Stand 17.11.2007

 


Es ist keine häufige Konstellation, dass eine Klasse zur Fünfzig-Jahr-Feier ihres Abiturs den Mathematiklehrer, der sie durchs Abitur geführt hat, dazu einladen kann, eine Mathematikstunde zu halten. Am 3.11.2007 fand eine solche Stunde statt - mit 

Arbeitsblatt, 

wie sich das heutzutage gehört:
 

50 Jahre Abitur - eine goldene Mathematikstunde


Hier können Sie das Arbeitsblatt am Schirm bearbeiten und für Ihre Bearbeitung einen Rangplatz in einer Scoreliste erhalten:


Hinführung

Mühsam schleppe ich mich nach einem anstrengenden Vormittag nach Hause. 

Ein schicker Ferrari hält neben mir; der Fahrer ruft „Hallo Herr Neschdle, des frait me abr, daß i Se widr amol säh.“ 

Keine Ahnung, wer dieser Mensch sein könnte! 

„Kennedse mi nemme? I ben dr Max. 5 Johr lang handse mir Madde beibrochd. Jedzd kauf i Kischda fr 2 Eiro ond verkauf se widr fr 4 Eiro. Von dene 2 Brozend Onderschied ka i ganz guad läba.“

Die Schüler müssen über Lehrer hinauswachsen. 
Und der Mathematikunterricht ist dafür nicht immer wichtig.

Frage 1

Wie heißt das Fachwort für “Onderschied” (die 2 „Brozend“ von Max)?

Ihre Antwort:

Frage 2: 

Wie viel Prozent Aufschlag auf den Einkaufspreis verlangt Max wirklich?

Ihre Antwort:


Info

1 500 512 Bewohner ausländischer Herkunft hatten per Ende April 2006 ihren ständigen Wohnsitz in der Schweiz, wie das Bundesamt für Migration (BFM) mitteilte.
2005 hatte die Schweiz 7 459 100 Einwohner.

Von den 82 438 000 Einwohnern Deutschlands 2006 waren 15,3 Millionen ausländischer Herkunft (FAZ, 24.10.07).

Frage 3 (Siehe Info)

In welchem der beiden Länder gab es in absoluten Zahlen 2006 mehr Einwohner ausländischer Herkunft?

Ihre Antwort:

Frage 4 (Siehe Info)

(Hinweis: 1 500 512:7 459 100 = 0,201...; 15 300 000:82 438 000 = 0,185...)

In welchem der beiden Länder gab es relativ (bezogen auf die gesamte Einwohnerzahl) 2006 mehr Einwohner ausländischer Herkunft?

Ihre Antwort:


Veränderte Prozentsätze:

Vor 50 Jahren hatten Sie im Schnitt 25 % Jahre weniger auf dem Buckel als ich. Heute sind es rund 12 % Jahre weniger.
 

Frage 5

Kann man auf Grund dieser Angaben mein heutiges Alter ausrechnen?

Ihre Antwort:
 

Frage 6 (zu Frage 5)

 Wenn ja; wie alt bin ich heute?
 Wenn nein; welche Angabe fehlt noch?

Ihre Antwort:


Wenn Journalisten bei Zahlenvergleichen „um“ und „auf“ verwechseln, sind die Folgen meistens nicht tragisch. 

Anders bei Ingenieuren. Dann stürzt schon einmal eine Brücke ein oder eine teure Raumsonde geht verloren (MARS CLIMATE ORBITER bei einem noch primitiveren Fehler). Verwenden Sie „um“ und „auf“ immer richtig?

Frage 7
Ein Kapital von von 5 000 € wächst bei 5 % Verzinsung in 22 Jahren um rund 200 %. Wie groß ist das Kapital nach 22 Jahren?

Ihre Antwort:

Frage 8
Ein Kapital von von 5 000 € wächst bei 4 % Verzinsung in 17 Jahren auf  rund 200 %. Wie groß ist das Kapital nach 17 Jahren?

Ihre Antwort:


Reihenfolgen

Börsenkurse reagieren häufig auf Gerüchte. 

Betont man, daß wegen eines Sturms im Golf von Mexiko die Ölförderung pro Tag um 600 000 Barrel gekürzt werden muß, können die Kurse der Fotovoltaik-Unternehmen kurzfristig um 10 % steigen. 

Das Gerücht, dass die Siliziumversorgung der Fotovoltaik-Unternehmen nicht gesichert ist, kann deren Kurse um 10 % fallen lassen.

Frage 9
Heben die beiden Veränderungen (10 % mehr; 10 % weniger) einander auf?

Ihre Antwort:

Frage 10 
Hat die Reihenfolge der Veränderungen (erst steigen dann fallen oder umgekehrt) einen Einfluss?

Ihre Antwort:


Wenn Sie   anklicken, sehen Sie die richtigen Einsetzungen - und Sie können einen Score abrufen.


FAZIT

Nur bei einer verschwindenden Minderheit schafft es die Schule, Grundvorstellungen über mathematische Begriffe zu vermitteln.

Und es gibt Didaktiker, die sich nach jahrzehntelanger Tätigkeit in der Ausbildung von Mathematiklehrkräften über fehlende Grundlagen wundern:

fra

Würde die Schule ergebnisgesteuert statt zeitgesteuert arbeiten, so hätte "das Mädchen" schon früher lernen (oder man hätte es gezielt fördern) müssen. Derzeit werden fast alle Lernenden im Geleitzug mitgeschleppt, verderben den Schnelleren den angemessenen Lernfortschritt und haben selbst kaum eine Chance, ihre Defizite zu beseitigen.


Wenn Sie Ihren "Score" abgerufen haben: Die Teilnehmer an der goldenen Mathematikstunde hätten zu weniger als der Hälfte einen vernünftigen Scorewert erhalten. Trotzdem haben sie alle ein ganzes Berufsleben lang wichtige Plätze in der Gesellschaft erfolgreich ausgefüllt. 

Ist die Schule vielleicht doch nur ein irrer Initiationsritus? 
Non vitae sed scholae discimus?
(Lernen wir für die Schule statt für das Leben?)

Wenn Sie sich mit der letzten Frage näher beschäftigen wollen, finden Sie Material unter

www.Bildungs-Standards.de