wird eine Überprüfung jedes einzelnen Wortes, die Markierung der groß zu schreibenden Wörter und die orthographisch richtige Einfügung eines jeweils passenden Wortes.
Für das Eigendiktat - in der Spielart des „Dosendiktats“ - wird eine vollständig richtige Überprüfung
und Berichtigung des Textes erwartet.
 

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10. Beispiel: Lebendige Vorstellungen beim Lesen und Hören literarischer Texte entwickeln

Schwerpunkte: Lesen – mit Texten und Medien umgehen; Schreiben
Bezug zu den Standards:
• lebendige Vorstellungen beim Lesen und Hören literarischer Texte entwickeln
• altersgemäße Texte sinnverstehend lesen
• Inhalte zuhörend verstehen
• gezielt nachfragen
• Verstehen und Nicht-Verstehen zum Ausdruck bringen
• gezielt einzelne Informationen suchen
• Aussagen mit Textstellen belegen
• eigene Gedanken zu Texten entwickeln, zu Texten Stellung nehmen und mit anderen über Texte sprechen
• Schreibabsicht, Schreibsituation, Adressaten und Verwendungszusammenhang klären
• Texte an der Schreibaufgabe überprüfen
• Texte auf Verständlichkeit und Wirkung überprüfen
• den PC – wenn vorhanden - zum Schreiben verwenden und für Textgestaltung nutzen
• Rechtschreibstrategien verwenden : Mitsprechen, Ableiten, Einprägen
• Lernergebnisse präsentieren ...

Im Mittelpunkt steht das Gedicht von Josef Guggenmos: „Es gingen drei Kinder durch den Wald“. Die Besonderheit dieses Gedichtes besteht darin, dass es zu Spekulationen über vorhergehende Geschehnisse anregt und dass die Handlung wieder von vorn beginnt. Das Aufgabenbeispiel erfordert die Entwicklung und Entfaltung von Vorstellungen zu einer selbst ausgewählten Leerstelle. Der zu schreibende Text ist eine Erzählung zu einem Gegenstand. Im Mittelpunkt der Überarbeitung steht die Forderung, dass der Leser sich den Gegenstand und seine Geschichte möglichst genau vorstellen kann.
Das Beispiel stellt eine komplexe Aufgabenstellung dar.

Zur Durchführung der Aufgabe
Die Schülerinnen und Schüler lesen den Text „Es gingen drei Kinder durch den Wald“und bearbeiten dazu eine erste Aufgabe zum Leseverständnis. Dann fantasiert jedes Kind zu einem Gegenstand eine dahinterliegende Geschichte und schreibt sie als Idee auf einen Klebezettel. An der Wandtafel ist der Umriss des alten Schubladenschrankes vorbereitet, so dass die Kinder ihre Ideen dort anheften können. Nun sind die Schubladen mit den Ideen der Kinder gefüllt. Jedes Kind wählt sich aus den Ideen der Klasse eine aus und schreibt dazu eine vollständige Geschichte.

Nachdem die Texte fertiggestellt sind, liest ein Kind das Gedicht von Guggenmos noch einmal vor. An der entsprechenden Stelle wird die jeweilige Schublade durch einen passenden Schülertext „gefüllt“, indem er vorgelesen wird. Die Kinder sprechen über den Text und machen Überarbeitungsvorschläge. Die Geschichten sollen in das uralte Buch aus der zwölften Schublade geschrieben werden. Dazu werden sie noch einmal überarbeitet.

Aufgabenstellung:
Lies das Gedicht.

Josef Guggenmos:
Es gingen drei Kinder durch den Wald
Es gingen drei Kinder durch den Wald.
Die Kinder waren jung, der Wald war alt.
Da haben die drei unter Fichten versteckt
Ein steinernes uraltes Haus entdeckt.
Sie klopften an. Kein Mensch rief herein.
Da fassten sie Mut und traten doch ein.
Sie blickten sich in der Stube um.
Da sahen sie stehen, verstaubt und stumm:
Eine uralte Uhr, eine uralte Bank,
einen uralten Tisch, einen uralten Schrank.
Der Schrank war wie der Himmel blau
und hatte Schubladen, zwölf genau.
In der ersten lag ein gläserner Ball,
in der zweiten ein Posthorn aus gelbem Metall.
In der dritten ein Männlein aus Elfenbein,
in der vierten ein Ring mit grünem Stein.
In der fünften lag ein vertrockneter Strauß,
aus der sechsten sprang eine silbrige Maus.
In der siebten lag ein zerbrochener Krug,
in der achten ein Bild: Braune Adler im Flug.
In der neunten lag ein Gewicht aus Blei,
die zehnte war voll von allerlei.
In der elften lag ein Seidentuch,
in der zwölften ruhte ein uraltes Buch.
Auf dem Buch stand geschrieben: Nimm und lies!
Sie schlugen das Buch auf, da lasen sie dies:
Es gingen drei Kinder durch den Wald.
Die Kinder waren jung, der Wald war alt.
Da haben die drei...
(aus: Josef Guggenmos / Günter Karl: Es gingen drei Kinder durch den Wald, Weinheim: Beltz & Gelberg 1989)

1. Aufgabe:
Die Kinder sind jung und was sie sehen ist alt. An welchen Wörtern kannst du das Alte erkennen? Schreibe sie auf. (AB I)
__________________________________________________________________________

2. Aufgabe:
In den Schubladen des uralten Schrankes sind ganz besondere Dinge aufbewahrt. Wähle eine Schublade aus und notiere kurz auf dem Zettel, was darin liegt und woher es kommen könnte. (AB II)

3. Aufgabe:
Viele Ideen sind entstanden. Lest sie und sprecht kurz darüber. Wähle dann eine Idee zu einer Schublade aus, entscheide dich gleich. Schreibe die ganze Geschichte zu diesem Gegenstand uf, z.B. wie ist er in die Schublade gekommen, wer hat ihn hineingelegt? (AB III)

4. Aufgabe :
Hört euch die Geschichten an und stellt fest, ob ihr euch die Geschichte zum Gegenstand gut vorstellen könnt und wo noch Überarbeitungsbedarf besteht (Fragen und Tipps). (AB III und II)

5. Aufgabe:
Überprüfe: Passt deine Geschichte so in das Geschichtenbuch? Kann sich der Leser deine Geschichte genau vorstellen? Fehlt noch etwas? Stimmen die Wörter (AB III)? Überprüfe und korrigiere die Rechtschreibung. (AB I)

Leistungserwartungen:
Die Schülerinnen und Schüler müssen Verstehensleistungen und Darstellungsleistungen erbringen. Als Verstehensleistung müssen die Schülerinnen und Schüler anhand des Textes eine innere Repräsentation der Situation konstruieren: Der Inhalt von zwölf Schubladen soll erkannt, als Teil einer möglichen Handlung interpretiert und in den erzählten Rahmen des Gedichts eingefügt werden.

1. Aufgabe:
Erwartet wird, dass das semantische Feld „alt“, das in die Rahmenhandlung des lyrischen Erzähltextes integriert ist, mit Wörtern aus dem Text gefüllt wird.
2. Aufgabe:
Erwartet wird, dass die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Idee erkennbar machen, dass der gewählte Gegenstand eine Erinnerung an eine bedeutsame Situation oder ein interessantes Geschehen darstellt, in dem er eine wichtige Rolle spielt.
3. Aufgabe:
Der selbst gewählte Gegenstand soll Schreibanlass für eine in sich stimmige Geschichte werden. Durch den Gegenstand im Geschichtenschrank bekommt die Geschichte einen Fluchtpunkt, auf den sie hin entwickelt werden muss. Es wird außerdem erwartet, dass ein überschaubarer Handlungszusammenhang entfaltet wird, in dem der Gegenstand eine wichtige Rolle spielt. Kriterien sind u.a. erzählerische Kohärenz und Erzeugung von Leseinteresse durch Anschaulichkeit, Spannung usw.
4. und 5. Aufgabe:
Der Überarbeitungsprozess sollte möglichst in Form einer kurzen Schreibkonferenz verlaufen. Sie führt zu klaren Überarbeitungsvorschlägen, die angemessen umgesetzt werden.
 

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11. Beispiel: Einen literarischen Text verstehen und dazu schreiben

Schwerpunkte: Lesen – mit Texten und Medien umgehen; Schreiben
Bezug zu den Standards:
• Texte genau lesen
• gezielt einzelne Informationen suchen
• Texte mit eigenen Worten wiedergeben
• Aussagen mit Textstellen belegen
• eigene Gedanken zu Texten entwickeln, zu Texten Stellung nehmen ...
• zentrale Aussage des Textes erfassen ...
• bei der Beschäftigung mit literarischen Texten Sensibilität und Verständnis für Gedanken und Gefühle und zwischenmenschliche Beziehungen zeigen
• nach Anregungen (...) eigene Texte schreiben
• ... Texte zum Vorlesen vorbereiten und sinngestaltend vorlesen.
Das Aufgabenbeispiel erfordert das Umgehen mit einem in sich geschlossenen literarischen Text. Zum Leseverstehen werden unterschiedlich komplexe Teilaufgaben gestellt, vom Auffinden einfacher Informationen über komplexere Schlussfolgerungen bis hin zu einer produktiven Aufgabe, bei der sich die Schülerinnen und Schüler einen Traum zu dem in der Geschichte erzählten Ereignis ausdenken sollen. 
Das zentrale Thema der Textvorlage – Überwindung von Angst in einer bedrohlichen Situation – dürfte den Schülerinnen und Schülern in unterschiedlicher Ausprägung und verschiedenen Situationen aus eigenem Erleben bekannt sein.
Das Beispiel umfasst mehrere Teilaufgaben, die auf ein umfassendes Textverständnis zielen.

Aufgabenstellung:

Lies die Geschichte.

Benno Pludra
Die Schwäne auf dem Wasser

Der kleine Junge hatte in diesem Sommer schwimmen gelernt. Er war noch sehr klein und alle Leute bewunderten ihn. "Seht mal", sagten die Leute, "der kleine Junge kann schwimmen." Zum ersten Mal schwamm er heute ganz allein. Kein Vater war dabei, niemand am Ufer sah ihn. Der See war groß und glatt; er lächelte im Sonnenschein. Seerosenfelder blühten gelb und weiß. Zwischen den Seerosenfeldern, auf einer blanken Wassergasse, schwamm der kleine Junge vom Ufer weg und hin zu einem Pfahl. Dort hielt er sich fest, das Kinn knapp über dem Wasser, und verschnaufte. Die Wiese am Ufer erschien ihm fern, die Büsche und Bäume ruhten reglos wie im Schlaf. Der kleine Junge war glücklich und stolz. "Ich habe keine Angst mehr", sagte er zu sich selber, "ich könnte sonst wohin und sonst wie weit noch schwimmen." 

Nun sah er die Schwäne. Es waren drei und sie zogen gemächlich heran, zwischen den Seerosenfeldern die blanke Wassergasse herauf, leicht und ruhig wie weiße segelnde Schiffe. Der kleine Junge blieb am Pfahl. Zwei Lehren hatte ihm sein Vater gegeben: "Den Seerosen weiche aus, den Schwänen komm nicht zu nahe. Hüte dich, pass auf!" Die Schwäne begannen zu fressen. Sie beugten die hohen Hälse nieder und schnatterten mit den harten Schnäbeln flach durchs Wasser. Die schweren Schwingen waren aufgestellt und sahen aus, als wären sie federleicht. Der kleine Junge klebte am Pfahl. Das Holz war glatt, von Algen bewachsen, und die Schwäne ließen sich Zeit. Sie gaben den Weg nicht frei, die blanke Wassergasse blieb versperrt. Der Junge fror. Er war klein und ein bisschen mager, darum fror er bald und wünschte, dass die Schwäne jetzt verschwinden möchten. Er überlegte auch, ob er die Seerosenfelder nicht umschwimmen sollte; doch er war nun schon lange im Wasser und fühlte sich nicht mehr so stark, seine Muskeln waren kalt. Der kleine Junge wagte nicht, die Seerosenfelder zu umschwimmen. Die Schwäne indessen glitten langsam näher. Sie fraßen nach links und rechts und glitten auf den kleinen Jungen zu. Er hörte ihre Schnäbel schnattern und er wusste, dass diese Schnäbel zuschlagen konnten, heftig wie die Faust eines Mannes. 

Noch beachteten sie den kleinen Jungen nicht. Er verhielt sich still. Er fror immer mehr und die Schwäne lagen drei Schritte entfernt auf dem Wasser. Sie fraßen nicht mehr und rührten sich nicht. Ihre großen Körper schaukelten sanft. Der kleine Junge musste schwimmen. Es gab keine Wahl, er musste schwimmen - oder er würde versinken, hier am Pfahl, von keinem bemerkt. Warum rief er nicht nach Hilfe? Es gab keine Hilfe. Kein Vater, niemand am Ufer sah ihn. Der kleine Junge musste schwimmen. Er sammelte all seinen Mut und zog die Füße an den Leib und stieß sich ab vom Pfahl. Das Wasser rauschte auf, eine Welle schoss voran, den Schwänen unter den weißen Bug. Sie äugten scheel, die Schnäbel aufrecht und abgewandt, und wichen lautlos zur Seite. Der kleine Junge aber schwamm. Sein Kopf  war steil erhoben und hinten am Wirbel spießten die kurzen, blonden Haare hoch.

Quelle: „Die Schwäne auf dem Wasser“ aus: Gelberg, Eines Tages, Geschichten von überall her. Beltz und Gelberg, Weinheim Basel 2002

1. Aufgabe:
In welcher Jahreszeit spielt die Geschichte? (AB I)

2. Aufgabe:
Wo spielt die Geschichte? (AB I)

3. Aufgabe:
Warum ist der kleine Junge glücklich und stolz? Kreuze das Richtige an. (AB II)
. weil er zum ersten Mal ganz alleine schwamm.
. weil er am Ufer entlang schwimmen konnte.
. weil er das Seepferdchen-Abzeichen bekommen hatte.

4. Aufgabe:
Welchen Rat hat der Vater dem Jungen gegeben? Kreuze das Richtige an. (AB I)
. Weiche den Seerosen aus, hüte dich vor den Schwänen.
. Mach keinen Kopfsprung in unbekannte Gewässer.
. Geh nicht mit vollem Magen ins Wasser.

5. Aufgabe:
In der Geschichte steht „Die Schwäne zogen gemächlich heran.“ Was ist damit gemeint? Kreuze an. (AB II)
. Sie gleiten langsam näher.
. Sie rudern heftig.
. Sie schaukeln sanft auf dem Wasser.

6. Aufgabe:
Der kleine Junge möchte ans Ufer zurückschwimmen. Aber er zögert. Warum? Schreibe drei Gründe auf. (AB II)
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7. Aufgabe:
Es heißt in der Geschichte „Der kleine Junge musste schwimmen.“ Warum? Schreibe es mit eigenen Worten auf. (AB II)
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8. Aufgabe:
Stell dir vor, der kleine Junge träumt nachts von seinem Erlebnis mit den Schwänen. Schreibe den Traum in deinem Heft auf. (AB II und III)

9. Aufgabe:
Bereite die zweite Hälfte (ab „Der kleine Junge klebte am Pfahl“) zum Vorlesen vor. (AB III)

10. Aufgabe:
Kinder haben eine andere Überschrift gefunden. Welche passt am besten? Kreuze an.
. Der Seerosenteich
. Eine mutige Entscheidung
. Die gefräßigen Schwäne
Begründe deine Meinung. (AB III)
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Leistungserwartungen:
1. Aufgabe:
Das Kind lokalisiert eine gleich am Anfang des Textes explizit vorhandene Aussage.
2. Aufgabe:
Auch diese Antwort ist explizit vorhanden, braucht aber etwas mehr Lektüre.
3. Aufgabe:
Die Antwort erfordert gründliches, wahrscheinlich mehrmaliges Lesen und komplexe Schlussfolgerungen.
4. Aufgabe:
Die Antwort ist explizit im Text zu finden, wenn auch in sprachlich etwas anderer Form. 
5. Aufgabe:
Erwartet wird die Erschließung des möglicherweise außerhalb des Kinderhorizontes liegenden Wortes „gemächlich“ aus dem Kontext.
6: Aufgabe:
Erwartet wird eine Verknüpfung von expliziten und impliziten Gründen. Das Kind muss zentrale Aussagen des Textes erfassen, sie mit Textstellen belegen und Schlussfolgerungen ziehen.
7. Aufgabe:
Hier geht es um den zentralen Satz der Geschichte, den B. Pludra zwei Mal wiederholt. Erwartet wird die zusammenfassende Wiedergabe der Umstände, in denen sich der Junge befindet.
8. Aufgabe:
Diese Aufgabe ist nicht nur eine Operationalisierung des Standards „Texte mit eigenen Worten wiedergeben.“ Vielmehr können die Schülerinnen und Schüler durch fantasievolle Ausgestaltung der Bedrohungssituation und ihrer Überwindung im Traum zeigen, dass sie das zentrale Thema des Textes verstanden haben.
9. Aufgabe:
Erwartet wird „sinngestaltendes“, d.h. interpretierendes Vorlesen nach entsprechender Vorbereitung.
10. Aufgabe:
Die Kinder sollen die Angemessenheit verschiedener Überschriften für die Geschichte beurteilen. Dies erfordert einen guten Gesamtüberblick und ein angemessenes Verständnis des Aussagekerns. In der erbetenen Begründung müssen die Schülerinnen und Schüler diese Erkenntnis explizit machen.
 

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